Gezielte AngriffeGatwick nach Drohnen-Chaos wieder offen

In offenbar gezielten Attacken flogen Drohnen über Londons zweitgrößtem Airport. Der Flugbetrieb in Gatwick blieb mehr als einen Tag unterbrochen.

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Die geschäftige Reisezeit vor Weihnachten hat gerade begonnen. Zu diesem denkbar schlechten Zeitpunkt ist der zweitgrößte Flughafen Londons nicht betriebsfähig. Den ganzen Donnerstag (20. Dezember) wurden in den An- und Abflugswegen immer wieder eine oder mehrere Drohnen gesichtet. Die Anzahl bleibt unklar. Die unbemannten Flugobjekte würden gezielt eingesetzt, um den Flugbetrieb zu behindern, heißt es von der Polizei.

Die Krise begann um 21 Uhr am Mittwochabend. Zwischenzeitlich wurde der Flughafen um 3 Uhr morgens am Donnerstag kurz eröffnet, nur um dann kurz darauf wieder zu schließen. Flüge ab und nach Gatwick waren wegen der Behinderungen den ganzen Donnerstag nicht möglich. Ankommende Flüge wurden teilweise an andere Flughäfen umgeleitet.

Militär kommt mit Spezialausrüstung

Die Hallen des Flughafens London-Gatwick füllten sich mit wartenden Passagieren. Die Situation war so angespannt, dass das Militär eingeschaltet wurde. Man werde «Spezialausrüstung» einsetzen, hieß es zunächst vom britischen Verteidigungsministerium.

Am späteren Abend war die Lage weiterhin nicht unter Kontrolle. Der Flughafen soll frühestens am Freitagmorgen wieder öffnen. Man halte sich verschiedene Optionen offen, heißt es von der Polizei im zuständigen Bezirk Sussex. Je nach Höhe, Schnelligkeit und Windverhältnissen sei auch der Abschuss möglich.  Am Freitagmorgen (21. Dezember) gab es dann Entwarnung: Der Flughafen wurde wieder eröffnet, erste Flüge kamen an.

BDL fordert Registrierungspflicht

Der Bundesverband der deutschen Luftverkehrswirtschaft BDL sorgt sich um die Entwicklung bei den Drohnenflügen nahe Flughäfen. «Die starke Zunahme von Sichtungen unerlaubter Drohnen im Flughafenumfeld zeigt den Handlungsbedarf», so Hauptgeschäftsführer Matthias von Randow. «Wir haben die Drohnenverordnung der Bundesregierung begrüßt, die zusätzliche Sicherheitsauflagen definiert hat. Es sind aber auch weitere Schritte erforderlich.» Der Verband fordere daher eine Registrierungspflicht, «damit Verantwortung und Haftung klar zugewiesen werden können.»

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