Zwischenbericht zu Unglücksflug ET302737-Max-Piloten hätten Trimmrad 40 Mal drehen müssen

Ein Jahr nach dem Absturz der Boeing 737 Max von Ethiopian Airlines gibt es einen Zwischenbericht. Er zeigt, wie die Piloten versuchten, das Unglück abzuwenden.

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Am 10. März 2019 starben beim Absturz von Ethiopian-Airlines-Flug ET302 alle 157 Menschen an Bord. Ein Jahr später haben die äthiopischen Ermittler einen Zwischenbericht zum Unglück der Boeing 737 Max veröffentlicht. Er macht vor allem den Flugzeugbauer verantwortlich. Designfehler und fehlendes Pilotentraining trügen die Hauptverantwortung.

Der Bericht bestätigt, dass die Flugsteuerungssoftware MCAS die Nase des Fliegers aufgrund falscher Daten des linken Anstellwinkelsensors nach unten drückte. Das geschah zunächst drei Mal. Dann taten die Piloten, was Boeing nach dem Absturz einer 737 Max in Indonesien für solche Situationen angewiesen hatte: Sie schalteten das MCAS aus.

Flieger sehr schnell unterwegs

Allerdings gelang es ihnen aufgrund der großen Kräfte, die auf das Leitwerk wirkten, nicht, das manuelle Trimmrad zu bewegen. Rund 40 Drehungen wären nötig gewesen, um das Flugzeug wieder in eine neutrale Position zu bringen, so der Bericht. Daher schalteten die Piloten die elektronischen Systeme wieder ein.

Sie reaktivierten damit auch das MCAS, was den Flieger in den Sturzflug schickte und zum Absturz brachte. Die großen Kräfte, die auf das Leitwerk wirkten, erklären sich auch dadurch, dass die 737 Max zu schnell unterwegs war für ihre Flughöhe.

Gigantische Kräfte auf Leitwerk

Der Grund: Die automatische Schubkontrolle war auf maximalen Schub für die Triebwerke eingestellt. Auch dies war eine Folge des defekten Anstellwinkelsensors. Durch den nahm der Flugsteuerungscomputer an, der Jet befände sich auf einer niedrigeren Flughöhe, als er es wirklich war.

Das Flugzeug hatte 1:28 Minuten nach dem Start eine Höhe erreicht, auf welcher der Computer auf einen Modus der automatischen Schubkontrolle hätte umschalten müssen, der weniger Schub erlaubt. Das geschah aber nicht.

Piloten überfordert?

Die Piloten hätten an dieser Stelle die Geschwindigkeit manuell reduzieren können, waren aber wohl mit der gesamten Situation überfordert, analysiert Luftfahrtsicherheitsexperte John Cox gegenüber der Zeitung Seattle Times. Der Zwischenbericht kritisiert allerdings keine Fehler der Piloten. Der Abschlussbericht wird später in diesem Jahr erwartet.

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