Airbus A330-200 F: Ursprünglich wollte MNG Airlines vier, jetzt ist sie mit einem zufrieden.

Boeing im VorteilAirbus verliert die letzte Frachter-Order

Der europäische Flugzeugbauer hat keine Bestellung mehr für seinen einzigen reinen Frachtflieger vorliegen, den A330-200 F. Besser sieht es für den Rivalen Boeing aus.

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Vergangene Woche feierte Airbus die Auslieferung eines A321 P2F an die Leasingfirma BBAM. P2F steht für Passenger-to-Freighter, also ein Flugzeug, das vom Passagier- zum Frachtflieger umgerüstet wurde. Es sei der erste A321, «der sowohl im Haupt- als auch im Unterdeck mit Containern beladen werden kann», erklärte Airbus.

Der erhöhte Bedarf nach Cargo-Kapazität in der Corona-Krise sorgte 2020 dafür, dass viele Fluggesellschaften Passagierjets übergangsweise zu Frachter umbauten. Diese Notlösungen erhielten den Spitznamen Prachter. Und auch die permanenten Umrüstungen wie der A321 P2F erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Auch ein A330 P2F ist im Angebot.

Airbus verliert letzten Auftrag

Einen Tiefpunkt erreicht derweil Airbus' Geschäft mit Flugzeugen, die von vornherein als Frachter gebaut werden. Das einzige Modell, das der europäische Flugzeugbauer dabei im Angebot hat, ist der A330-200 F. Der Flieger hat allerdings nicht nur seit Jahren keine neue Order erhalten. Er hat nun sogar auch seine letzte bestehende Bestellung verloren.

Im Dezember 2020 strich die türkische Frachtfluggesellschaft MNG Airlines ihre drei ausstehenden Orders für A330-200-F, wie Daten von Airbus zeigen. Damit hat der einzige reine Frachter des Herstellers keine einzige offene Bestellung mehr. Erst 38 A330-200 F wurden bisher gebaut und ausgeliefert, einer davon an MNG. Die Option, zum Beispiel auch den Airbus A350 in einer Cargoversion anzubieten, hat Airbus bisher nicht gezogen.

Boeing hat 96 offenen Orders

Besser sieht es für den Rivalen Boeing aus. Er hatte Ende Dezember 2020 noch 96 offene Bestellungen für Frachtflugzeuge: 41 Boeing 777 F, 11 Boeing 747-8 F und 44 Boeing 767-300 F. Der amerikanische Flugzeugbauer zieht außerdem in Erwägung, die Boeing 777 X als Frachtversion anzubieten.

Unklar ist momentan noch, ob Airbus einen neuen Frachter anbieten wird. Mehere Fluggesellschaften, darunter Cargolux und Qatar Airways, haben schon Interesse an einem Airbus A350 F signalisiert.

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