Der französische Premierminister Jean-Pierre Raffarin eröffnet im Mai 2004 feierlich die A380-Produktion bei Airbus in Toulouse.

Geschichte des A380Wie Airbus den größten Passagierjet der Welt entwickelte

Der europäische Flugzeugbauer stellt die Produktion des Airbus A380 ein. Ein Rückblick auf Entwicklung, Aufstieg und Fall des Superjumbos.

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Die Königin saß schon sehr lange auf dem Thron: Seit ihrem Jungfernflug im Februar 1969 war die Boeing 747 das größte Passagierflugzeug der Welt. Im Jahr 1992 tat sich dann etwas Ungewöhnliches. Boeing und Airbus sprachen über die Idee, gemeinsam einen Nachfolger zu bauen, ein riesiges Flugzeug.

Das klappte jedoch nicht. «Mitte 1995 wurde uns klar, es machte keinen Sinn, mit den Amerikanern zusammenzugehen», erzählte Projektleiter Jürgen Thomas später in einem Interview. Gescheitert sei die Kooperation an «kartellrechtlichen Fragen und am politischen Willen der Europäer, es allein zu versuchen». So machten sich Airbus-Ingenieur Thomas und sein Team 1996 selber an die Entwicklung eines Superjumbos, zunächst A3XX genannt.

Erstflug im April 2005

Für den Jet, der später zum A380 mit zwei Etagen wurde, stand zuerst auch ein andere Aufbau zur Debatte: «Auch ein Horizontal Doublebubble, zwei Röhren nebeneinander, wurde studiert», so Thomas. «Aber in diesem Fall hätten zu viele Leute zu weit vom Fenster entfernt gesessen.» Schließlich habe man sich für ein senkrecht stehendes Oval entschieden. «Ähnlich war es mit dem Cockpit: Alle Positionen zwischen Oberdeck und Hauptdeck wurden studiert. Schließlich einigten wir uns auf ein Mezzanine-Cockpit zwischen den Decks.»

Ende 1999 gaben Frankreich, Deutschland, Großbritannien und Spanien grünes Licht für den Bau des europäischen Superjumbos. Mitte des folgenden Jahres legte Airbus potenziellen Erstkunden dann Angebote vor. Kurz danach bestellten Emirates und Air France als erste Fluglinien. Ende 2000 fiel der offizielle Startschuss für das Programm, das nun den Namen A380 trug. Im Sommer 2001 orderte auch Singapore Airlines und Ende des Jahres Lufthansa. Anfang 2002 begann schließlich die Fertigung erster Komponenten.

Orders brechen nach 2013 ein

Der Erstflug wurde aufgrund technischer Probleme mehrmals verschoben, bis der A380 am 27. April 2005 in Toulouse dann tatsächlich zum ersten Mal abhob. Das Flugzeug mit einer Kapazität von bis zu 853 Passagieren in Ein-Klassen-Bestuhlung bestieg damit den Thron und löste die Boeing 747 als größten Passagierflieger der Welt ab.

Die erste Auslieferung erfolgte im Oktober 2007 an Singapore Airlines, die 471 Plätze in drei Klassen einbaute. Die nächsten drei Exemplare gingen ebenfalls an die Fluglinie aus Singapur, bevor im Juli 2008 Emirates ihren ersten A380 erhielt. Im September desselben Jahres folgte die australische Qantas als dritter Betreiber. Lufthansa hobt erstmals 2010 mit einem Superjumbo von Airbus ab. 2013 ging der Hundertste A380 an Malaysia Airlines.

Boeing sah die Zukunft anders

2013 war auch das letzte Jahr mit einer starken Order-Bilanz für Airbus: Unter dem Strich bestellten die Kunden 42 A380. Im folgenden Jahr waren es nur noch 13, im Jahr 2015 sogar nur noch zwei. 2016 kam gar keine Bestellung hinzu, 2017 lag die Bilanz gar bei minus zwei und 2018 bei vier. 2019 begann mit einer Abbestellung von acht Superjumbos durch Qantas.

Auch wenn der A380 bei den Passagieren beliebt ist, erweist er sich für die Fluglinien oft als schwierig zu füllen mit seiner enormen Größe. Boeing setzte dem vierstrahligen A380 auch keinen eigenen neuen Riesenflieger entgegen, sondern modernisierte die 747 und baute mit dem 787 Dreamliner einen Jet, der auf größere Effizienz und Punkt-zu-Punkt-Verbindungen auslegte ist. Airbus reagierte mit dem A350 dann mit einem ähnlichen Flieger. Mit Emirates bestellte schließlich der größte Superjumbo-Kunde 39 A380 ab zugunsten von A350 und A330 Neo und brachte Airbus somit zur Entscheidung, die Produktion einzustellen. 2021 soll der letzte A380 ausgeliefert werden.

Ära der Riesenflieger geht zu Ende

So scheint die Zeit der Riesenflieger im Passagiergeschäft vorbei zu sein. Auch die Boeing 747 wird nur noch als Frachtversion gebaut. Eine Cargo-Variante, den A380 F, hatte Airbus zwar ebenfalls geplant, aber nie umgesetzt. Bis heute hat Airbus 234 A380 ausgeliefert, 40 weitere sollen noch folgen. Unabhängig von all solchen Zahlen hat der A380 in jedem Fall eine tolle Bilanz vorzuweisen: Nie gab es mit ihm einen Zwischenfälle mit Schwerverletzten oder gar Todesopfern.

Sehen Sie in der oben stehenden Bildergalerie Aufnahmen aus der bewegten Geschichte des Airbus A380.

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