Learjet 35A der GFD: Zieldarsteller im Auftrag der Bundeswehr.

Spezielle Flüge über DeutschlandWieso Learjets komische Muster am Himmel zeichnen

Am Himmel über Deutschland sorgen manche Flugbahnen derzeit für mehr Fragen als Antworten. Um was es dabei geht.

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Dass Privatjets für ungewöhnliche Dinge genutzt werden, ist nicht selten. Berichte über Flieger, die allein für den Transport von Haustieren oder zur Lieferung von speziellen Speisen gebucht worden sind, finden sich im Netz zahlreich. Doch es gibt auch ungewöhnliche Einsätze, die einen sinnvollen Zweck haben.

Beinahe täglich lassen sich derzeit über Deutschland Learjets erblicken, die mitunter auch im Doppelpack Kreise sowie Zickzacklinien fliegen. Der Sinn dieser Flüge lässt sich auf den ersten Blick nur schwer erkennen. Auch andere Flugrouten in Europa werfen eher Fragen als Antworten auf. Doch den Piloten ist es in Corona-Zeiten nicht einfach langweilig geworden.

Fliegende Zielscheiben

Ein Blick auf den Ort der Starts und Landungen der Learjets löst das Mysterium schnell auf: Am Flugplatz Hohn in Schleswig Holstein hat das Unternehmen GFD seinen Sitz. Die Firma betreibt eine Flotte von insgesamt 14 Learjets vom Typ 35A und 36A. Der Name der Firma leitet sich ab von Gesellschaft für Flugzieldarstellung: Mit den speziell ausgerüsteten Flugzeugen stellt die Airbus-Tochter Übungsziele für die Bundeswehr dar.

Merkwürdige Kreise über Niedersachsen:  Zwei Learjet der GFD nahe eines Schießplatzes der Bundeswehr bei Meppen.  (Quelle: Flightradar 24)

So üben etwa Radarstellungen mithilfe der Geschäftsflieger das Erfassen von Zielen. Für Kampfflugzeuge vom Typ Eurofighter mimen die Learjets Abfang- oder Angriffsobjekte. Ebenso wird mit den Geschäftsflugzeugen die elektronische Kampfführung mittels Störsignalen (im Fachjargon: Eloka) geübt.

Sogar kanadische Skyhawks und Alpha Jets üben mit

Oftmals finden die Flüge über Truppenübungsplätzen und in Lufträumen statt, die ansonsten für die Bundeswehr reserviert sind. Die GFD ist allerdings nicht die einzige Anbieterin von Zielsimulationen in Deutschland. Mit Basis am Flughafen Kiel-Holtenau fliegen Turboprop-Trainer vom Typ Pilatus PC-9 des Unternehmen E I S Aircraft Turboprop-Trainer Zieldarstellungen für die Bundeswehr.

Der kanadische Anbieter Discovery Air Defence operiert vom Luftwaffenstützpunkt Wittmund in Ostfriesland aus. Er setzt sogar zivil registrierte Kampfjets vom Typ Douglas A-4 Skyhawk und Dornier Alpha Jet für diesen Zweck ein.

Ähnliches Phänomen Kalibrierungsflüge

Ein ähnliches Phänomen sind die Kalibrierungsflüge an Flughäfen, die für ebenso sonderliche Muster führen. Sie finden derzeit tagsüber statt statt wie üblich nachts.

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