A320 Neo in den Farben von Qatar Airways: Die Airline weigerte sich bisher, den Jet in Empfang zu nehmen.

Probleme mit dem A320 NeoAirbus baut alten A320 zwei Jahre länger

Die Probleme mit dem A320 Neo sind offenbar immer noch nicht gelöst. Das zwingt Airbus, den Zeitplan anzupassen. Ein erster Kunde hat sich bereits von einer Bestellung zurückgezogen.

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Probleme mit dem Airbus A320 Neo zwingen den europäischen Flugzeugbauer, seine Produktionspläne anzupassen. Man werde das aktuelle Modell A320 CEO (Current Engine Option) noch mindestens bis 2019 weiter bauen – zwei Jahre länger als geplant, kündigt Airbus-Chef Fabrice Brégier laut der Nachrichtenagentur Bloomberg an.

Airlines, die den A320 Neo bestellt haben und ihn im nächsten Jahr in Empfang nehmen sollten, erhalten ein Angebot, die Order auf das günstigere, aktuelle Modell zu ändern. Wegen Problemen mit der Kühlung der Triebwerke des Herstellers Pratt & Whitney, die dazu führen, dass die versprochene Leistung des Fliegers nicht erreicht wird, ist Airbus mit der Auslieferung der A320 Neo im Verzug.

Qatar annulliert bereits

Qatar Airways hätte eigentlich der Erstkunde für den A320 Neo sein sollen, weigerte sich aber wegen der Probleme, den ersten Jet anzunehmen. Wie Brégier laut Bloomberg ankündigt, plant Airbus, dennoch noch in diesem Jahr 10 A320 Neo an Qatar Airways auszuliefern. Besänftigt ist Vorstandsvorsitzender Akbar Al Baker deshalb aber ganz offensichtlich nicht.

Die Beziehung mit Airbus sei derzeit wegen der Probleme «angespannt», so der Qatar-Chef zum Wall Street Journal. Fünf A320 Neo sollten schon für Qatar fliegen, aber noch hat die Airline keinen erhalten. «Das wirkt sich ziemlich auf unsere Ergebnisse aus.» Daher habe man eine Maschine aus der Bestellung von 50 Maschinen des Typs A320 Neo wieder annulliert. Sollten sich die Probleme nicht lösen, sei es möglich, dass man die Bestellung weiter reduziere, so der Manager weiter.

Boeing 737 Max als Alternative?

Wirklich zuversichtlich, dass man die Probleme lösen kann, ist Al Baker aber nicht. Noch habe man keine «wirklich wirklich verbindliche» Antwort erhalten. Eine Alternative zu den Problem-A320 sei, Modelle mit Triebwerken von CFM statt von Pratt & Whitney zu kaufen. Letztere waren einfach früher verfügbar gewesen.

Die für Airbus wohl ungemütlichste Lösung: Al Baker denkt gegenüber dem Wall Street Journal auch laut darüber nach, zu Boeing zu wechseln. Man könne die aktuelle Version der 737 bestellen und dann auf die modernere 737 Max umsteigen, den direkten Konkurrenten des A320 Neo. Eigentlich hatte Pratt & Whitney kürzlich gemeldet, die Probleme seien gelöst.

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