Zwischenbericht zu Unglücksflug ET302737-Max-Piloten hätten Trimmrad 40 Mal drehen müssen

Ein Jahr nach dem Absturz der Boeing 737 Max von Ethiopian Airlines gibt es einen Zwischenbericht. Er zeigt, wie die Piloten versuchten, das Unglück abzuwenden.

Top-Jobs

Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung
Etihad Job

First Officer A320

Abu Dhabi
Feste Anstellung
Etihad Airways
United Arab Emirates
Vollzeit
Top jobs
ticker-dfs-deutsche-flugsicherung

Fluglotse (w/m/d)

Deutsche Flugsicherung DFS
Studium
Langen b. Frankfurt
Top jobs
Deutschland
.

Event Manager (m/f, 100%)

Vollzeit
IRF Reputation AG
Basel
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Luftfahrt

Am 10. März 2019 starben beim Absturz von Ethiopian-Airlines-Flug ET302 alle 157 Menschen an Bord. Ein Jahr später haben die äthiopischen Ermittler einen Zwischenbericht zum Unglück der Boeing 737 Max veröffentlicht. Er macht vor allem den Flugzeugbauer verantwortlich. Designfehler und fehlendes Pilotentraining trügen die Hauptverantwortung.

Der Bericht bestätigt, dass die Flugsteuerungssoftware MCAS die Nase des Fliegers aufgrund falscher Daten des linken Anstellwinkelsensors nach unten drückte. Das geschah zunächst drei Mal. Dann taten die Piloten, was Boeing nach dem Absturz einer 737 Max in Indonesien für solche Situationen angewiesen hatte: Sie schalteten das MCAS aus.

Flieger sehr schnell unterwegs

Allerdings gelang es ihnen aufgrund der großen Kräfte, die auf das Leitwerk wirkten, nicht, das manuelle Trimmrad zu bewegen. Rund 40 Drehungen wären nötig gewesen, um das Flugzeug wieder in eine neutrale Position zu bringen, so der Bericht. Daher schalteten die Piloten die elektronischen Systeme wieder ein.

Sie reaktivierten damit auch das MCAS, was den Flieger in den Sturzflug schickte und zum Absturz brachte. Die großen Kräfte, die auf das Leitwerk wirkten, erklären sich auch dadurch, dass die 737 Max zu schnell unterwegs war für ihre Flughöhe.

Gigantische Kräfte auf Leitwerk

Der Grund: Die automatische Schubkontrolle war auf maximalen Schub für die Triebwerke eingestellt. Auch dies war eine Folge des defekten Anstellwinkelsensors. Durch den nahm der Flugsteuerungscomputer an, der Jet befände sich auf einer niedrigeren Flughöhe, als er es wirklich war.

Das Flugzeug hatte 1:28 Minuten nach dem Start eine Höhe erreicht, auf welcher der Computer auf einen Modus der automatischen Schubkontrolle hätte umschalten müssen, der weniger Schub erlaubt. Das geschah aber nicht.

Piloten überfordert?

Die Piloten hätten an dieser Stelle die Geschwindigkeit manuell reduzieren können, waren aber wohl mit der gesamten Situation überfordert, analysiert Luftfahrtsicherheitsexperte John Cox gegenüber der Zeitung Seattle Times. Der Zwischenbericht kritisiert allerdings keine Fehler der Piloten. Der Abschlussbericht wird später in diesem Jahr erwartet.

Mehr zum Thema

Flug ET302 hatte umgehend Probleme

Flug ET302 hatte umgehend Probleme

Höhenleitwerk mit Anzeige der verschiedenen Positionen: Unter gewissen Bedingungen wirken große Kräfte auf das Teil.

Boeings neuste Sorge gilt der Körperkraft der Piloten

Der damalige Chef von Ethiopian Airlines besucht die Unfallstelle: Neue Vorwürfe an Boeing.

Boeing 737 Max von Ethiopian Airlines abgestürzt

ticker-boeing-1

Boeing führt neues Pilotentrainingssystem in Thailand ein

Video

Flughafen Gander am 11. September 2001: 38 Großraumflugzeuge strandeten an dem kanadischen Airport.
Nach den Anschlägen vom 11. September 2001 sperrten die USA ihren Luftraum. Fast 240 Flugzeuge auf dem Weg ins Land konnten nicht mehr umkehren. Kanada nahm sie auf – und musste innerhalb weniger Stunden Zehntausende gestrandete Reisende unterbringen und versorgen.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
regent viceroy first flight
Der amerikanische Hersteller Regent will seine Seegleiter in Küstenregionen in aller Welt liefern. Jetzt hat das Bodeneffektfahrzeug Viceroy erstmals einen bemannten Flug absolviert. Und die Zulassung verläuft anders als bei einem Flugzeug.
Timo Nowack
Timo Nowack
eurowings training center dus
Eurowings und Lufthansa Aviation Training haben ein Ausbildungszentrum eröffnet: In Düsseldorf üben Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter künftig, wie sie eine verrauchte Kabine evakuieren, einen bewusstlosen Piloten retten und eine Axt benutzen. aeroTELEGRAPH erhielt einen ersten Einblick ins neue Crew Training Center und sprach mit den Trainerinnen und Trainern.
Timo Nowack
Timo Nowack