Airbus A380 bei einem Demoflug in Farnborough: Mangelnde Nachfrage.

Illegale SubventionenAirbus gegen Boeing: Das WTO-Urteil

Die Welthandelsorganisation wirft der EU illegale Beihilfen für den europäischen Flugzeugbauer vor. Boeing droht schon mit Zöllen. Airbus sieht die Sache anders.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
HahnAir

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung
Etihad Job

First Officer A320

Abu Dhabi
Feste Anstellung
Etihad Airways
United Arab Emirates
Vollzeit
Top jobs

Im jahrelangen Streit über Airbus-Subventionen hat die Welthandelsorganisation WTO am Dienstag (15. Mai) ihre 267 Seiten starke Entscheidung veröffentlicht. Die Europäische Union habe demnach «illegale Subventionen für Airbus beibehalten», fasst die Nachrichtenagentur DPA zusammen.

Die USA könnten nach Angaben von Experten nun Gegenmaßnahmen ergreifen. «Die EU sei nicht der Forderung nachgekommen, alle entsprechenden Beihilfen einzustellen, befand die WTO», hält auch die Agentur Reuters fest. «Sie verwies dabei auf Unterstützung für den A380 und den A350.»

Boeing droht mit Zöllen

Ganz anders reagiert Airbus selber auf das Urteil des WTO-Schiedsgerichts. Das Berufungsgremium bestätige die Rechtmäßigkeit der Darlehenspartnerschaft zwischen Airbus und den europäischen Regierungen, teilt der europäische Flugzeugbauer mit. «Das WTO-Panel bestätigt ferner frühere Untersuchungsergebnisse, nach denen rückzahlbare EU-Darlehen für Entwicklungskosten (repayable launch investments – RLI) in der zivilen Luft- und Raumfahrt keine verbotene Subvention darstellen und nur wenige Anpassungen erforderlich sind, um vollständige Konformität zu erreichen», heißt es weiter. Die WTO habe inzwischen 94 Prozent der ursprünglichen Klagen von Boeing vollständig abgewiesen.

«Die WTO sieht die finanzielle Unterstützung für die Programme A320 und A330 bereits in vollem Einklang mit den Bestimmungen, im A380-Programm besteht lediglich geringfügiger Nachbesserungsbedarf», so Airbus. «Auch bei der A350-Förderung besteht nur geringer Handlungsbedarf.» Man habe die entsprechenden Anpassungen bereits auf den Weg gebracht. Laut Reuters kündigte auch die EU-Kommission an, die verbliebenen Airbus-Subventionen schnell in Einklang mit den WTO-Vorgaben zu bringen.

Entscheid zu Boeing steht aus

Konkurrent Boeing spricht von einer wegweisenden Entscheidung des WTO-Gremiums und kritisiert, dass die EU Airbus mehr als 22 Milliarden Dollar an illegalen Subventionen gewährt habe. Nun sei entschieden, «dass die EU ihre unlauteren Geschäftspraktiken beenden und den durch die illegalen Subventionen verursachten Schaden beseitigen muss», so Boeing. Das Urteil ebne dem Handelsbeauftragten der Vereinigten Staaten den Weg, um Zölle gegen europäische Einfuhren in die Vereinigten Staaten durchzusetzen. Diese dürften sich auf mehrere Milliarden pro Jahr belaufen, so Boeing.

Umgekehrt hat auch die EU bei der WTO gegen illegale US-Subventionen für Boeing geklagt. Die Entscheidung dazu dürfte in der zweiten Hälfte des Jahres fallen. Airbus kommentiert, «dass jegliche US-Sanktionen jetzt im Vergleich zu dem, was wir im Vorgehen gegen Boeing erwarten, gering ausfallen und außerdem kontraproduktiv und zeitlich unangebracht sein dürften». Der europäische Hersteller kritisiert außerdem: «Während Airbus die vollständige Umsetzung der WTO-Empfehlungen vorbereitet, verschlimmert Boeing seine Lage im Subventionsstreit durch die weitere Annahme vorschriftswidriger Steuervergünstigungen des US-Bundestaates Washington.»

Nur ein Punkt übrig?

Boeing argumentiert, von den ursprünglichen Vorwürfen gegen sich und die USA bleibe nur ein Punkt übrig, der eine staatliche Steuermaßnahme in Washington betreffe. Der amerikanische Flugzeugbauer zeigt sich zuversichtlich, dass die WTO in diesem Punkt zu seinen Gunsten entscheiden werde. Sollte dies nicht so geschehen, werde man jedoch alles tun, um mit den Handelsregeln in Einklang zu kommen, erklärt Boeing.

Mehr zum Thema

ticker-frankreich

Frankreich bestellt acht Airbus-Drohnen U050 Capa-X

Airbus A330 von Discover Airlines: Das Flugzeug ist der erste Airbus, der mit Aeroshark nachgerüstet wird.

Dieser Airbus wird gesharkt: In Dresden bekommt erstmals ein Airbus A330 die sparsame Haifischhaut

Der Airbus-A350-F-Prototyp mit der Seriennummer 700: Trägt einen Paketlook, der aus einem Designwettbewerb hervorgegangen ist.

Anonymer Kunde bestellt acht Airbus A350 F

Airbus A330 Neo: Zuletzt kaum ausgeliefert.

Airbus entdeckt Qualitätsproblem bei Produktion des A330 Neo

Video

Ilyushin Il-96: Das Flugzeug ist am 16. September in Köln gelandet.
Eine Ilyushin Il-96 der russischen Spezialflugstaffel ist heute in Köln/Bonn gelandet. Vermutet wird, dass die Maschine Mitarbeitende des russischen Konsulats in Bonn abholt. Die Landung im Video.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Herabfallende Deckenverkleidung: Die passagiere waren in Panik.
Kurz nach dem Start in Mashhad geriet eine Boeing 737 von Sepehran Airlines in Schwierigkeiten. Videos zeigen heftige Vibrationen, durch die sich große Teile der Deckenverkleidung lösten und in den Gang fielen. Die Crew erklärte eine Luftnotlage und kehrte zum Flughafen zurück.
Laura Frommberg
Laura Frommberg
Mann auf dem Vorfeld in Paris: Mitarbeitende des Airports konnten ihn stoppen.
Ein Mann ist am Flughafen Paris-Charles de Gaulle offenbar durch die Sicherheitsbarrieren gelangt und bis aufs Vorfeld vorgedrungen. Flughafenmitarbeiter verfolgten ihn mit einem Dienstfahrzeug und konnten ihn stoppen.
Laura Frommberg
Laura Frommberg