Jets von Air Canada: Bald im Joint Venture mit Asiaten?

Air Canada: Billig nach Asien

Die kanadische Fluglinie will dringend eine Billigtochter gründen. Und hat mit dieser nun einen neuen Markt im Visier.

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Erst war Europa angedacht. Air Canada wollte mit ihrer neuen Billigtochter preiswerte Langstreckenflüge nach Übersee anbieten. Doch der Alte Kontinent ist nun keine Priorität mehr für die Fluggesellschaft. Die schwelende Schuldenkrise macht den Markt für sie unattraktiver. Die Strategie für die Discount-Airline, die schon 2013 abheben soll, änderte sich. Statt auf die Krisenregion Europa will Air Canada jetzt auf die boomenden Länder Asiens setzen - und die eigene Basis an der Westküse anfeuern. «Vancouver war für internationale Strecken schon lange ein schwacher Markt für Air Canada», so ein Insider aus der Branche gegenüber der Zeitung The Globe and Mail. «Sie versuchen daher, herauszufinden, wie man ihn zum Laufen bringt».

Funktionieren soll das nun mit dem Fokus auf Asien. So soll der Flughafen im Westen des Landes als neue Basis für Flüge nach und von China, Japan, Südkorea und andere asiatische Länder dienen. Wie die Zeitung weiter berichtet, sucht Air Canada für diese Pläne schon nach potenziellen Partnern im Fernen Osten. Sie will beim Vorhaben einen erfahrenen Anbieter an der Seite zu haben. Cathay Pacific, Japan Airlines, Korean Air und die taiwanesische Eva Airways fliegen bereits jetzt nach Vancouver. Am liebsten hätte man allerdings offenbar einen chinesischen Partner. Aber auch ein Joint Venture mit Virgin Atlantic könnte laut Brancheninsidern möglich sein. Die Airline mit Basis in Großbritannien gehört zu 51 Prozent Multimilliardär Richard Branson und zu 49 Prozent Singapore Airlines.

Verschiedene Modelle im Blick

Einen offiziellen Kommentar von Air Canada gibt es noch nicht. Nur so viel erklärte Geschäftsführer Calin Rovinescu kürzlich bei einem Treffen der Star-Alliance-Mitglieder: «Wir haben verschiedene Low-Cost-Modelle im Auge und prüfen diese.» Eigentlich gebe es nur drei, die funktionieren. Ein Vorbild könnte das Modell der australischen Qantas sein. Mit dem Billiganbieter Jetstar fliegt sie eine Reihe von Zielen in Asien an und arbeitet damit mit verschiedenen lokalen Anbietern zusammen. Die neusten Expansionspläne der Australier zielen auf einen Anbieter, der von Hong Kong aus China, Japan und Südkorea bedient. Er soll aus einem Joint Venture mit China Eastern Airlines entstehen.

Doch bevor Air Canadas Billigflugpläne wahr werden können, braucht die Fluglinie die Unterstützung ihrer Pilotengewerkschaft. Diese hat ein Vetorecht und lehnte bereits verschiedene Strategien ab. Denn die Löhne der Flugbegleiter und auch der Piloten wären geringer als bei der Muttergesellschaft. Außerdem hatten sie bisher Sorgen, dass ein solches Modell für Flüge nach Europa nicht profitabel sein könnte. Mit der neuen Strategie könnte Air Canada vielleicht einen größeren Anteil der Angestellten auf ihre Seite bekommen.

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