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Pläne aktualisiert

Airbus’ lebendigste Karteileiche heißt Odyssey Airlines

Vor zehn Jahren kündigte eine neue Fluglinie an, mit zehn Airbus A220 Flüge ab London-City zu starten. Doch Odyssey Airlines legte nie los. Jetzt wird das Projekt wieder aktuell.

Im Juni 2013 hatte Adam Scott bei der Paris Air Show einen großen Auftritt. Der Chef von Odyssey Airlines outete sich damals als Besteller von zehn Bombardier C-Series CS100. Und er erklärte der Öffentlichkeit, was er mit den Flugzeugen vorhatte.

Vom London City Airport aus wollte die Fluglinie mit den nur mit Business-Sitzen ausgestatteten Fliegern in Städte an der Ostküste Nordamerikas fliegen. «Wir richten uns an Reisende mit knappem Zeitbudget», so Scott damals. Und man werde schnell loslegen.  Doch zehn Jahre später hat Odyssey Airlines immer noch den Status eines Projektes.

Millionenverluste angehäuft

Kaum jemand glaubt daran, dass aus der Idee noch etwas wird. Dies gilt umso mehr, als dass im Mai 2023 Caspar Lorenz Fischer-Zernin verstarb. Der deutsche Investor war neben Scott Anteilseigner von Odyssey Airlines.

Und diese bräuchte dringend frisches Kapital. Inzwischen haben sich Verluste von mehr als 10,58 Millionen Pfund oder umgerechnet 12,33 Millionen Euro angehäuft, wie aus der Jahresrechnung 2022 hervorgeht. Das Eigenkapital des Unternehmens ist negativ.

Odyssey Airlines lebt noch immer

Zudem ist der Transatlantikmarkt umkämpfter denn je und die klassischen Airlines bieten zwischen London und New York mehr als 30 Flüge pro Tag an. Zwischen London und Toronto, Washington sowie Boston sind es sieben bis acht. Doch Scott denkt nicht ans Aufgeben.

«Odyssey ist immer noch sehr lebendig», sagt der Gründer und Geschäftsführer zu aeroTELEGRAPH. Die Verzögerungen bei der Einführung der C-Series, die drohende Insolvenz von Bombardier, der Brexit und die Pandemie seien herausfordernd gewesen. Doch das Projekt sei noch aktuell. Ende des Jahres werde man mehr zu Odyssey Airlines sagen können.

Weiterhin Airbus A220

Der Tod seines Investors sei ein Schock gewesen, gibt Scott zu. Er habe ihn zutiefst betrübt. Die Umsetzung des Projekts bremse er aber nicht. «Ich habe fantastische Beziehungen zu seiner Familie, die unsere Bemühungen weiterhin tatkräftig unterstützt», so Scott.

Und auch an der Flotte ändert Scott nichts. Die Bestellung – statt bei Bombardier jetzt bei Airbus – bestehe weiterhin. «Odyssey wird mit einer kompletten Reihe von A220 an den Start gehen», erklärt Scott.

Eine neue Schwestergesellschaft

In der Zwischenzeit kümmert sich Scott aber auch um ein anderes Projekt. Er ist auch Gründer und Geschäftsführer von Bermudair. Die Fluggesellschaft hat dieser Tage ihr Luftverkehrsbetreiberzeugnis (Englisch: AOC) erhalten. Mit zwei von Azorra geleasten Embraer E175 wird sie künftig Bermuda mit Städten an der Ostküste der USA verbinden.

Embraer E175 in den Farben von Bermudair: Nur Business-Sitze. Bild: Azorra

Auch bei Bermudair setzt Scott auf eine Kabine, die nur Business-Class-Sitze aufweisen wird. Und auch hier stehen der gleiche Investor beziehungsweise seine Erben hinter dem Projekt. «Die Bermudas sind ideal für den Nachweis, dass das Konzept funktioniert», erklärt Scott.

Langfristig zusammenführen

Bermudair will im Spätsommer starten. Die beiden Airlines seien zwar formal getrennte Unternehmen, erklärt Scott. Langfristig wolle man Odyssey aber gerne mit Bermudair zusammenführen.