Bergung des Leitwerks im Juni 2009: Geheime Dialoge.

AF447: Piloten klagen

In einem Buch wurden die letzten Worte der Piloten des Unglücksfluges veröffentlicht. Das wollen die Arbeitnehmervertreter nicht tolerieren.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
HahnAir

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung
Etihad Job

First Officer A320

Abu Dhabi
Feste Anstellung
Etihad Airways
United Arab Emirates
Vollzeit
Top jobs

«Die kommerzielle Ausbeutung persönlicher Diskussionen und der letzten Momente unser Kollegen ist inakzeptabel und untragbar» schreibt die Gewerkschaft der Air-France-Piloten (Syndicat national des pilotes de lignes d'Air France - SNPL) in einer Medienmitteilung. Die Verantwortlichen für diese Tat, die internationalem Recht widerspreche, müssten identifiziert und vor Gericht gebracht werden, so die Arbeitnehmervertreter weiter. Autor Jean-Pierre Otelli, ehemaliger Pilot und Aviatikexperte, brachte vergangene Woche ein Buch in die Läden, das in weiten Teilen den Flugkapitänen die Schuld am Absturz zuschiebt. Darin veröffentlichte er auch den nun kritisierten Dialog.

Die Gespräche der Piloten wurden bislang nur in Auszügen veröffentlicht - aus Schutz der verstorbenen Piloten und ihrer Angehörigen. Doch Otellis Auszüge sind inzwischen bereits um die Welt gegangen - und zeigen eine verzweifelte Crew, innerhalb der es eventuell gar unterschiedliche Einschätzungen über das Geschehen gegeben haben könnte.

Flugkapitän greift kaum ein

Otellis Aufzeichnungen zeigen, dass die Kopiloten verzweifelt sind, als der Pilot ins Cockpit zurückkehrt. Er hatte sich zuvor zu Nachtruhe zurückgezogen. «Wir verstehen gar nichts. Wir haben alles versucht», sagt der linke Pilot zu ihm. Eine Antwort bekommt er nicht - auch in den folgenden dreieinhalb Minuten bleibt der Pilot erstaunlicherweise hinten im Cockpit sitzen und übernimmt nie das Kommando. Es sprechen und agieren vor allem die Kopiloten, die gerade die Steuerung innehaben.

Linker Kopilot: «Steig wieder auf... steig…. steig… STEIG!!!».

Rechter Kopilot: «Aber ich sinke schon eine ganze Weile mit voller Kraft».

Pilot: «Nein, nein, mein! Steig nicht! Nein, nein!»

Rechter Kopilot: «Dann geh runter»

Linker Kopilot: «Verdammt. Wir stürzen ab. Das darf nicht wahr sein!»

Rechter Kopilot: «Aber was passiert denn da?»

Dann stoppt die Aufnahme. Der Autor des Buches folgert in der Zeitung Le Figaro: «Es ist wahrscheinlich, dass der eine Kopilot kapiert hatte, was vor sich ging, der andere nicht». Das Blatt wirft auch erneut die Frage auf, wie gut der Ausbildungstand der Crew angesichts dieser großen Differenzen im Cockpit wirklich war.

Mehr zum Thema

ticker-airbus-konzern-

Urteil zu Flug AF447: Airbus legt Berufung ein

Tragisches Unglück: Der Absturz von Flug AF447 im Jahr 2009.

Absturz von Flug AF447: Air France und Airbus schuldig gesprochen

ticker-air-france

Frankreichs Staatsanwaltschaft fordert Verurteilung von Air France und Airbus wegen Absturz von AF447

Ein Bild, das inzwischen zum Symbol für Unglücksflug AF 447 wurde: Leitwerk des abgestürzten Airbus A330 im Atlantik.

Airbus verteidigt sich vor Gericht gegen Vorwürfe im Fall AF447

Video

Der neue Honda Jet: Die Maschine heißt ab sofort Echelon.
Der japanische Businessjet-Hersteller vermeldet Fortschritte beim Bau der ersten Echelon-Maschine, muss aber gleichzeitig eine deutliche Verzögerung einräumen. Erstflug und Zulassung verschieben sich um bis zu drei Jahre.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Airbus A320 Neo wird bei Tarmac Aerosave zerlegt: Das Unternehmen erweitert seine Zerlegungskapazitäten.
Eigentlich könnten sie noch Jahrzehnte fliegen. Trotzdem werden derzeit auffällig viele junge Airbus A220, A320 Neo und Boeing 737 Max zerlegt. Warum?
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Ilyushin Il-96: Das Flugzeug ist am 16. September in Köln gelandet.
Eine Ilyushin Il-96 der russischen Spezialflugstaffel ist heute in Köln/Bonn gelandet. Vermutet wird, dass die Maschine Mitarbeitende des russischen Konsulats in Bonn abholt. Die Landung im Video.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies