Airbus A220 von Odyssey Airlines: Soll doch noch Wirklichkeit werden.

Pläne aktualisiertAirbus' lebendigste Karteileiche heißt Odyssey Airlines

Vor zehn Jahren kündigte eine neue Fluglinie an, mit zehn Airbus A220 Flüge ab London-City zu starten. Doch Odyssey Airlines legte nie los. Jetzt wird das Projekt wieder aktuell.

Top-Jobs

bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Hahnair Logo

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung

Im Juni 2013 hatte Adam Scott bei der Paris Air Show einen großen Auftritt. Der Chef von Odyssey Airlines outete sich damals als Besteller von zehn Bombardier C-Series CS100. Und er erklärte der Öffentlichkeit, was er mit den Flugzeugen vorhatte.

Vom London City Airport aus wollte die Fluglinie mit den nur mit Business-Sitzen ausgestatteten Fliegern in Städte an der Ostküste Nordamerikas fliegen. «Wir richten uns an Reisende mit knappem Zeitbudget», so Scott damals. Und man werde schnell loslegen.  Doch zehn Jahre später hat Odyssey Airlines immer noch den Status eines Projektes.

Millionenverluste angehäuft

Kaum jemand glaubt daran, dass aus der Idee noch etwas wird. Dies gilt umso mehr, als dass im Mai 2023 Caspar Lorenz Fischer-Zernin verstarb. Der deutsche Investor war neben Scott Anteilseigner von Odyssey Airlines.

Und diese bräuchte dringend frisches Kapital. Inzwischen haben sich Verluste von mehr als 10,58 Millionen Pfund oder umgerechnet 12,33 Millionen Euro angehäuft, wie aus der Jahresrechnung 2022 hervorgeht. Das Eigenkapital des Unternehmens ist negativ.

Odyssey Airlines lebt noch immer

Zudem ist der Transatlantikmarkt umkämpfter denn je und die klassischen Airlines bieten zwischen London und New York mehr als 30 Flüge pro Tag an. Zwischen London und Toronto, Washington sowie Boston sind es sieben bis acht. Doch Scott denkt nicht ans Aufgeben.

«Odyssey ist immer noch sehr lebendig», sagt der Gründer und Geschäftsführer zu aeroTELEGRAPH. Die Verzögerungen bei der Einführung der C-Series, die drohende Insolvenz von Bombardier, der Brexit und die Pandemie seien herausfordernd gewesen. Doch das Projekt sei noch aktuell. Ende des Jahres werde man mehr zu Odyssey Airlines sagen können.

Weiterhin Airbus A220

Der Tod seines Investors sei ein Schock gewesen, gibt Scott zu. Er habe ihn zutiefst betrübt. Die Umsetzung des Projekts bremse er aber nicht. «Ich habe fantastische Beziehungen zu seiner Familie, die unsere Bemühungen weiterhin tatkräftig unterstützt», so Scott.

Und auch an der Flotte ändert Scott nichts. Die Bestellung - statt bei Bombardier jetzt bei Airbus – bestehe weiterhin. «Odyssey wird mit einer kompletten Reihe von A220 an den Start gehen», erklärt Scott.

Eine neue Schwestergesellschaft

In der Zwischenzeit kümmert sich Scott aber auch um ein anderes Projekt. Er ist auch Gründer und Geschäftsführer von Bermudair. Die Fluggesellschaft hat dieser Tage ihr Luftverkehrsbetreiberzeugnis (Englisch: AOC) erhalten. Mit zwei von Azorra geleasten Embraer E175 wird sie künftig Bermuda mit Städten an der Ostküste der USA verbinden.

Embraer E175 in den Farben von Bermudair: Nur Business-Sitze. Bild: Azorra

Auch bei Bermudair setzt Scott auf eine Kabine, die nur Business-Class-Sitze aufweisen wird. Und auch hier stehen der gleiche Investor beziehungsweise seine Erben hinter dem Projekt. «Die Bermudas sind ideal für den Nachweis, dass das Konzept funktioniert», erklärt Scott.

Langfristig zusammenführen

Bermudair will im Spätsommer starten. Die beiden Airlines seien zwar formal getrennte Unternehmen, erklärt Scott. Langfristig wolle man Odyssey aber gerne mit Bermudair zusammenführen.

Mehr zum Thema

Embraer E2 in London-City: Der Flughafen will länger göffnet sein.

London-City will am Wochenende länger geöffnet bleiben

Bombardier CS100 von Odyssey Airlines: Flüge nach Nordamerika.

Die Pläne von Odyssey Airlines

Boeing 747-400 F von Longtail Aviation: Der einzige Frachter in der Flotte der Airline.

Einzige Airline der Bermudas holt sich 747

Air Canada stockt Order für Airbus A220 um 15 Exemplare auf

Air Canada stockt Order für Airbus A220 um 15 Exemplare auf

Video

Airbus A350 F Erstflug in Toulouse: Der Frachter war vier Stunden in der Luft.
Vier Stunden, 220 Gigabyte Daten und ein Start ohne elektronische Schutzfunktionen: Der Airbus A350 F ist zum ersten Mal geflogen. Was die Crew testete und was den Frachter besonders macht.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
airbus a350 f erstflug 01
Am Dienstag ist der Airbus-A350-Frachter zum ersten Mal abgehoben. Ende 2027 will der Flugzeugbauer den ersten A350 F aus der Serienproduktion ausliefern. Zwei Kunden kommen für die Premiere infrage.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Timo Nowack
Timo Nowack
Ex-Swissair-Sprecher Urs Peter Naef: «»
Als die Nachricht vom Absturz vor Halifax eintraf, war das Krisenhandbuch der Swissair-Kommunikationsabteilung noch nicht fertig. Medienverantwortlicher Urs Peter Naef musste improvisieren - und zugleich die Angehörigen vor aufdringlichen Medien schützen. Seine wichtigste Lehre aus der Katastrophe: «Steh zu dem, was passiert ist, und zeig Flagge.»
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier