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A300

Wo der Ur-Airbus heute noch fliegt

Mit dem A300 hob 1972 der allererste Airbus ab. Doch das Urgestein ist noch längst nicht Geschichte, sondern noch immer im Einsatz - als Passagierjet vor allem in einem Land.

Frankreich und Deutschland waren sich vor genau 50 Jahren einig: Die amerikanische Vormachtstellung im Flugzeugbau soll fallen. Dafür musste ein neues Flugzeug her. Als europäische Antwort auf Boeing, Douglas und Lockheed entwickelte Airbus mit dem Airbus A300 einen Jet, den es so vorher noch nicht gab. Der A300 war der erste Mittel- und Langstreckenflieger, der einen großen Rumpf mit nur zwei Triebwerken kombinierte.

Das machte das Flugzeug kleiner und leichter als die Konkurrenzmodelle aus den Vereinigten Staaten und somit auch günstiger im Betrieb. Anfangs zögerten die Airlines mit dem Kauf des neuen Fliegers aus Europa, doch ausgerechnet eine Bestellung der amerikanischen Easter Airlines verhalf dem A300 zum Durchbruch.

Nach Startproblemen zum Verkaufsschlager

Auf dem Markt war das Flugzeug dann gefragt. Insgesamt 561 Exemplare rollten bei Airbus aus den Werkshallen. Dies ermutigte den Flugzeugbauer dazu, mit dem Airbus A310 eine verkürzte Variante des Fliegers mit mehr Reichweite zu entwickeln. Mit 255 Exemplaren blieb die Neuauflage des A300 jedoch hinter den Erwartungen zurück.

Mit dem vierstrahligen A340 und dem wenig später folgenden Zweistrahler A330 brachte Airbus in den 1990-Jahren ihre nächste Generation von Großraumfliegern heraus. Auf dem Mittelstrecken-Markt machte währenddessen der schmalere A320 dem Ur-Airbus den Platz streitig und wurde bei Airbus zum heutigen Brot- und Butterflugzeug.

Standbein für den Iran

Ganz verschwunden ist der A300 aber heute noch immer nicht. Das Flugzeug hat sich besonders als Frachter einen Namen gemacht und wurde in der Cargo-Variante sogar noch bis 2007 produziert. Und auch als Passagierflieger ist der erste Airbus-Flieger noch heute anzutreffen – wenn auch nur selten.

Besonders im Iran wird der A300 im Passagierdienst noch heute eingesetzt. Wegen eines Exportverbots kommen Fluglinien in dem Land nur unter großen Umständen an neue Flugzeuge. Auf unfreiwillige Weise hat sich der Iran bei den Passagierflugzeugen so zur regelrechten A300-Hochburg entwickelt.

Nur noch 21 Passagierflieger

Die staatliche Fluglinie Iran Air setzt noch acht Exemplare des A300 als Passagierflieger ein, Mahan Air sieben. Auch Qeshm Air betreibt noch drei Flieger des Typen, um Fluggäste zu befördern. Daneben besitzt Meraj Air noch einen A300 für Passagierflüge. Außerhalb des Irans hat die türkische Onur Air noch zwei A300 in der Flotte. Nicht alle davon fliegen allerdings noch.

Unter den Frachtern ist der altgediente Typ aber noch weltweit anzutreffen. Mit Fedex (68 Stück) und UPS (52 Stück) befinden sich die beiden größten Betreiber des A300 derzeit in den Vereinigten Staaten. In Europa fliegt EAT Leipzig den Typen im Auftrag von DHL mit 21 Exemplaren am häufigsten. Aber auch auf allen anderen Kontinenten wird die Frachter-Version noch eingesetzt. Besonders kleinere Frachtlinien betreiben den A300 in geringer Stückzahl.

Nicht nur in der Produktpalette wichtig für Airbus

In sehr prominenter Rolle betreibt auch Airbus selbst fünf Airbus A300, welche heute noch eine wichtige Aufgabe erledigen. Damit die A300-600ST Flügel, Rümpfe und andere große Flugzeugteile zwischen den europäischen Werken hin- und herfliegen können, versah Airbus die Flieger mit riesigen Frachträumen. In Anlehnung an das Erscheinungsbild bekam die Version aufgrund ihrer bulligen und großen Form den Beinamen Beluga.

Mit dem Beluga XL erprobt Airbus derzeit einen größeren Nachfolger auf Basis des A330. Ob beim Flugzeugbauer dann auch die Zeiten der aktiven A300 selber gezählt sind, ist aber noch unklar. So prüft Airbus neben dem Verkauf der Supertransporter, ob sie ihre Belugas nicht selber weiter betreiben und vermieten soll.



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