Jet von Adria Airways: Wie ist es wirklich um die Fluglinie bestellt?

Viele annullierte FlügeAdria Airways in Schwierigkeiten

Die slowenische Nationalairline muss zahlreiche Flüge streichen. Das nährt Gerüchte über finanzielle Probleme. Sogar Minister äußern sich - wenig schmeichelhaft.

Top-Jobs

bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Hahnair Logo

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung

Wenn ein Regierungschef sich öffentlich besorgt über die Zukunft einer Airline äußert, ist das kein gutes Zeichen. Genau das tat der slowenische Premier Marjan Šarec am 1. Mai. Er frage sich, wie lange Adria Airways noch fliegen werde, so Šarec. Zudem kritisierte er die Vorgängerregierung für den Verkauf der staatlichen Fluglinie an die deutsche Investmentgesellschaft 4K Invest.

In der Folge kam es zu einem Treffen der Adria-Airways-Führung mit dem Regierungschef. Beim Gespräch habe man die aktuelle Geschäftslage und die Zukunftspläne präsentiert, so die Airline. Um mögliche Staatshilfen soll es nicht gegangen sein, erklärt sie weiter. Allerdings dürfte Slowenien die Fluglinie bis 2021 auch nicht finanziell unterstützen, da ein EU-Land einer Airline nur einmal in zehn Jahren helfen darf.

Ministerin denkt über Alternativen nach

Die Negativschlagzeilen waren damit aber nicht gestoppt. Mitte Juni wandte sich eine Pilotengewerkschaft an den Ministerpräsidenten. Sie warf dem Adria-Airways-Management unter anderem verspätete Lohnzahlungen und eine schlechte Betriebsplanung vor. Adria Airways kündigte zuletzt zahlreiche Flugstreichungen und -verspätungen an.

Infrastrukturministerin Alenka Bratušek erklärte darum, man denke über Anreize für andere Fluglinien nach, sollte Adria Airways nicht mehr in der Lage sein, Ljubljana mit anderen europäischen Hauptstädten zu verbinden. Laut dem Nachrichtenportal Siol soll auch Fraport Slovenia als Betreiberin des Flughafens der Hauptstadt einen Notfallplan haben, falls Adria Airways tatsächlich ein Grounding erleben sollte. Das Portal berichtet zudem, dass Gespräche zwischen der Fluglinie und dem Technikdienstleister Adria Tehnika gescheitert seien. Dabei soll es um die Verlängerung eines Vertrages gegangen sein, der im August auslaufe.

Finanziell stabil?

Eine Anfrage von aeroTELEGRAPH zu den Wirren ließ Adria Airways bis zum Erscheinen dieses Artikels unbeantwortet. Die Airline, deren Besitzverhältnisse um die deutsche Investmentgesellschaft 4K Invest und die Firma STBE nicht leicht zu durchschauen sind, war bereits wiederholt auf den Prüfstand der slowenischen Behörden geraten. 

Adria-Airways-Chef Holger Kowarsch hatte Anfang des Jahres allerdings erklärt, die Fluglinie sei nach einer Rekapitalisierung mit 4 Millionen Euro Ende 2018 finanziell stabil. «Während wir im vergangenen Winter noch einige Liquiditätsprobleme hatten, sind die Aussichten für die Sommersaison gut», erklärt der Firmenchef. Ziel sei es, 2019 schwarze Zahlen zu schreiben, so Kowarsch.

Mehr zum Thema

Adria Airways führt Doppelspitze ein

Adria Airways führt Doppelspitze ein

CRJ900 von Adria Airways: Im Sommer für AUA unterwegs.

Adria Airways erneut unter Lupe der Behörden

Airbus A319 von Adria Airways: Turbulente Zeiten.

Adria Airways mit neuem Besitzer

Emirates und Dubai: Zwei Schwergewichte der Luftfahrt, die zuletzt Passagiereinbrüche verzeichneten.

Wer zählt am meisten Passagiere?

Video

Ex-Swissair-Sprecher Urs Peter Naef: «»
Als die Nachricht vom Absturz vor Halifax eintraf, war das Krisenhandbuch der Swissair-Kommunikationsabteilung noch nicht fertig. Medienverantwortlicher Urs Peter Naef musste improvisieren - und zugleich die Angehörigen vor aufdringlichen Medien schützen. Seine wichtigste Lehre aus der Katastrophe: «Steh zu dem, was passiert ist, und zeig Flagge.»
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier
Kälin
Mit der Rückkehr der Angehörigen aus Kanada war die Arbeit für die Swissair längst nicht beendet. Persönliche Gegenstände mussten zurückgegeben, Gedenkveranstaltungen organisiert und Familien weiter begleitet werden. Der Ehemalige Finanzchef Walter Kälin blickt auf die Herausforderungen zurück – und erklärt, wie die Erfahrungen von damals die heutige Krisenbetreuung prägen
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier
Ex-Swissair-Personalchef Matthias Mölleney zum Unglück von Flug SR1111: «...»
Als Flug SR111 von Swissair vor Halifax abstürzte, war Matthias Mölleney erst seit 95 Tagen Personalchef der Airline. Plötzlich musste er die Angehörigen und Mitarbeitenden betreuen und zugleich den Flugbetrieb aufrechterhalten. Fast drei Jahrzehnte später erinnert er sich an die schwersten Tage seiner Karriere – und an die Lehren für das spätere Grounding.
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier