Pilotin: Trotz allen Anstrengungen noch immer eine Seltenheit.

Virgin AustraliaAirline setzt im Cockpit auf Frauenquote

Nur jeder zwanzigste Pilot weltweit ist weiblich. Das will Virgin Australia mit einer Frauenquote bei der Ausbildung ändern. Lufthansa geht einen anderen Weg.

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Die Gründe klingen heute völlig lächerlich. Frauen im Cockpit seien ein Risiko, weil sie nach Emanzipation strebten und immer besser sein wollten als ihre männlichen Kollegen. Das habe schädliches Konkurrenzdenken zur Folge, argumentierte man bei Lufthansa noch 1985. Auch eine angeblich zu hohe körperliche Beanspruchung und die Unvereinbarkeit des Berufes mit einer Mutterschaft wurden gegen Pilotinnen ins Feld geführt.

Diese Zeiten sind glücklicherweise längst vorbei. Seit 30 Jahren fliegen auch bei Lufthansa Frauen Flugzeuge, bei anderen Fluggesellschaften ist das genauso. Alleine in den USA gibt es heute 6944 ausgebildete Pilotinnen, die für kommerzielle Passagier- und Frachtairlines arbeiten. Das zeigen die neuesten Zahlen der Federal Aviation Administration.

Frauenanteil wächst kaum

Die absoluten Angaben verdecken jedoch, dass Pilotinnen noch immer eine kleine Minderheit sind. In der Lufthansa-Gruppe sind nur rund sechs Prozent der Cockpitcrews weiblich. Weltweit liegt der Anteil noch etwas tiefer. 5,2 Prozent beträgt er gemäß der International Society of Women Airline Pilots. Noch düsterer sieht es bei den Flugkapitänen aus. Nur jede dritte Pilotin ist Kapitänin, so die Organisation.

Noch schlimmer: Der Anteil hat sich in den letzten Jahren kaum vergrößert. Virgin Australia will das ändern. Die Fluggesellschaft hat sich bei der Rekrutierung neuer Piloten eine Quote von 50:50 gesetzt, Das heißt, jeder zweite Teilnehmer des Ausbildungszyklus 2019 muss eine Frau sein. Ganz so weit will man bei Lufthansa nicht gehen. «Die Erhöhung des Frauenanteils im Cockpit ist aber ein zentrales Ziel im Bereich Personal», erklärt eine Sprecherin.

Lufthansa ist zuversichtlich

Die Aussichten dafür seien gut. «Bereits jetzt sind 15 Prozent unserer Nachwuchskräfte weiblich», heißt es bei Lufthansa. Dabei helfen kann auch die globale Marktentwicklung in der Luftfahrt, getrieben von der wirtschaftlich positiven Dynamik. Boeing prognostiziert, dass kommerzielle Fluglinien in den kommenden 20 Jahren weltweit 637.000 neue Piloten brauchen. In Europa alleine braucht es 106.000 neue Mitarbeiter im Cockpit.

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