Faust nach oben gereckt: VC und Ufo drohen Discover mit Arbeitskampf.

Cockpit und KabineAb sofort drohen bei Discover Streiks

Die Tarifeinigung mit Verdi verschafft der Lufthansa-Tochter keine Ruhe - im Gegenteil. Die Mitglieder von Vereinigung Cockpit und Ufo stimmen mehrheitlich für Streiks bei Discover Airlines.

Top-Jobs

Goldeck Logo

Inflight Service Personnel (M/F/D)

Feste Anstellung
Business Aviation
Goldeck-Flug GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Wien/LOWW/VIE
Pilatus Logo

Mechaniker & Spengler

Flugzeughersteller
Pilatus Flugzeugwerke AG
Schweiz
Vollzeit
Top jobs
Feste Anstellung
Weeze

Verkehrsleiter vom Dienst (w/m/x)

Flughafen Niederrhein GmbH
Weeze
Feste Anstellung
Deutschland
Vollzeit
Top jobs
DERTOUR Logo

Virtuelle Reisebetreuung (m/w/d)

Reiseveranstalter
DERTOUR Destination Services AG
Home Office
Vollzeit
Top jobs

Eigentlich möchte Discover Airlines gerade Fahrt aufnehmen. Am Montag (19. August) kündigte Lufthansas Ferienflugtochter an, im kommenden Sommer ihr Angebot in Frankfurt und München auszubauen. Am Mittwoch gab sie dann bekannt, ihre Flotte um sechs Flugzeuge zu erweitern und eine neue Kabine für die Langstrecke zu entwickeln.

Doch bei beiden Ankündigungen muss Discover klar gewesen sein: Es droht ihr ein Bremsklotz vor die Räder zu fliegen. Beziehungsweise sogar zwei. Denn seit vergangenem Donnerstag (15. August) ließen die Gewerkschaften Vereinigung Cockpit und Ufo ihre Mitglieder zeitgleich über mögliche Streiks abstimmen.

81 Prozent und fast 92 Prozent stimmen mit Ja

Nun sind die Ergebnisse da. «Bei der heute zu Ende gegangenen Urabstimmung haben sich die Pilotinnen und Piloten bei Discover klar dafür ausgesprochen, den aktuellen Weg einer Tarifierung durch die Vereinigung Cockpit weiterzuverfolgen und notfalls mit Arbeitskampfmaßnahmen durchzusetzen», so die Gewerkschaft am Mittwoch (21. August).

«Bei einer Wahlbeteiligung von 90 Prozent stimmten 81 Prozent mit Ja», so die Vereinigung Cockpit. Für die Kabine teilte die Unabhängige Flugbegleiter Organisation Ufo mit: «Mit 91,8 Prozent votierten die aufgerufenen Mitglieder in großer Mehrheit für Streiks.»

«Gewerkschaft aus dem Nichts mächtig zu machen»

Hintergrund des Konfliktes sind die Tarifverträge für Cockpit und Kabine, auf die sich Discover mit der Gewerkschaft Verdi geeinigt hatte. Vereinigung Cockpit und Ufo werfen dem Management vor, sich den bequemeren Tarifpartner ausgesucht zu haben - obwohl dieser viel weniger Mitarbeitende vertritt. «Die Mitglieder der Vereinigung Cockpit haben mit deutlicher Mehrheit entschieden, dass sie es nicht hinnehmen werden, dass die Arbeitgeberseite über ihre Köpfe hinweg Tarifverträge mit einer ihr genehmen Gewerkschaft abschließt», sagt nun Marcel Gröls, Vorsitzender Tarifpolitik der Vereinigung Cockpit.

Ufo hatte zuvor bereits kritisiert, dass in der Verdi-Einigung besondere Vorteile für Mitglieder enthält, besonders einen längeren Kündigungsschutz. «Eine Zwei-Klassen-Kabine ist für uns grundsätzlich inakzeptabel», sagt jetzt Harry Jaeger, Leiter der Tarifpolitik bei Ufo. «Der Versuch des Arbeitgebers, durch Geschenke eine Gewerkschaft aus dem Nichts mächtig zu machen, stellt alles auf den Kopf, was in über 150 Jahren Gewerkschaftsgeschichte schlicht selbstverständlich war: Für die Mächtigkeit einer Gewerkschaft ist die Gewerkschaft zuständig, nicht der Arbeitgeber.»

«Unbefristete Arbeitskampfmaßnahmen ab sofort möglich»

Verdi hatte vergangene Woche entgegengehalten, man vertrete «seit Jahren erfolgreich fliegendes Personal in und außerhalb des Lufthansa-Konzerns» und erlebe bei Discover eine Eintrittswelle. Vereinigung Cockpit und Ufo gehe es aktuell weniger um Arbeitnehmer-Interessen als viel mehr darum, «Macht und Bedeutung im Konzern abzusichern».

Vereinigung Cockpit und Ufo erklären nach den Abstimmungen: «Auch wenn die Urabstimmungen getrennt für Kabine und Cockpit liefen und jede Gewerkschaft unabhängig für ihr Forderungspaket zu Arbeitskämpfen aufruft, sollte sich der Arbeitgeber im Klaren sein, dass Ufo und Vereinigung Cockpit sich zum weiteren Vorgehen weiterhin eng abstimmen.» Die Cockpitgewerkschaft kündigt an: «Unbefristete Arbeitskampfmaßnahmen sind ab sofort jederzeit möglich.» Ufo formuliert: «Ab sofort wird jederzeit mit Arbeitskämpfen bei Discover Airlines zu rechnen sein.»

Mehr zum Thema

Discover baut Angebot ab Frankfurt und München aus

Discover baut Angebot ab Frankfurt und München aus

Airbus 330 von Discover: Flottenausbau und neue Kabine geplant.

Discover baut Flotte aus und bringt neue Business Class auf Langstrecke

Kabine eines Discover-Jets: Es könnte Streik drohen.

Vereinigung Cockpit und Ufo lassen ab Donnerstag über Streik bei Discover abstimmen

ticker-gewerkschaft-ufo

Flugbegleiter-Gewerkschaft Ufo fordert Stopp von Abschiebungen nach Afghanistan per Linienflug

Video

An einem Airbus A321 Neo: GTF-Triebwerk von Pratt & Whitney.
Der Chef des weltgrößten Leasingunternehmens hat Ratschläge für Fluggesellschaften mit Triebwerken der neuesten Generation. Aengus Kelly warnt vor Problemen und Herausforderungen sowohl bei Kurz- als auch Langstreckenflugzeugen.
Timo Nowack
Timo Nowack
airbusa350edelweissbusinesssuite003
Alles neu bei Edelweiss: Die Schweizer Ferienfluglinie stellt ihre komplett neu entwickelte Airbus-A350-Kabine vor. Premium Economy, Business Suite und ein aufgewertetes Design sollen das Langstreckenerlebnis neu definieren – ohne die Ferien-DNA zu verlieren. Genau darin liegt die Chance. Und das Risiko.
Luca La Rocca
Luca La Rocca
united airlines airbus a321 neo nosewheel
Harte Landung in Orlando: Ein Airbus A321 Neo von United Airlines hat bei der Ankunft in Orlando eines der Räder des Bugfahrwerkes verloren.
Timo Nowack
Timo Nowack