Wer diesen Riesenjumbo zu seiner fliegenden Villa machen will, muss stolze 500 Millionen Euro hinblättern.

A380-Risse: Mehr Details, mehr Kritik

Airbus muss die gesamte Superjumbo-Flotte überprüfen. Auch die Leasingfirma mit den meisten A380 meldet sich nun zu Wort.

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Insgesamt 68 Airbus A380 werden momentan von sieben Fluggesellschaften genutzt. Und alle davon muss der europäische Flugzeugbauer nun überprüfen, nachdem an mehreren Fliegern kleine Risse an den Tragflächen gefunden wurden. Zunächst hatte die Europäische Behörde für Luftfahrtsicherheit Easa nur die Untersuchung von zwanzig der Superjumbos angeordnet. Die Leasingfirma Doric Asset Finance hat selbst 12 A380 in ihrem Portfolio und verfasste nun eine Einschätzung zu dem Thema. Sie kommt darin zu interessanten Schlüssen.

Man habe die Entwicklungen in der Angelegenheit sehr genau verfolgt, schreibt die Firma in einer Mitteilung. Man gehe davon aus, dass die Luftfahrtbehörde noch weitere Anordnungen treffen werde. So könne es etwa gut sein, dass die Zeiträume zwischen den Inspektionen der Flieger sich verkürzen. Mit dem Krisenmanagement von Airbus ist man nicht besonders zufrieden: «Boeing hat solche Probleme weit besser im Griff» so Doric-Geschäftsführer Mark Lapidus gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Der europäische Flugzeugbauer verhalte sich viel zu zurückhaltend und sollte von sich aus mehr Informationen preisgeben.

Kein Imageschaden

Trotzdem: Am Image des Superjumbos dürfte sich laut Einschätzung des Unternehmens nichts ändern. Zwar habe die Anordnung der Luftfahrtbehörde eine sehr große Aufmerksamkeit durch die Medien erhalten, doch gleichzeitig müsse man sich vor Augen halten, dass in jedem Jahr Hunderte solcher «Lufttüchtigkeitsanweisungen» für kommerzielle Flieger ausgestellt würden. Das sei einer der Gründe, warum die zivile Luftfahrt so sicher sei. Der A380 sei und bleibe ein sehr populärer Flieger.

Die Lufttüchtigkeitsanweisung der Easa weist auf zwei verschiedene Arten von Haarrissen hin, beide befinden sich an den Rippenfüßen. Diese sorgen für die Stabilisierung der Flügelform. Typ 1 bezeichnet Risse an Bohrungen der Rippenfüße, Typ 2 horizontale Risse über dem senkrecht zur Tragflächenaußenhaut stehenden Teil des Rippenfußes. Eine Ursache für die Risse des ersten Typs hat Airbus schon gefunden: Die hohe Spannung, der die Aluminiumlegierung bei der Montage ausgesetzt ist. Für den zweiten Typen wartet man noch auf ein Ergebnis. Für die Typ 1-Risse arbeitet Airbus an einer Reparaturlösung - man wolle die nötigen Teile zur Reparatur im Rahmen der Garantie zur Verfügung stellen. «Doric erwartet, dass Airbus eine ähnliche Lösung für die Risse vom Typ 2 erarbeiten wird», heißt es bei der Firma.

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