Zwischenbericht zu Unglücksflug ET302737-Max-Piloten hätten Trimmrad 40 Mal drehen müssen

Ein Jahr nach dem Absturz der Boeing 737 Max von Ethiopian Airlines gibt es einen Zwischenbericht. Er zeigt, wie die Piloten versuchten, das Unglück abzuwenden.

Top-Jobs

sunny cars

Customer Service Expert (m/w/d)

München / Remote
Feste Anstellung
Autovermietung
Sunny Cars
Deutschland
30 - 40 Stunden
Top jobs
IFFD Flugdienste

Piloten/ First Officer (m/w/d)

IFFD GmbH
Graz/Klagenfurt
Feste Anstellung
NCC-Betrieb
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

Flight Operations Officer in Vienna (Austria)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

First Officer Embraer 550 / Legacy 500 (m/f)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs

Am 10. März 2019 starben beim Absturz von Ethiopian-Airlines-Flug ET302 alle 157 Menschen an Bord. Ein Jahr später haben die äthiopischen Ermittler einen Zwischenbericht zum Unglück der Boeing 737 Max veröffentlicht. Er macht vor allem den Flugzeugbauer verantwortlich. Designfehler und fehlendes Pilotentraining trügen die Hauptverantwortung.

Der Bericht bestätigt, dass die Flugsteuerungssoftware MCAS die Nase des Fliegers aufgrund falscher Daten des linken Anstellwinkelsensors nach unten drückte. Das geschah zunächst drei Mal. Dann taten die Piloten, was Boeing nach dem Absturz einer 737 Max in Indonesien für solche Situationen angewiesen hatte: Sie schalteten das MCAS aus.

Flieger sehr schnell unterwegs

Allerdings gelang es ihnen aufgrund der großen Kräfte, die auf das Leitwerk wirkten, nicht, das manuelle Trimmrad zu bewegen. Rund 40 Drehungen wären nötig gewesen, um das Flugzeug wieder in eine neutrale Position zu bringen, so der Bericht. Daher schalteten die Piloten die elektronischen Systeme wieder ein.

Sie reaktivierten damit auch das MCAS, was den Flieger in den Sturzflug schickte und zum Absturz brachte. Die großen Kräfte, die auf das Leitwerk wirkten, erklären sich auch dadurch, dass die 737 Max zu schnell unterwegs war für ihre Flughöhe.

Gigantische Kräfte auf Leitwerk

Der Grund: Die automatische Schubkontrolle war auf maximalen Schub für die Triebwerke eingestellt. Auch dies war eine Folge des defekten Anstellwinkelsensors. Durch den nahm der Flugsteuerungscomputer an, der Jet befände sich auf einer niedrigeren Flughöhe, als er es wirklich war.

Das Flugzeug hatte 1:28 Minuten nach dem Start eine Höhe erreicht, auf welcher der Computer auf einen Modus der automatischen Schubkontrolle hätte umschalten müssen, der weniger Schub erlaubt. Das geschah aber nicht.

Piloten überfordert?

Die Piloten hätten an dieser Stelle die Geschwindigkeit manuell reduzieren können, waren aber wohl mit der gesamten Situation überfordert, analysiert Luftfahrtsicherheitsexperte John Cox gegenüber der Zeitung Seattle Times. Der Zwischenbericht kritisiert allerdings keine Fehler der Piloten. Der Abschlussbericht wird später in diesem Jahr erwartet.

Mehr zum Thema

Flug ET302 hatte umgehend Probleme

Flug ET302 hatte umgehend Probleme

Höhenleitwerk mit Anzeige der verschiedenen Positionen: Unter gewissen Bedingungen wirken große Kräfte auf das Teil.

Boeings neuste Sorge gilt der Körperkraft der Piloten

Der damalige Chef von Ethiopian Airlines besucht die Unfallstelle: Neue Vorwürfe an Boeing.

Boeing 737 Max von Ethiopian Airlines abgestürzt

ticker-boeing-1

Boeing startet mit 46 Auslieferungen und netto 112 Bestellungen ins Jahr

Video

Dassault Falcon 10X: Die Franzosen haben am 10. März das Rollout gefeiert.
Die Entwicklung verzögerte sich immer mehr. Nun hat Dassault endlich ihren neuesten Ultralangstrecken-Businessjet erstmals öffentlich präsentiert. Die Falcon 10X soll mit Geräumigkeit, Reichweite und Geschwindigkeit punkten.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Raketenabwehr: Ist im Iran-Krieg zentral geworden.
Raketen, Drohnen und Apaches: Mit Jets, Hubschraubern und Flugabwehrsystemen verteidigen sich die Vereinigten Arabischen Emirate und sorgen so auch dafür, dass Flugzeuge von Emirates, Etihad, Flydubai oder Air Arabia wieder starten können.
gerard al fil
Gérard Al-Fil
Boeing 777 von Emirates in Dubai: Der Betrieb wurde kurzzeitig gestoppt.
Einen großen Teil ihres Streckennetzes will die Golfairline wieder bedienen – auch Ziele wie Frankfurt, München oder Zürich. Doch ein Drohneneinschlag beim Flughafen Dubai International führte zu einem kurzfristigen Stopp aller Flüge von Emirates. Die Folge sind mitunter große Verspätungen.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin