Neuer Entwurf der Aerion AS2: Neue Flügel sollen das Flugzeug effizienter machen.

Neues Design für die AS2Aerion verpasst seinem Überschalljet neue Flügel

Die Entwicklung des Überschall-Geschäftsfliegers schreitet voran. Aerion nahm grundlegende Änderungen am Design vor. Mit der AS2 umgarnt das Startup derweil auch auf das US-Militär.

Top-Jobs

IFFD Flugdienste

Piloten/ First Officer (m/w/d)

IFFD GmbH
Graz/Klagenfurt
Feste Anstellung
NCC-Betrieb
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

Flight Operations Officer in Vienna (Austria)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

First Officer Embraer 550 / Legacy 500 (m/f)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

Compliance Monitoring Manager – Flight Operations

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs

Dass der Weg von einer Computergrafik zum ersten Überschallgeschäftsflieger schon ein ganzes Stück gegangen ist, zeigte sich im vergangenen Winter. Für den Bau des mittleren Rumpfes der AS2 gewann das US-Startup Aerion mit Aernnova aus Spanien einen weiteren gestandenen Luftfahrtzulieferer als Partner. Auch GE Aviation, GKN Aerospace und Boeing sind an dem Projekt beteiligt.

Doch auch wenn es voran geht – Aerion ändert noch einmal einiges am neuen Jet. Auf der Webseite zeigt Aerion Bilder des Jets, die sich deutlich vom bisherigen Entwurf des Überschallfliegers unterscheiden. So ist die AS2 jetzt etwa mit grundlegend neuen Tragflächen konzipiert.

Komplizierte Strömung wird noch komplizierter

Damit wollen die Entwickler die Aerodynamik der Flügel nicht nur für den Reiseflug im Überschall optimieren, berichtet das Portal Aviation Week. Über Land darf die AS2 nicht schneller als der Schall fliegen. Daher soll der Jet mit den neuen Flügeln auch im hohen Unterschallbereich effizient reisen können, um gegenüber herkömmlichen Passagier- und Geschäftsflugzeugen einen Zeitvorteil zu haben.

Die Flügel für Geschwindigkeiten im Über- sowie Unterschall effizient auszulegen, ist sehr kompliziert. Überhalb der Schallmauer gelten in Sachen Aerodynamik komplett neue Spielregeln - bereits die Auslegung des Flügelprofils für einen Geschwindigkeitsbereich erfordert komplizierte Berechnungen und Simulationen. Aerions Entwickler hoffen, das Problem durch ein Flügeldesign zu lösen, das auf «passive Überschall-Naturlaminarströmung» setzt.

Änderungen auch an Leitwerk und Triebwerksgehäusen

Die Tragfläche ist dabei so geformt und gewölbt, dass überströmende Luft erst zu einem späteren Zeitpunkt verwirbelt wird. Dadurch erzeugt sie weniger Luftwiderstand. Geschwindigkeiten bis etwa Mach 1,6 werden damit möglich. Im Gegensatz zum vorherigen, dünneren Flügeldesign erzeugt diese Auslegung laut den Entwicklern aber auch im Unterschallbereich weniger Luftwiderstand.

Bei geringen Geschwindigkeiten optimiert ein Klappensystem die Umströmung der Tragflächen. Wie das genau aussieht, ist bislang nicht bekannt. Ebenfalls neu sind die Verkleidungen des Triebwerks und des Leitwerks mit Seiten- und Höhenruder am Heck. Insgesamt werden diese schmaler, was den Luftwiderstand weiter reduziert.

Erstflug mittlerweile für 2024 angesetzt

Für die AS2 sind Reisegeschwindigkeiten von bis zu Mach 1,4 vorgesehen - also 140 Prozent der Schallgeschwindigkeit. Wo mit Mach 1 die Schallmauer liegt, hängt von Flughöhe, Temperatur und Luftdruck  ab - ganz grob lässt sich jedoch sagen, dass in typischen Reiseflughöhen von 10 Kilometer mit etwa -50° Grad Celsius Außentemperatur Mach 1,4 etwa bei 1500 Kilometer pro Stunde liegt.

Im Unterschallbereich ist hingegen eine Reisegeschwindigkeit von Mach 0.96 vorgesehen. Zum Vergleich: Gewöhnliche Passagierflugzeuge reisen mit etwa Mach 0.8. Insgesamt soll der Jet mit bis zu zwölf Passagieren ungefähr 9200 Kilometer weit fliegen. Vorletztes Jahr plante Aerion, mit der AS2 bereits 2023 erstmals den Atlantik zu überqueren - mittlerweile plant sie den Erstflug für 2024 sowie die erste Auslieferung für 2026.

Auch für Spionageflüge und Laserwaffen vorgesehen

Zielkunden der AS2 sind nicht nur Geschäftsleute mit eng gestricktem Zeitplan oder wohlhabende Flugreisende mit wenig Geduld. Aerion vermarktet das Überschallflugzeug gegenüber dem US-Militär aktuell auch als Plattform für Überwachungs- und Abhörflüge in großer Höhe.

Aerions neues Konzept schlägt die AS2 auch als Testplattform für Hochenergie-Laserwaffen an. Die amerikanische Luftwaffe erforschte mit der Boeing YAL- 1 bereits eine modifizierte Boeing 747 als Plattform für einen Hochenergie-Laser, der ballistische Raketen abfangen sollte. Wegen gestiegener Kosten wurde das Projekt 2012 wieder eingestampft.

Sehen Sie in der oben stehenden Bildergalerie Computerskizzen des neuen Entwurfs der Aerion AS2.

Mehr zum Thema

Amerikas Concorde-Konkurrenten, die nie abhoben

Amerikas Concorde-Konkurrenten, die nie abhoben

Vorgesehener Korridor im US-Bundesstaat Washington: Ziel sind zivile Überschalltestflüge.

In den USA soll ein Überschall-Korridor entstehen

Überschalljet Boom hat schon drei Jahre Verspätung

Überschalljet Boom hat schon drei Jahre Verspätung

Anflug: Heute landen wir auf einem Inselflughafen.

Wie gut kennen Sie sich mit Inselflughäfen aus?

Video

wizz air airbus a321 neo madeira
Es kommt zwar immer wieder vor, dass Flugzeuge aufgrund starker Winde nicht direkt auf Madeira landen können. Die Passagiere eines Wizz-Air-Fluges aus Wien erlebten nun aber eine besondere Warteschleifen-Odyssee.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
airbus a321 lr etihad airways dus
Der Krieg im Nahen Osten sorgt für massive Einschränkungen im Luftverkehr. Auch in Deutschland, der Schweiz und Österreich sitzen daher Flugzeuge von Golfairlines fest. Welche Jets von Emirates, Qatar Airways und Co. an welchen Flughäfen stehen.
Timo Nowack
Timo Nowack
Alarm für Einwohnerinnen und Einwohner: Flughafen Dubai International.
Nach iranischen Angriffen haben die Vereinigten Arabischen Emirate ihren Luftraum teilweise geschlossen und den Flugverkehr gestoppt. Auch der Flughafen Dubai, an dem rund 20.00 Reisende festsitzen, wurde getroffen. Am Airport Abu Dhabi kam sogar ein Mensch ums Leben.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
Timo Nowack
Timo Nowack