Dreamliner von El Al: Wer nicht neben einer Frau sitzen will, muss wieder aussteigen.

El Al reagiertWer nicht neben Frauen sitzen will, darf nicht fliegen

Ab sofort wirft die Airline Passagiere aus dem Flugzeug, die sich weigern, neben Frauen zu sitzen. Dem Umdenken bei El Al ging der Boykottaufruf nach einem Vorfall mit Ultraorthodoxen voraus.

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Barak Eilam hatte genug. «Wir machen keine Geschäfte mit Unternehmen, die jemanden aufgrund von Rasse, Geschlecht oder Religion diskriminieren. Wir werden nicht mehr mit El Al fliegen, bis sie ihre diskriminierende Praxis gegenüber Frauen aufgeben», erklärte der Chef von Nice am Montag (25. Juni). Mit 4900 Beschäftigten und einem Umsatz von rund 1 Milliarde Dollar gehört der Softwarekonzern zu den größten Technologieunternehmen Israels.

Auslöser des Boykotts durch Eilam war ein Vorfall von vergangener Woche. Vier ultrareligiöse Männer weigerten sich in New York ihre Sitze einzunehmen,  weil sie dann neben einer Frau gesessen hätten. Es folgten lange Verhandlungen mit der Crew. Aber erst als zwei Passagierinnen bereit waren, ihren Platz zu tauschen, konnte die Maschine von El Al Richtung Tel Aviv starten. Wegen des Vorfalls hatte sie allerdings 75 Minuten Verspätung.

Jeden Zweifel ausräumen

Nice wird trotzdem wieder mit El Al fliegen. Denn kurz nach der Boykottnachricht meldete sich der neue Chef von El Al zu Wort. «Ich ordnete heute eine Verschärfung der Vorschriften an», so Gonen Usishkin in einer Mitteilung. So wolle er jeden Zweifel ausräumen. «In Zukunft wird jeder Passagier umgehend aus dem Flugzeug entfernt, der sich weigert, neben einem anderen Passagier zu sitzen.»

El Al hatte in der Vergangenheit immer wieder Ärger mit Ultraorthodoxen, so genannten Haredi. Letzten November entschied ein Gericht zwar, dass El Al Passagiere nicht mehr wegen ihres Geschlechts umsetzen darf. Trotzdem gab es weiterhin Reklamationen von ultrareligiösen Passagieren. Gelöst werden konnten diese Auseinandersetzungen jeweils nur, wenn Passagiere freiwillig ihren Sitz aufgaben, um einen Sitzplatztausch zu ermöglichen.

Zwei Probleme gelöst

Usishkin löst mit seiner Anordnung gleich zwei Probleme. Er verhindert weitere negative Schlagzeilen. Und er hilft Verspätungen zu verringern. Erst vor wenigen Tagen hat der El-Al-Chef in einem Brief an die Angestellten eine «dramatische Verbesserung der Pünktlichkeit» angemahnt.

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