Airbus A321 LR von Azores Airlines: die Airline setzt das Flugzeug hauptsächlich auf USA-Flügen ein.

Nach gescheiterter PrivatisierungAzores Airlines setzt verstärkt auf das Icelandair-Modell: Stopover-Flüge zwischen Europa und Nordamerika

In der Krise setzt Azores Airlines auf ihr Kerngeschäft: Fokus auf Verbindungen nach Europa. Chancen sieht die Airline im Stopover-Programm nach Nordamerika, aber auch durch den Rückzug von Ryanair.

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Die vergangenen Wochen waren für Azores Airlines alles andere als einfach: Zuerst verpflichtete die Europäische Kommission die Airline, rund drei Millionen Euro an Rettungshilfen aus der Corona-Zeit an den portugiesischen Staat zurückzuzahlen. Nur wenige Tage später wurde bekannt, dass auch die geplante Privatisierung an Atlantic Connect Group gescheitert ist.

Nun soll ein neuer Prozess gestartet werden, der auf den direkten Verkauf der Muttergesellschaft Sata-Gruppe abzielt. «Bis dahin reduzieren wir unser Engagement etwas und konzentrieren uns stärker auf das Kerngeschäft», erklärt Bruno Marques, Leiter des strategischen Vertriebs, im Gespräch mit aeroTELEGRAPH. «Unsere Hauptaufgabe bleibt, die Azoren mit Europa und insbesondere mit Portugal zu verbinden.

Drei Europa-Ziele außerhalb Portugals

Neben den wichtigen portugiesischen Flughäfen Porto, Lissabon und Faro bedient Azores Airlines in Europa drei Ziele: Paris, Barcelona und Frankfurt. «Wir planen derzeit keine neuen Destinationen aufzunehmen, wollen vermehrt unsere strategisch günstige Lage zwischen Europa und Nordamerika nutzen», so der Vertriebsleiter. Neben den europäischen Zielen fliegt Azores Airlines auch nach New York, Boston, Toronto und Montreal.

«Wir arbeiten derzeit daran, unser Stopover-Programm zu optimieren und die Azoren als attraktiven Zwischenstopp zwischen Europa und Nordamerika zu positionieren», erklärt Bruno Marques. Dank der günstigen geografischen Lage sind es von Ponta Delgada 4,5 Stunden nach Lissabon und 5,5 Stunden nach Boston. Marques spricht dabei vom «Icelandair-Modell»: Die Isländer verbinden Europa und Nordamerika mit Stopover in Keflavik und setzen dabei auf Schmalrumpfflugzeuge.

Azores Airlines setzt auf neun Airbus-Jets

Auch die Flotte von Azores Airlines besteht aus Narrowbody-Jets. Laut dem Luftfahrtdatenportal CH Aviation setzt die Fluggesellschaft derzeit neun Flugzeuge ein: jeweils zwei Airbus A320 und A320 Neo, dazu zwei Airbus A32 sowie drei Airbus A321 LR. Aufgrund der aktuellen Finanzlage sei weiteres Flottenwachstum jedoch «nicht möglich», so der Vertriebschef. Kürzlich wurde ein Flugzeug ausgemustert.

Neben der Konzentration auf den Transatlantikverkehr sieht Marques auch eine positive Entwicklung für die Airline, seit Ryanair sich von den Azoren zurückgezogen hat. «Aktuell verzeichnen wir mehr Buchungen, aber wir können mit unserer Kapazität nicht die Lücke füllen, die Ryanair hinterlassen hat», so Marques. Die Billigairline hatte in der Vergangenheit rund 400.000 Passagiere pro Jahr auf sechs Strecken zu den Azoren befördert.

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