Absturz von Azerbaijan Airlines«Grozny, wir haben die Kontrolle verloren»

Flug J2-8243 von Azerbaijan Airlines wurde von der russischen Luftverteidigung beschossen und stürzte ab. Vieles bleibt aber noch rätselhaft. Angebliche Funkprotokolle zeigen nun neue Details.

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Der Absturz von Flug J2-8243 am ersten Weihnachtstag kostete 40 Menschen ihr Leben. Die Embraer E190 von Azerbaijan Airlines mit der Registrierung 4K-AZ65 war auf dem Weg von Baku nach Grozny. Aufgrund schlechter Sicht konnte sie zwei Mal nicht in der Hauptstadt der russischen Teilrepublik Tschetschenien landen - letztlich flog sie ins kasachische Aktau.

Schon kurz nach dem Unglück wurde bekannt, dass die aserbaidschanischen Behörden davon ausgehen, dass der Flug beim Anflug auf das Ziel Grozny vom russischen Raketenabwehrsystem Pantir-S getroffen wurde. Einschusslöcher im Leitwerk und Rumpf lassen auf Schrapnell schließen. Russland hat sich später indirekt dafür entschuldigt.

Piloten sprachen von Vogelschlag und Explosion

Nun haben diverse russische Medien eine Abschrift der Cockpitgespräche mit den Fluglotsen im russischen Rostov veröffentlicht. Demnach hätten die Piloten nach zwei erfolglosen Landeversuchen in Grozny gemeldet, dass sie nach Baku zurückkehren würden. Keine zwei Minuten später meldeten sie eine Explosion. Ob die Aufzeichnungen echt sind, lässt sich allerdings aktuell nicht abschließend beurteilen.

«Grozny, wir haben die Kontrolle verloren. «Vogelschlag», sollen die Piloten der E190 laut der Aufzeichnung gesagt haben. Zudem sprachen sie von einer Explosion einer Sauerstoffflasche. Kurz danach sollen sie nach dem Wetter am Flughafen der russischen Stadt Mineralnye Vody gefragt haben, um im Anschluss zu bekräftigen, doch nach Baku fliegen zu wollen.

Ausweichflughafen Makhachkala war nur 160 Kilometer entfernt

Vier Minuten später änderten die Piloten erneut ihre Entscheidung und erkundigten sich nach den Bedingungen in Makhachkala. «Mein Flugzeug verliert die Kontrolle. Gebt uns Makhachkala», soll der Kapitän gefordert haben. Der Fluglotse aus Rostov bekräftigte eine Landung dort: «Empfehlung: Makhachkala liegt 160 Kilometer südöstlich Ihrer Position, technisch geeignet und bereit zur Aufnahme». Der Pilot soll dennoch entschieden haben, weiter nach Baku zu fliegen.

Zu diesem Zeitpunkt war das Hydrauliksystem des Flugzeugs offenbar bereits ausgefallen, was zu Problemen bei der Steuerung von Quer- und Höhenrudern führte. Laut der veröffentlichten Abschrift steuerte der Pilot die Embraer ausschließlich über den Schub. Die Crew meldete den russischen Fluglotsen Sauerstoffmangel in der Kabine, Treibstoffgeruch und bewusstlose Passagiere.

Doch keine verweigerte Landung in Russland?

Erst im kasachischen Luftraum über dem Kaspischen Meer setzte die Crew den Transpondercode 7700 ab, der einen Luftnotfall signalisiert. Im Anschluss änderte sie erneut den Kurs und leitete einen Sinkflug nach Aktau ein. Mit bekanntem Ausgang.

Die veröffentlichten Abschriften widersprechen früheren Informationen. Übereinstimmend ist, dass die Embraer aufgrund schlechter Sicht nicht in Grozny landen konnte und mindestens zwei Landungsversuche scheiterten. Anschließend suchte die Cockpitcrew nach Alternativen. Laut dem Portal Caliber hatte Flug J28243 keine Landeerlaubnis für die russischen Ausweichflughäfen Makhachkala und Mineralnye Vody erhalten.

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