Airbus A380, hier von Emirates: zwei Triebwerke pro Flügel.

Zu viele HerausforderungenWarum es keinen zweistrahligen Airbus A380 geben wird

Flugzeuge mit vier Triebwerken gelten als nicht mehr wirtschaftlich genug. Könnte Airbus den A380 zum Zweistrahler umbauen und die Produktion wieder anlaufen lassen? Wo die Herausforderungen liegen.

Top-Jobs

.

Event Manager (m/f, 100%)

Vollzeit
IRF Reputation AG
Basel
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Luftfahrt
DERTOUR Logo

Destination Manager (w/m/d)

DERTOUR Destination Services AG
Vollzeit
Top jobs
Feste Anstellung
Reiseveranstalter
ticker-dfs-deutsche-flugsicherung

Fluglotse / Fluglotsin (w/m/d)

Studium
Deutsche Flugsicherung DFS
Studium
Top jobs
Langen b. Frankfurt
Deutschland
AMX Support

Lizenzierter Fluggerätmechaniker / Certifying Staff B1/B2 (m/w/d)

AMX Support Germany GmbH
Vollzeit
Flughafen Oberpfaffenhofen (EDMO
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt

«Die Tür ist zu, verschlossen ist sie nicht», sagte kürzlich Christian Scherer. Es ging bei der Aussage des Chefs von Airbus’ Zivilflugzeugsparte um die Chancen für eine Wiederaufnahme der A380-Produktion. Der Markt konzentriere sich auf Zweistrahler, so Scherer. «Insofern sehe ich die Wahrscheinlichkeit eines Comebacks des vierstrahligen A380 als sehr, sehr gering an.»

Tatsächlich ist auch die Boeing 777X, der kommende Nachfolger des Airbus A380 als größtes Passagierflugzeug der Welt, ein Zweistrahler. Und so stellt sich mancher Luftfahrtfan die Frage: Könnte nicht auch der A380 zum Zweistrahler umgebaut werden?

Die Rechnung für den Schub

«Zuerst einmal müsste man den Schub der vier A380-Triebwerke zusammenrechnen und auf zwei Triebwerke aufteilen», erklärt Dieter Scholz, Professor für Flugzeugentwurf, Flugmechanik und Flugzeugsysteme an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg. Das sei der erste Schritt beim Nachdenken über einen A380-Zweistrahler.

Airbus A380: Begehrtes Fotoobjekt. Bild: Airbus

Gesagt, getan: Die Rolls-Royce-Trent-900-Triebwerke des A380 haben in der schwächsten Version jeweils 70.000 lbf (Pound-force/Kraftpfund). Zusammen macht das 280.000 lbf. Aufgeteilt auf zwei Triebwerke wären es jeweils 140.000. Zum Vergleich: Die neuen GE9X-Riesentriebwerke der 777X bringen es auf je 134.300 lbf, zusammen also 268.600.

Dieses Triebwerk gibt es nicht

Hinzu kommt: Ein Flugzeug muss auch mit maximalem Startgewicht sicher abheben können, wenn ein Triebwerk ausfällt. Einem Vierstrahler fehlen - vereinfacht gesagt - beim Ausfall eines Triebwerkes nur 25 Prozent Startleistung, einem Zweistrahler 50 Prozent. Dementsprechend muss die Leistung pro Triebwerk beim Zweistrahler noch höher sein.

So viel zur Theorie. In der Praxis gibt es solch ein Triebwerk für den A380 bisher nicht, das im Vergleich zur jetzigen Generation auch einen klar niedrigeren Verbrauch haben müsste. «Und es würde auch gar nicht unter den Flügel passen», vermutet Scholz. Denn je mehr Schub ein Triebwerk hat, desto größer ist es. Dafür könnte es durchaus Lösungen geben.

Kombination aus klein und groß?

«Theoretisch könnte man die größeren Triebwerke nach vorn Richtung Flügelkante verschieben - aber das würde die Aerodynamik stark beeinflussen, wie bei der Boeing 737 Max, die daher das MCAS braucht», so Scholz. «Und das Flugzeug strukturell zu verändern, etwa am Fahrwerk, wäre sehr kompliziert und aufwändig.» Denn der A380 ist eben als vierstrahliger Jet konstruiert. Bei der 777X ist auch die Vorgängerin 777 ein Zweistrahler.

Und was, wenn man den Airbus A380 mit zwei möglichst großen Triebwerken innen und zwei kleinen Triebwerken außen ausstatten würde? Sie müssten zusammen auch den nötigen Schub erbringen, gerade beim Start. Aber womöglich wäre es denkbar, die kleinen Motoren im Reiseflug auszuschalten - und zumindest dann zweistrahlig zu fliegen. Oder?

Am Ende geht es um Wirtschaftlichkeit

«Die ausgeschalteten kleinen Triebwerke würden dann für sehr viel Luftwiderstand sorgen», gibt Scholz zu bedenken. «Noch mehr dadurch, dass die Fans durchdrehen, sogenanntes Windmilling.» Das könne man zwar auch lösen durch Schaufeln mit Blattverstellung. Aber: «Bei so etwas ergeben sich immer weitere Fragen, die weitere Lösungen erfordern.»

Unter dem Strich gelte: «Ein bestehendes Flugzeug im großen Stil umzubauen und wieder zertifizieren zu lassen, ist viel zu aufwändig, wenn man nicht sehr sicher ist, dass man sehr viele Exemplare verkaufen wird», sagt der Professor für Flugzeugentwurf, der früher selber Ingenieur bei Airbus war. Ein zweistrahliger A380 sei eine spannende Überlegung. «Aber am Ende geht es um die Wirtschaftlichkeit und daher ist klar, dass das nichts werden kann.»

Mehr zum Thema

Airbus A380 im März 2021: Werden nochmal welche gebaut?

Airbus schließt Produktion neuer A380 nicht mehr ganz aus

Der letzte Airbus A380 hat Hamburg Finkenwerder verlassen

Der letzte Airbus A380 hat Hamburg Finkenwerder verlassen

Das GE9X auf dem Wasserprüfstand: Extreme Bedingungen.

GE pumpt 3700 Liter Wasser durchs 777X-Triebwerk - pro Minute

Die vergessene Lampe im Flügel: Der Airbus A380 von Qantas absolvierte mit ihr zwei Flüge.

Airbus A380 von Qantas fliegt zwei Tage mit vergessener Lampe im Flügel

Video

airbus a321 neo lr la compagnie duesseldorf
Die französische Business-Class-Airline steuert erstmals einen deutschen Flughafen an. Ab April 2027 verbindet La Compagnie Düsseldorf mit Newark bei New York.
Timo Nowack
Timo Nowack
Boeing 767 mit Amazon-Bemalung: Das Flugzeug schoss über eine Straße hinaus, der Flughafen wurde geschlossen.
Eine Boeing 767 F von 21 Air schoss bei der Landung am Flughafen Miami über das Ende der Piste hinaus und überquerte eine viel befahrene Straße. Aufnahmen zeigen Feuer und schwarzen Rauch am Frachter, der für Amazon Air unterwegs war. Es gibt fünf Verletzte und fünf Tote.
Laura Frommberg
Laura Frommberg
Flughafen Düsseldorf U-Bahn 9
Nach sieben Jahren Bauzeit eröffnet Düsseldorf zwei neue U-Bahn-Linien. Sie binden erstmals den Flughafen an das Stadtbahnnetz der Landeshauptstadt an.
Jakob Wert
Jakob Wert