Letzte Aktualisierung: um 19:46 Uhr
Partner von  

Rezept gegen Golfairlines

Willie Walsh: Handeln, «nicht auf andere zeigen»

US-Fluglinien liefern sich einen heftigen Wortkrieg mit den Golfairlines. Auch Lufthansa klagt immer wieder über die Konkurrenz von Emirates und Co. Bei British Airways versteht man das nicht.

IAG

Willie Walsh: «Ich kann profitabel mithalten».

Willie Walsh hält nichts von Jammern. «Niemand ist der Konkurrenz durch die Golfairlines so stark ausgesetzt wie wir es sind», sagt der Chef des britisch-spanischen Luftfahrtkonzerns IAG mit seinen Kernmarken British Airways und Iberia. Alle arabischen Mitbewerber hätten London als eines ihrer ersten Ziele angesteuert. Der Kampf um die Kunden sei daher seit langem knallhart.

Emirates bietet auf der Route von der Heimbasis in die britische Hauptstadt heute wöchentlich 29.000 Sitze an, Qatar Airways 18.500 und Etihad 8800. Dennoch verdient British Airways auf der Route  London – Dubai Geld. «Ich kann profitabel mithalten», so Walsh kürzlich an einer Tagung in Amsterdam. Aber er habe dazu sein Unternehmen umbauen müssen, so der IAG-Chef. «Ich musste die Kosten senken.» Andere Fluggesellschaften müssten das auch tun. «Das ist wirksamer als mit dem Finger auf andere zu zeigen».

Auch Lufthansa verdient auf Dubai-Strecken Geld

Das war auch ein Wink an den anwesenden Carsten Spohr, der sich wiederholt über die Konkurrenz vom Golf beklagt hat. «Ja, man muss seine Hausaufgaben machen», entgegnete der Lufthansa-Chef. Auch seine Airlines arbeiteten auf den Strecken nach Dubai profitabel. Sowohl auf der Strecke Frankfurt – Dubai als auch auf Zürich – Dubai verdiene man Geld. Aber Spohr kann es doch nicht gleich locker nehmen wie Walsh. Es bestünden einfach nicht die die gleiche Ausgangsvoraussetzungen zwischen europäischen Anbietern und denen vom Persischen Golf.

Das verzerre den Wettbewerb, so der Lufthansa-Lenker. Die Infrastrukturkosten seien in Europa viel höher, die Hilfe von den Regierungen schwächer, so Spohr. Dass Walsh und Spohr nicht einer Meinung sind, liegt indes nicht nur an ordnungspolitischen Differenzen. Qatar Airways ist mit 9,9 Prozent der Anteile größter Aktionär von IAG. Und die Golfairline hat bereits angekündigt, die Beteiligung noch ausbauen zu wollen.



Die Redaktion behält sich das Recht vor, Kommentare zu moderieren und zu kürzen. Kritische Diskussionen sind willkommen. Beschimpfungen oder Kommentare mit rassistischem, sexistischem, themenfremdem, rein politischem, beleidigendem oder rein polemischem Inhalt hingegen werden entfernt. Es besteht kein Recht auf Veröffentlichung. Über die Entscheide der Moderatoren wird keine Korrespondenz geführt.