Airbus A350 von Vietnam Airlines: Die Airline hat Expansionspläne in Richtung Westen.

Öfter nach FrankfurtWie Vietnam Airlines in Europa wachsen will

Die staatliche Fluglinie will zwar in die USA, hat dabei aber zwei Vorbehalte. Deshalb möchte Vietnam Airlines vorerst lieber in Europa ausbauen - auch in Frankfurt.

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«Die USA sind ein großer Markt. Wir müssen da hin», sagt Trinh Ngoc Thanh. Doch es gebe dabei zwei Herausforderungen, ergänzt das Vorstandsmitglied von Vietnam Airlines. «Der Anteil der Geschäftsreisenden ist relativ gering», so Trinh im Gespräch mit aeroTELEGRAPH und weiteren Journalisten in Hanoi. Noch schwerer wiegt aber, dass der Fluggesellschaft ein Flugzeug fehlt, um die mehr als 13.000 Kilometer nonstop voll beladen zurückzulegen, die es etwa von Ho Chi Minh City nach Los Angeles sind.

«Aktuell müssten wir auf der Route irgendwo zwischenlanden», analysiert Kommerzchef Trinh. So habe man keinen Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz wie Singapore Airlines oder Cathay Pacific. Für die Expansion in die USA wartet Vietnam Airlines deshalb erst einmal ab, welche Ultralangstreckenflugzeuge Airbus und Boeing dereinst auf den Markt bringen werden. Dass sein Arbeitgeber solche kaufen wird, stellt Trinh außer Frage. «Wir haben einen Plan», sagt er, ohne aber mehr zu verraten.

Konkurrenz durch Golfairlines

Vorerst hat für Vietnam Airlines darum eine andere Weltgegend Priorität. In den letzten drei Jahren seien die Passagierzahlen auf den Strecken nach Europa im Schnitt um 10 Prozent gewachsen. «Die Auslastung beträgt bei Paris und Frankfurt 87 Prozent», so Trinh. In der Economy Class sei man praktisch ausgebucht, in der Premium Economy und der Business liege die Belegung tiefer, sei aber immer noch sehr gut. Darauf will die Airline aufbauen, die zu 86 Prozent dem Staat gehört, zu 8,8 Prozent der japanischen ANA All Nippon Airways und zu 5,2 Prozent weiteren Aktionären.

Aktuell fliegt Vietnam Airlines in Europa Frankfurt, London Heathrow und Paris an. Und dabei werde es in den kommenden zwei, drei Jahren auch bleiben, erklärt Kommerzchef Trinh. Die Pläne, Amsterdam, Berlin und Rom anzufliegen, wurden bis auf Weiteres auf Eis gelegt. Zu stark sei die Konkurrenz der Golfairlines, erklärt er.

Ausbau in Frankfurt

Das heißt aber nicht, dass Vietnam Airlines Europa links liegen lässt. Im Gegenteil. Statt neuen Zielen werde man lieber die Frequenzen weiter erhöhen, so Trinh. «Wir fliegen aktuell zehn Mal nach Frankfurt. Wir werden auf 14 Frequenzen gehen.» Je sieben Mal pro Woche wird Vietnam Airlines also künftig von Hanoi und Ho Chi Minh City die deutsche Bankenmetropole ansteuern. «Frankfurt ist für uns sehr wichtig. Es ist ein zentraler Knotenpunkt in Europa», so der Manager.

Wann die Frequenzerhöhung kommt, will er aber noch nicht verraten. Auch in Paris will die Airline die Frequenzen erhöhen und in London. Gerade in der britischen Hauptstadt sind aktuell aber kaum mehr Landerechte zu erhalten. Bei der Expansion helfen wird der laufende Ausbau und die Erneuerung der Flotte. Aktuell besitzt Vietnam Airlines 93 Flugzeuge. 2020 werden es 110 sein und für 2030 sieht die Flottenplanung einen Bestand an 150 Fliegern vor.

Steigender Ölpreis belastet

Auf der Langstrecke setzt das Mitglied der Allianz Skyteam ganz auf Dreamliner und Airbus A350, wovon es aktuell elf und zehn Stück besitzt. Bis 2021 kommen zu den bestehenden 787-9 acht Boeing 787-10 hinzu sowie bis 2019 vier weitere A350. Für die regionalen Flüge bekommt Vietnam Airlines ab kommendem September 20 A321 Neo.

Trotz Wachstumsplänen: Trinh sieht auch Probleme. «Die Infrastruktur in Vietnam hält mit dem Wachstum nicht mit», sagt er. In Ho Chi Minh City gebe es keine Slots mehr. Und es sei unklar, wann der geplante neue Flughafen eröffnet werde. Der Flughafen in Hanoi sei trotz eines neuen Terminals inzwischen ebenfalls in die Jahre gekommen. Hinzu kämen die Konkurrenz im Inland und der steigende Ölpreis. Beides mache Vietnam Airlines zu schaffen.

Trinh Ngoc Thanh.

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