Schlange vor der Grenzkontrolle in Madrid.

Schärfere GrenzkontrollenAirlines warnen vor riesigen Verspätungen

Eine neue EU-Verordnung hat strengere Grenzkontrollen zur Folge. Die Mitgliedstaaten sind offenbar ungenügend darauf vorbereitet. Daher müssen Passagiere teilweise stundenlang warten.

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Am längsten warten mussten Reisende in der EU bisher bei der Sicherheitskontrolle. Doch das ändert sich gerade. Die EU-Verordnung 458/2017 vom 15. März hat zum Ziel, den Missbrauch gestohlener Reisedokumente einzudämmen und so das Terrorrisiko zu mindern. Sie verpflichtet die Mitgliedstaaten, an der Grenze die Ausweise einzuscannen und mit der Datenbank für gestohlene Dokumente abzugleichen.

Bisher wurden die Dokumente von EU-Bürgern an der Grenze teilweise nur in Augenschein genommen, was wenige Sekunden dauert. Der Abgleich mit der Datenbank hingegen kann bis zu 2 Minuten dauern, so ein Sprecher des europäischen Airlineverbands A4E. Flüge innerhalb des Schengen-Raums sind davon nicht betroffen, erklärt der Sprecher. Ein Großteil der betroffenen Passagiere stammt denn auch aus Großbritannien – und dort ist gerade wie in vielen anderen Teilen Europas Ferienzeit.

Tausende Flüge verspätet

A4E prangert nun an, dass einige Mitgliedstaaten nicht genügend auf die neuen Kontrollen vorbereitet waren. Wegen Personalmangels komme es an vielen Grenzen zu riesigen Warteschlangen: «An Flughäfen in Italien, Spanien, Belgien, Frankreich und Portugal drohen an der Grenzkontrolle Wartezeiten von bis zu vier Stunden», heißt es vom Verband. Von Flughäfen wie der auf Mallorca, Paris Orly, Mailand, Lissabon, Brüssel oder Lyon gebe es immer mehr «beschämende Bilder» von den langen Schlangen.

In der aktuellen Ferienzeit seien deswegen Tausende Flüge verspätet gewesen, einige Passagiere hätten wegen der Wartezeit auch ihre Flüge verpasst. An einigen Flughäfen habe sich die Verspätungsquote um 300 Prozent erhöht. Der Verband nimmt die Mitgliedstaaten nun in die Verantwortung, so schnell wie möglich dagegen vorzugehen und das Personal an den Grenzkontrollen aufzustocken, denn: Noch haben nicht alle Mitgliedstaaten die Verordnung umgesetzt, die Frist läuft bis zum 7. Oktober. Das, so A4E, könne im schlimmsten Fall zu noch mehr Verspätungen führen.

Mitgliedstaaten sollen Personal aufstocken

«Wir unterstützen die Bemühungen der EU voll und ganz», heißt es vom Verband. Die EU war sich denn auch offenbar bewusst, was für Auswirkungen die Verordnung haben dürfte. In einem der Punkte weist sie die Mitgliedstaaten klar darauf hin, dass man Personal und Ressourcen dafür aufstocken müsse.

Die «Unfähigkeit» der Mitgliedstaaten, sich dennoch auf die neuen Anforderungen genügend vorzubereiten, wirke sich inzwischen direkt auf den Betrieb der Fluglinien aus. «Die Mitgliedstaaten müssen jetzt alle nötigen Vorkehrungen treffen und Personal aufstocken, um solche Störungen zu verhindern», so A4E-Direktor Thomas Reynaert.

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