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90 Jahre

Die Lufthansa in sechs historischen Momenten

Heute vor 90 Jahren entstand die Lufthansa. Es ist eine Geschichte von Pioniergeist, Expansionsdrang, Visionen – aber auch von historischem Fehlverhalten. Ein Rückblick.

6. Januar 1926: Die beiden deutschen Fluggesellschaften Junkers Luftverkehr und Deutsche Aero Lloyd fusionieren. Sie werden zur Deutsche Luft Hansa (erst ab 1933 wird der Name zusammen geschrieben). Ganz freiwillig geschieht das nicht. Die Initiative ging von der Reichsregierung aus, die den beiden hoch verschuldeten Unternehmen hohe Subventionen zahlte.  Am Gründungskapital von 50.000 Reichsmark beteiligten sich auch das Deutsche Reich, die Länder und regionale Luftfahrtgesellschaften. Im ersten Geschäftsjahr stieg die Zahl der Routen auf 54. Auch ein erster Langstreckenflug wurde – in zehn Tagesetappen – durchgeführt. Er führte nach Peking. Die Flotte umfasst 162 Flugzeuge. In den kommenden Jahren baut die Luft Hansa ihr Streckennetz in atemberaubendem Tempo weltweit aus – nicht nur in Europa, sondern in Afrika, Asien und Südamerika.

31. August 1939: Adolf Hitler erteilt den Befehl, Polen anzugreifen. Der Zweite Weltkrieg beginnt. Die Lufthansa hatte sich schon früh die Gunst der Nazis gesichert. So fließen zum Beispiel Gelder an Luftfahrtminister Hermann Göring, damit dieser eine Subventionserhöhung vorantreibt. Zudem stellt sie Adolf Hitler schon im Wahlkampf permanent und kostenlos ein Flugzeug zur Verfügung. Lufthansa-Vorstand Erhard Milch wird später Staatssekretär von Göring. In ihren Reparaturwerken beschäftigt die Lufthansa zur Zeit des Dritten Reiches zwischen 10.000 und 17.000 Zwangsarbeiter. Der Krieg ist für die Fluggesellschaft am Ende aber fatal. Ihre Flugzeuge werden nach und nach als Aushilfsbomber gebraucht. Der innerdeutsche Verkehr bricht zusammen. Ab 1943 wird die Fluggesellschaft ganz der Luftwaffe unterstellt. Das Ende kommt 1951. Die Alliierten ordnen die Liquidation der Lufthansa an.

6. Januar 1953: Nach dem Ende des Krieges gibt es in Deutschland keine Airline mehr. Die Siegermächte haben den Bau und den Unterhalt von Flugzeugen verboten. 1952 beschließt die Bundesregierung aber, den Luftverkehr wieder aufzubauen. Anfang 1953 wird dazu die Aktiengesellschaft für Luftverkehrsbedarf – Luftag gegründet. Sie ist ein Staatsunternehmen und gehört dem Bund, der Deutschen Bundesbahn und dem Land Nordrhein-Westfalen. Im August 1954 kauft das Unternehmen aus dem Nachlass der alten Lufthansa Logo und Markennamen und tauft sich in Deutsche Lufthansa um. Die Alliierten geben ihr Okay und am 1. April startet die neue Lufthansa ihren Betrieb mit innerdeutschen Flügen. Die Flotte besteht aus zwei Convair 340.

20. November 1974: Eine Boeing 747-100 von Lufthansa gewinnt nach dem Start in Nairobi nicht richtig an Höhe. Die Maschine mit dem Kennzeichen D-ABYB stürzt ab und brennt aus. 59 Menschen sterben. Flug LH540 bleibt lange das schlimmste Unglück in der Geschichte der Fluggesellschaft – bis zum Germanwings-Absturz von März 2015.

45 Jahren darf Lufthansa erstmals wieder nach Berlin fliegen. Während der Teilung der beiden deutschen Staaten flogen Air France, British Airways und Pan Am auf den innerdeutschen Strecken nach Westberlin. Wenige Monate vor der aviatischen Wiedervereinigung hatte die deutsche Fluglinie beschlossen, die DDR-Airline Interflug zu kaufen. Die Übernahme wurde aber von den Wettbewerbshütern abgelehnt. Ein Glück. Später stellt Lufthansa fest, dass Interflug wöchentlich eine halbe Million Euro verlor.

14. Mai 1997: Unter der Führung der Lufthansa wird das weltweite erste Luftfahrt-Bündnis Star Alliance gegründet. Neben der deutschen Airline gehören Air Canada, United Airlines, SAS Scandinavian Airlines und Thai Airways zu den Gründern. Sie stoßen damit einen Trend an, der später von allen kopiert wird. Im gleichen Jahr wird Lufthansa vollständig privatisiert.

Sehen Sie in der oben stehenden Bildergalerie historische Bilder aus der frühen Geschichte der Lufthansa.



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