Tränen im Flugzeug: Das passiert nicht nur Kindern.

Warum Fliegen zum Heulen ist

Kaum über den Wolken und schon fließen die Tränen - so ergeht es einigen Passagieren in der Luft. Aber warum ist das so? Ein Erklärungsversuch.

Top-Jobs

sunny cars

Customer Service Expert (m/w/d)

München / Remote
Feste Anstellung
Autovermietung
Sunny Cars
Deutschland
30 - 40 Stunden
Top jobs
IFFD Flugdienste

Piloten/ First Officer (m/w/d)

IFFD GmbH
Graz/Klagenfurt
Feste Anstellung
NCC-Betrieb
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

Flight Operations Officer in Vienna (Austria)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs
Sparfell Logo

First Officer Embraer 550 / Legacy 500 (m/f)

Vienna
Feste Anstellung
Business Aviation
SPARFELL Luftfahrt GmbH
Österreich
Vollzeit
Top jobs

Allein unter Fremden, in eine Metallröhre 12'000 Meter über der Erde und wenig zu tun - bei vielen Menschen kochen da plötzlich Emotionen hoch und sie weinen, ob sie wollen oder nicht. Das zeigt auch eine Umfrage von Virgin Atlantic: 55 Prozent aller Reisenden haben schon einmal «starke Emotionen während eines Fluges» erlebt. 41 Prozent aller Männer gaben zu, dass sie sich schon einmal hinter einer Decke versteckt haben, um ihre Tränen vor den anderen Passagieren zu verbergen.

Doch was steckt hinter den plötzlichen Emotionen? Psychologe Jeffrey Kottler gab bereits 1996 in seinem Buch «The Language of Tears» eine mögliche Antwort: Wir Menschen weinen, weil wir - anders als andere Tiere - Jahre brauchen, um für uns selbst zu sorgen. Zuvor sind wir auf die Hilfe anderer angewiesen. Aber wir können nicht einfach um Hilfe rufen, denn das würde Raubtiere auf unsere Spur bringen. Also haben wir Menschen einen lautlosen Hilfeschrei entwickelt: Wir weinen.

Zurückweisung schmerzt

Dem stimmt auch Ad Vingerhoets, Professor für Verhaltenswissenschaften an der Universität Tilburg (Niederlande) zu: Weinen dient dazu, Bindungen zu bilden und zu festigen.

Allerdings weinen Erwachsene selten in der Öffentlichkeit. Sie ziehen sich meist zurück und weinen alleine in ihren eigenen vier Wänden. Woher kommt also dieser plötzliche Drang vor Dutzenden Fremden in einem Flugzeug zu weinen? Auch darauf hat Vingerhoets eine Antwort: Erwachsene weinen öfter wegen «Trennung» oder «Zurückweisung» als zum Beispiel «Schmerz und Verletzung» oder «Kritik». Und gerade bei den Menschen, die sich zurückgewiesen fühlten, wählen meist auch die Unterkategorie «Einsamkeit» - gerade im Flugzeug fühlen sich viele Menschen alleine. Egal ob Kind oder Erwachsener, typischerweise weint man in Situationen, die mit Verlust, Trennung oder Hilflosigkeit zu tun haben, folgert der Professor.

Aufgestauter Stress entlädt sich

Tränen stellen «ein äußerliches Zeichen eines abrupten inneren Wechsel» dar, stellten die Wissenschaftler Jay Efran und Mitchell Greene fest. Während wir Stress erleben - beispielsweise den schlimmsten Tag auf der Arbeit - erlaubt uns unser Körper in der Regel nicht, zusammenzubrechen. Wenn man dann aber nach Hause kommt und sich auf die Couch setzt, brechen die Emotionen hervor.

Und dasselbe passiert im Flugzeug: Man kommt runter, lässt den Stress hinter sich und ist zugleich vollkommen hilflos dem Piloten und seiner Crew ausgeliefert. Und vermutlich hat man zugleich etwas hinter sich gelassen: einen wunderschönen Urlaub, einen Lebensabschnitt, die Familie, Freunde. Das ist dann der Moment, wo die Gefühle hochkochen - und die Tränen die Oberhand gewinnen.

Mehr zum Thema

Die EU plant neue Regeln für Verkehrssuchmaschinen: Damit sollen mehr Reisende auf die Schiene gelockt werden.
<h1 class="article-header__title"></h1>

EU will, dass Flugsuchmaschinen auch Züge anzeigen

Ein Rollstuhlfahrender an einem Flughafen: Simulierende Reisende stellen Fluggsellschaften und Flughäfen vor Probleme.

Wenn 55 Gäste im Rollstuhl ein- und 30 von ihnen zu Fuß aussteigen

Koffer: Eine kleine, aber schnelle Reise am Flughafen.

So kommt der Koffer in den Flieger

Flugzeughotel mal anders

Flugzeughotel mal anders

Video

König Willem-Alexander bei seinem letzten Flug mit einer Boeing 737: Er lässt sich nochmals umschulen.
Fußballfans, Familien auf dem Weg nach Lappland oder Urlauber nach Ibiza: Viele Passagiere ahnten nicht, dass ihr Kopilot der König der Niederlande war. Jetzt flog Willem-Alexander letztmals mit einer Boeing 737 von KLM - und beginnt nun die Umschulung auf Airbus.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
amboseli airstrip under water
Ein Video aus dem Amboseli-Nationalpark in Kenia scheint einen See zu zeigen. Aber nein: Es ist die Start- und Landebahn des Park-Airports. Sie ist vollständig im Wasser verschwunden.
Timo Nowack
Timo Nowack
air canada bridgetown umkehr
Am Flughafen Bridgetown ging auf einmal gar nichts mehr. Flüge von Air Canada und Jetblue mussten auf dem Weg zum internationalen Flughafen von Barbados plötzlich umkehren. Grund war ein spontaner Streik.
Timo Nowack
Timo Nowack