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Absturzursache

Boeing 737 von Ukraine International wurde wohl abgeschossen

Zunehmend wird klar, dass die Boeing 737 von Ukraine International von einer iranischen Rakete getroffen wurde. Das bestätigt nun auch die Regierung Kanadas.

Immer mehr deutet darauf hin, dass die Boeing 737-800 von Ukraine International Airlines nach dem Start in Teheran versehentlich abgeschossen wurde. Geheimdienste glauben genug Beweise zu haben, um sagen zu können, dass die Maschine von einer Rakete getroffen wurde, bevor sie abstürzte. Regierungsquellen aus Großbritannien erklärten der Zeitung Guardian, man habe Informationen aus den USA gesehen, die zeigten, dass der Flieger tatsächlich getroffen worden sei.

Zudem haben Vertreter der USA nationalen Medien erklärt, man habe kurz vor dem Absturz Signale einer Flugabwehrbatterie empfangen, die gestartet worden sei. Auch habe man auf Infrarotaufnahmen mögliche Abschüsse von zwei Raketen ausgemacht. Gegenüber der Zeitung Wall Street Journal sprachen Quellen in Bezug auf den Raketentreffer von einem «hohen Grad an Gewissheit».

Video des Abschusses?

Der kanadische Premierminister Justin Trudeau äußerte sich am frühen Donnerstagabend (9. Januar) ähnlich. «Wir haben Geheimdienstinformationen von mehreren Quellen von unseren Alliierten und eigene Informationen. Diese Informationen deuten darauf hin, dass das Flugzeug von einer iranischen Boden-Luft-Rakete abgeschossen wurde», so der Politiker in einer Ansprache. Das könne auch aus Versehen passiert sein. An Bord von Flug PS752 befanden sich 63 Kanadier.

Die New York Times zeigte am Abend ein Video, das den Moment des Raketentreffers zeigen soll. Man habe die Herkunft verifizieren lassen, erklärte die Zeitung. Darauf ist zu sehen, wie es in der Luft zu einer Explosion kommt, aber das Flugzeug nicht zu brennen beginnt. Die Boeing 737 scheint danach weiterzufliegen. Sie habe versucht zum Flughafen zurückzukehren, folgert das Blatt.

Ukraine geht Spur nach

Die Ukraine prüft ebenfalls offiziell die Möglichkeit eines Abschusses. Ein Vertreter des Nationalen Sicherheits- und Verteidigungsrates des Landes erklärt, dass man Berichten nachgehe, wonach an der Absturzstelle Fragmente einer Flugabwehrrakete vom Typ Tor gefunden worden seien. Diese in Russland gebauten Raketen werden vom Iran verwendet. Man verhandle daher mit Teheran darüber, die Unglücksstelle untersuchen zu können, so Oleksiy Danilov, Sekretär des Gremiums.

Bilder, die in Sozialen Medien kursieren, sollen eine angeblich am Absturzort gefundene Flugabwehrrakete zeigen. Quelle: Nationaler Sicherheits- und Verteidigungsrat der Ukraine

Rund um den Absturz von Flug PS752 gab es direkt nach dem Unglück viele Spekulationen. Schuld daran sind auch der Iran und die Ukraine. Teheran weigerte sich zuerst, die Blackboxes der Boeing 737-800 von Ukraine International Airlines zur Untersuchung den USA auszuhändigen. Auch wenn das Land dazu nicht verpflichtet ist, sorgte das für Diskussionen. Inzwischen will es doch Ermittler aus den USA zulassen. Die Regierung in Kiew hatte zudem am Unglückstag zuerst erklärt, ein technisches Problem sei Ursache für den Crash, diese Aussage aber später zurückgezogen.

Noch umgekehrt?

Flug PS752 verließ den Imam Khomeini International Airport von Teheran am 6. Januar frühmorgens und stürzte kurz nach dem Start ab. Die erfahrenen Piloten der Boeing 737-800 von Ukraine International Airlines versuchten offenbar noch umzudrehen. Die Maschine hatte 167 Passagiere und neun Besatzungsmitglieder an Bord. Keiner von ihnen überlebte.

 



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