Airbus A220 von Air Baltic: Neue Tochtergesellschaft in der Schweiz.

Neue Tochter in ZugAir Baltic setzt bei Wet-Lease-Pilotinnen und -Piloten auf Anstellung in der Schweiz

Die lettische Nationalairline setzt weiter auf ihr Wet-Lease-Geschäft - und dabei auf die Schweiz. In der Stadt Zug hat Air Baltic eine Tochtergesellschaft gegründet, über die künftig ausländische Pilotinnen und Piloten angestellt werden. Der Standort ist kein Zufall.

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Das 14-stöckige Gebäude an der Baarerstraße 43 war einst Zeichen des Aufbruchs. Es war das zweite und damals eindrücklichste Hochhaus in Zug. Heute prägen mehrgeschossige Bauten die Silhouette der Schweizer Stadt, die in den vergangenen Jahrzehnten einen wirtschaftlichen Boom sondergleichen erlebte - getrieben von attraktiven administrativen und steuerlichen Konditionen für Holding- und Dienstleistungsgesellschaften.

Das macht sich nun auch Air Baltic zunutze. Die lettische Fluggesellschaft hat im Mai in Zug eine Tochter gegründet. Air Baltic Switzerland ist eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung und weist ein Kapital von 20.000 Franken auf. «Die Gesellschaft bezweckt den Verleih und die Vermittlung von Personal, insbesondere im Bereich der Luftfahrt, sowie die Erbringung aller damit zusammenhängenden Dienstleistungen», heißt es im Schweizer Handelsregister. Der juristische Sitz: just jenes historische Hochhaus an der Baarerstraße 43.

Riga bleibt größter Standort von Air Baltic für Cockpitpersonal

Über die neue Schweizer Tochter stellt Air Baltic künftig ausländische Pilotinnen und Piloten an. Diese würden «für Einsätze bei Partnerfluggesellschaften in verschiedenen Märkten eingesetzt», erklärt eine Sprecherin der lettischen Nationalairline gegenüber aeroTELEGRAPH. Eines der wichtigsten Geschäftsfelder von Air Baltic ist das Wet-Leasing, also die Vermietung von Flugzeugen samt Personal an andere Fluggesellschaften. Derzeit fliegen nicht weniger als 21 ihrer Airbus A220 für Fluglinien von Lufthansa Group - Austrian Airlines, Brussels Airlines und Swiss.

Die Schweiz sei ideal, weil sie die Vorschriften der europäischen Luftfahrtbehörde Easa übernehme und so einen vertrauten und stabilen Rahmen für den Flugbetrieb biete, so die Sprecherin. Die zentrale Lage in Europa erleichtere zudem die Mobilität der Pilotinnen und Piloten. Riga bleibe dennoch weiterhin der wichtigste operative Knotenpunkt von Air Baltic und der größte Standort für Cockpitpersonal. Die Schweizer Tochter für ausländische Angestellte sei nur eine Ergänzung.

Steuern in Lettland, Sozialversicherung in der Schweiz

Die Anstellung über eine Tochter im Ausland entspreche einer «gängigen Praxis in der Luftfahrtbranche, in der internationale Beschäftigungsstrukturen für das Flugpersonal genutzt werden, um Dienstleistungen außerhalb des Heimatmarktes einer Fluggesellschaft zu erbringen», so die Sprecherin weiter. Alle Vorschriften würden vollständig eingehalten. Das neue Modell hat keine Auswirkungen auf die Einkommensteuerpflicht der Pilotinnen und Piloten. Die Einkommensteuer wird laut Air Baltic weiterhin in Lettland entrichtet. Die Sozialversicherungsbeiträge werden jedoch nach schweizerischem Recht gezahlt.

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