Lockheed U-2 Dragon Lady

Lockheed U-2Stelle frei! Pilotinnen und Piloten für die legendäre Drachenlady gesucht

Der konstante Mangel an Cockpitpersonal bei Fluggesellschaften ist nicht neu. In der militärischen Luftfahrt sieht es kaum besser aus. Jetzt sucht Lockheed Martin erfahrene Pilotinnen oder Piloten, welche die legendäre U-2 steuern können.

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Altrocker und Junggebliebene verbinden mit U2 wohl eher die irische Band des Dauerweltverbesserers Bono. Doch in der militärischen Luftfahrt war und bleibt U-2 der Name des Höhenaufklärungsflugzeugs von Lockheed, das seit 1956 (!) im Einsatz ist, um das Land der unbegrenzten Möglichkeiten zu beschützen. Nun sucht Lockheed Martin Skunk Works für die legendäre Drachenlady, den berühmtesten Spion der Lüfte, eine Pilotin oder einen Piloten, berichtet das Portal The Avionist.

Skunk Works ist eine hochgeheime Entwicklungsdivision innerhalb von Lockheed Martin, dem Erbauer des Tarnkappenjägers F-35 Lightning II. Die US Air Force sucht heuer insgesamt 1850 Kampfpiloten, laut einem Bericht des Magazins Mil Pilot. Der Arbeitsort ist Palmdale im sonnigen Kalifornien. Die Stellenbeschreibung klingt anspruchsvoll. Bewerbende müssen den US-Pass besitzen und topfit sein (U-2-Piloten tragen immer einen Helm und ein Sauerstoff-/Druckanzug-System im operativen Einsatz) und sind zur absoluten Geheimhaltung verpflichtet.

Hohe Anforderungen an Kandidaten für Lockheed U-2

Der Tätigkeitsbereich, der sich nur an professionelle und aktive Piloten richtet, umfasst die Durchführung von Flugtests zur Überprüfung der Einhaltung von Flugzeugspezifikationen sowie der betrieblichen Einsatzfähigkeit. Dabei werden Testflugzeuge im Rahmen ingenieurtechnischer Erprobungsflüge, der Produktionsabnahme und zur Unterstützung von Flugtestkampagnen gesteuert.

Zudem beinhaltet die Rolle die Koordination flugbetrieblicher Abläufe in enger Zusammenarbeit mit den zuständigen Ingenieurteams. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Freigabe von Cockpit-Konfigurationen unter Einhaltung strenger Sicherheitsstandards. Kandidaten mit bereits 1000 Flugstunden auf dem Kerbholz und praktischer Erfahrung als Instrukteur haben noch bessere Karten, den Job zu bekommen, so Lockheed.

Hollywood-Bild der U-2 eher unvorteilhaft

Anders als die Top-Gun-Saga, die eine Karriere als Kampfpilot in ein positives Licht rückt, ja beinahe verherrlicht, wirken Filme mit einer U-2 als Nebenrolle eher abschreckend, denn die Maschine wird auf der Leinwand fast immer abgeschossen. Sie kann mit 80.000 Fuß oder 24.000 Metern fast in Stratosphärenhöhe fliegen, also beinahe doppelt so hoch wie ein Militärtransporter. Der Einsitzer mit seiner imposanten Spannweite von 31,4 Metern führt keine Bewaffnung mit sich, sondern ein integriertes Sensorpaket, und kann Wärmebilder von Feindaktivitäten am Boden und auf dem Meer angeblich bei jeder Wetterlage live an Satellitenstationen senden.

Ebenso kann die Lockheed U-2 mit Drohnen und U-Booten das Auge der USAF problemlos live kommunizieren und ist, anders als Spionage-Satelliten, schnell und flexibel einsetzbar. Die Ausschreibung richtet sich übrigens auch an Frauen, denn Lockheed Martin sei ein «Arbeitgeber, der Chancengleichheit bietet», sagt der Luft- und Raumfahrt- sowie Verteidigungskonzern auf seiner Homepage.

Auch Frauen können sich bewerben

Produziert wird die Drachenlady nicht mehr, doch fliegen dürfte sie noch viele Jahre angesichts der geopolitischen Wetterlage. Die Doktrin des Ex-Generals und ehemaligen US-Präsidenten Dwight D. Eisenhower (im Amt von 1953 bis 1961), dass Washington «niemals eine Lücke in unserer Aufklärung zulassen» dürfe, gilt bis heute.

China und Russland investieren stark in Orbitalsysteme (genau wie Indien und Pakistan) zur strategischen Beobachtung, und sie setzen mit der WZ-7 Soaring Dragon respektive der M-55 Geofizika (stammt noch aus Sowjetzeiten) gleichfalls hochfliegende Aufklärungsjets ein. Es muss aber nicht immer stratosphärisch sein. Der Golfstaat Vereinigte Arabische Emirate nutzt zur Luftraumkontrolle, Zielverfolgung und Gefechtsführung als «fliegendes Radar- und Führungszentrum» fünf Maschinen der agilen schwedischen Saab GlobalEye Early Warning and Control AEW&C. Frankreich hat Ende 2025 zwei Exemplare davon fest bestellt.

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