Der Hebel zum Ein- und Ausfahren des Fahrwerks im Cockpit der Let L410 NG: Hier ist der Griff wirklich ein kleines Rad. Ganz so deutlich...

Hilfe für Piloten und PilotinnenWie ein radförmiger Hebel im Cockpit Unglücke verhindert

Manche Schalter, Hebel und Knöpfe im Cockpit erinnern durch ihre Form daran, was man mit ihnen bedient. Die Designidee entstand, um tödliche Verwechslungen zu stoppen.

Top-Jobs

Pilatus Logo

Crossmedia Marketing Content Redakteur (a)

Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Flugzeugwerke AG
Schweiz
Vollzeit
Top jobs
Flightkeys

Subject Matter Expert (f/m/o)

Vienna
Feste Anstellung
Luftfahrttechnologie
Flightkeys GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Pilatus Logo

Allroundmitarbeiter Luftfahrzeug (a) Flugzeugmontage/-unterhalt

Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Pilatus Flugzeugwerke AG
Schweiz
Vollzeit
Top jobs
sunny cars

Customer Service Expert (m/w/d)

München / Remote
Feste Anstellung
Autovermietung
Sunny Cars
Deutschland
30 - 40 Stunden
Top jobs

Es geschah ganz ohne Feindeinwirkung. Im Zweiten Weltkrieg verlor die amerikanische Luftwaffe immer wieder Boeing-B-17-Bomber durch Landeunfälle. Sie beauftragte die Psychologen und Soldaten Alphonse Chapanis und Paul Fitts, den Grund für das Problem zu finden. Sie sprachen mit Piloten, analysierten Unfallhergänge, schauten sich Cockpits an.

Dabei bemerkten Chapanis und Fitts, dass die Schalter zum Ein- und Ausfahren des Fahrwerks und zur Bedienung der Landeklappen nicht nur nahe beieinander lagen, sondern auch die gleiche Form hatten. Die nach dem Einsatz erschöpften Piloten verwechselten die Schalter und verursachten so die Landeunfälle. Da die Bedienelemente nicht einfach räumlich versetzt werden konnten, empfahl Chapanis, die Schalter zu ergänzen - den für das Fahrwerk um ein radförmiges Element, den für die Klappen um ein keilförmiges.

Easa schreibt vier Formen vor

Durch die Änderung fühlten die Piloten, wenn sie zum falschen Schalter griffen, und begingen den Fehler nicht mehr. Die Idee setzte sich durch und wurde für Flugzeugbauer zur Pflicht. So schreibt etwa auch die europäische Luftfahrtbehörde Easa heute bei großen Flugzeugen Formen für vier Bedienelemente im Cockpit vor, die daran erinnern, was bedient wird. Für kleine Flugzeuge gibt es sogar noch weitere Formvorschriften.



Zu beachten sind die Formen, aber nicht die genauen Größen oder Proportionen. Bild: Easa

So muss der Hebel zum Ein- und Ausfahren des Fahrwerks auch heute einen Griff in Radform haben. Das Bedienelement für die Landeklappen oder im Englischen Flaps ist oben verpflichtend der Form einer Landeklappe nachzuempfinden. Und die Hebel für den Schub der Triebwerke sowie bei Propellerflugzeugen für die Einstellung der Drehzahl der Propeller sind am Griff so zu gestalten, dass sie Formen von Triebwerken und Propellern andeuten.

Schalter in Form von Scheinwerfern

Zwar kommen die heutigen Verkehrspilotinnen und -piloten weder erschöpft von Kampfeinsätzen zurück, noch liegen die Bedienelemente so nah beieinander wie einst. Dennoch ist die haptische Unterscheidbarkeit wichtig, damit sich die Männer und Frauen im Cockpit etwa auch bei starken Vibrationen oder dichtem Rauch zurechtfinden.

Andere Elemente außer den genannten vier müssen Flugzeugbauer durch Kombinationen aus Form, Farbe, Lage und Beschriftung eindeutig identifizierbar machen. Ein Beispiel, bei dem die Schalter ebenfalls der Form von dem nachempfunden sind, was bedient wird, sind die Schalter für die Landescheinwerfer - sie haben oft eine Kontur in Scheinwerferform.

Menschliche Intuition und Technik

Luftfahrtbehörden geben heute auch vor, welche Bedienelemente sich wo und in welchem Abstand befinden müssen und in welche Richtung sie bewegbar sein dürfen. Und nicht nur bei der Form geht es um die Idee, Intuition und Technik in Einklang zu bringen: Wo immer dies möglich ist, soll die Bewegungsrichtung eines Bedienelementes der Richtung der Bewegung entsprechen, die am Flugzeug oder dem entsprechenden Teil ausgelöst wird.

In der oben stehenden Bildergalerie sehen Sie Beispiele aus verschiedenen Cockpits.

Mehr zum Thema

Armbanduhr kann im Cockpit für Probleme sorgen

Armbanduhr kann im Cockpit für Probleme sorgen

Airbus A350 cockpit: Undergoing modifications.

Alle A350-Betreiber müssen Kaffee-Schutz montieren

Cockpit: Pilotinnen und Piloten werden auf Extremsituationen vorbereitet.

Wie Pilotinnen und Piloten Zwischenfälle verarbeiten

Peter Glade, Chief Commercial Officer bei TUI Airline

«Zwischen Cockpitmagie und Klapptisch-Manöver – unterwegs im Flieger»

Video

united airlines boeing 787 9 elevated relax row
Mehr Platz zum Liegen in der Economy: United Airlines führt ab 2027 Sitzreihen ein, die sich in eine Schlafcouch verwandeln lassen. Die amerikanische Fluggesellschaft folgt damit einem Konzept, das andere Airlines bereits vorgemacht haben.
Laura Frommberg
Laura Frommberg
crj900 laguardia ntsb
Das Cockpit wurde völlig zerstört, die Piloten der Bombardier CRJ900 von Air Canada überlebten den Zusammenstoß mit einem Feuerwehrtruck nicht. Die Funkaufzeichnungen dokumentieren die dramatischen Momente vor dem Unglück.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
la guardia crj 900 air canada express
Am Flughafen LaGuardia in New York ist eine Bombardier CRJ900 von Air Canada nach der Landung mit einem Feuerwehrfahrzeug zusammengestoßen. Die beiden Piloten kamen ums Leben.
Timo Nowack
Timo Nowack