Flugzeug von Air Berlin: Die Insolvenzmasse könnte unzulänglich sein.

ForderungenAir-Berlin-Gläubiger haben Zeit bis Anfang Februar

Bisher befand sich Air Berlin in einem vorläufigen Insolvenzverfahren. Das hat sich nun geändert - mit wichtigen Folgen für Gläubiger und Geschäftspartner.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Teamleiter Montage & Support (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Logo

Leiter Zerspanung Kleinteile / Stv. Abteilungsleiter (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
k5 logo

Captain A320 (m/w/d)

K5-Aviation GmbH
München, Hamburg, Stuttgart
Feste Anstellung
Business Aviation
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
logo-gi-group

Teamleiter (gn) am Flughafen Hamburg

Hamburg
Feste Anstellung
Gi Group Recruiting
Deutschland
Vollzeit
Top jobs

Seit dem 15. August heißt es: Air Berlin ist insolvent. Allerdings befand sich die Fluggesellschaft seit diesem Datum erst in einem vorläufigen Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Seit dem 1. November fällt das «vorläufig» nun weg: Das Amtsgericht Charlottenburg hat das Insolvenzverfahren über Vermögen von Air Berlin eröffnet. Das Gericht stimmte zu, dass die Eigenverwaltung weiterlaufen kann und Rechtsanwalt Lucas Flöther der Sachwalter bleibt. Andere wichtige Dinge ändern sich jetzt jedoch.

So können Gläubiger mit der Eröffnung des Verfahrens nun ihre Forderungen geltend machen. Zuvor waren diese praktisch eingefroren. Das betrifft etwa Lieferanten und Dienstleister von Air Berlin, aber auch Passagiere, die vor dem 15. August Flüge gebucht haben, die dann deutlich verspätet oder gar nicht abgehoben sind. Das Gericht forderte die Gläubiger auf, ihre Forderungen bis zum 1. Februar 2018 schriftlich beim Sachwalter anzumelden. Das gilt auch für Gläubiger der Tochter Air Berlin Technik.

Geringe Insolvenzmasse

Wer also noch Geld von Air Berlin haben will, muss sich bis Anfang Februar melden - und dann Geduld mitbringen. «All diese Forderungen werden vom Sachwalter geprüft und wenn sie berechtigt sind, werden sie nach Quote befriedigt. Das kann aber zwei oder drei Jahre dauern», erklärte Dr. Hubertus Bartelheimer, Fachanwalt für Insolvenzrecht sowie Geschäftsführer und Leiter des Berliner Büros der Wirtschaftskanzlei Buchalik Brömmekamp, Ende September im Interview mit aeroTELEGRAPH.

Was Gläubiger mit berechtigten Ansprüchen erhalten werden, ist aber ungewiss. Denn schon jetzt ist klar: Viel Geld ist nicht da. Das Gericht teilte mit, dass Sachwalter Flöther «drohende Masseunzulänglichkeit» angezeigt habe. Das heißt, es besteht die Gefahr, dass Air Berlin nicht einmal in der Lage sein wird, die sogenannten Masseverbindlichkeiten zu erfüllen. Dabei handelt es sich um Verbindlichkeiten, die bevorzugt behandelt werden und die meist nach Eintritt der Insolvenz entstanden sind, etwa um die Geschäfte fortführen und das Insolvenzverfahren durchführen zu können.

Gefahr für Geschäftspartner

Der Befürchtung, dass Air Berlin auch den Überbrückungskredit des Bundes in Höhe von 150 Millionen Euro nicht zurückzahlen kann, stellte sich die Fluggesellschaft jedoch entgegen. «Wir sind zuversichtlich, das zurückzahlen zu können», sagte ein Air-Berlin-Sprecher der Nachrichtenagentur Reuters. Auch das Bundeswirtschaftsministerium erklärte: «Wir gehen weiter davon aus, dass der Kredit zurückgezahlt werden kann.»

Die Eröffnung des Insolvenzverfahrens hat derweil eine weitere wichtige Folge: Der Sachwalter kann ab sofort im Sinne der Gläubiger versuchen, die geringe Insolvenzmasse zu vergrößern. Dazu verlangt er Geld von Geschäftspartnern zurück, das Air Berlin bis zu vier Jahre vor der Insolvenz an diese gezahlt hat. Die Bedingung bei diesen Anfechtungen: Flöther muss aufzeigen, dass diese Partner von den Zahlungsschwierigkeiten der Airline wussten, etwa durch nicht pünktlich gezahlte Rechnungen oder durch Stundungsbitten. Insolvenz-Experte Bartelheimer vermutete, dass Zahlungen «an Lieferanten und Dienstleister über einen längeren Zeitraum angefochten werden».

Mehr zum Thema

Der A320 Neo hat Sharklets für zusätzliche Ersparnisse.

Nun hat auch Easyjet einen Teil Air Berlin

Flieger on Silver Airways: Hebt nicht mehr ab.

Silver Airways stellt alle Flüge ein

Der Flughafen Hahn: Der Airport ist für eine unbekannte Summe an die Triwo AG verkauft worden.

Regionalflugplatzbetreiber kauft Flughafen Hahn

Lufthansa-Chef Carsten Spohr bei der außerordentlichen Hauptversammlung im Juni 2020: Ein Wendepunkt.

Carsten Spohrs dunkelste Stunde in der Corona-Krise

Video

condor flughafen zeichnen
Wer am Flughafen warten muss, kann einen künstlerischen Zeitvertreib ausprobieren. Zeichner Kevin Zych gibt eine kurze Videoanleitung dafür.
Timo Nowack
Timo Nowack
erdfall la guardia loch
Am New Yorker Flughafen LaGuardia ist nahe einer Start- und Landebahn ein tiefes Loch im Rollweg entdeckt worden. Viele Flüge mussten am Mittwoch gestrichen werden.
Timo Nowack
Timo Nowack
Snowbirds im Formationsflug: Die Flugstaffel fliegt ab 2030 mit Pilatus PC-21.
Über 50 Jahre setzten die Snowbirds auf heimische Strahlflugzeuge von Canadair. Nach der aktuellen Saison ist damit Schluss. Künftig werden die Pilotinnen und Piloten der kanadischen Kunstflugstaffel mit Flugzeugen von Pilatus begeistern.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies