«Unbegrenzter Munitionsvorrat» – mit dieser markanten Aussage beschrieb US-Präsident Donald Trump nur wenige Tage nach Kriegsbeginn die Schlagkraft der amerikanischen Streitkräfte. Der Konflikt könne Wochen dauern, so der Oberbefehlshaber. Kurz darauf meldete die israelische Luftwaffe einen ersten Luftkampferfolg - mit einer Lockheed Martin F-35.
Über Teheran habe ein Kampfjet eine Yakovlev Yak-130 abgeschossen. Unabhängig überprüfen ließ sich diese Darstellung ebenso wenig wie ein dazu veröffentlichtes Video. Fachleute bezweifeln zudem, dass der Iran überhaupt über eine einsatzfähige Luftwaffe verfügt. «Die Luftstreitkräfte des Iran sind seine Drohnen und Raketen», sagt der Politikwissenschaftler Vali Nasr.
Lockheed Martin F-35: hochmodern – und sehr teuer
Die F-35 Lightning II von Lockheed Martin gilt als eines der modernsten Kampfflugzeuge der Welt. Dank Tarnkappentechnik und im Rumpf versteckter Bewaffnung ist es für gegnerische Radarsysteme schwer zu erfassen. Der Jet ist für Lufthoheit, Angriffe auf Bodenziele, Aufklärung und elektronische Kriegsführung ausgelegt.
Diese Fähigkeiten haben ihren Preis. Rund 100 Millionen Dollar oder umgerechnet 87 Millionen Euro kostet ein Flugzeug. Über den gesamten Lebenszyklus hinweg sind es noch bedeutend mehr. Das Programm ist ein Gemeinschaftsprojekt der Luftwaffe, Marine und des Heeres der USA und Lockheed Martin. Der F-35 wird – anders als bei früheren Tarnkappenjets – auch an zahlreiche Partnerländer exportiert.
Auch Deutschland und die Schweiz kauften den Kampfjet
Neben der Endmontage in Fort Worth in Texas gibt es internationale Produktionslinien in Cameri (Italien) und Nagoya (Japan). Rund 25 Länder haben Interesse bekundet oder F-35 bestellt, etwa 15 betreiben den Kampfjet bereits.
Lockheed Martin F-35: Hochstehende Technik - aber nicht unumstritten. Lockheed Martin
Deutschland entschied sich 2022 für den Kauf von 35 F-35A zur Ablösung der Tornado-Flotte. Die Schweiz bestellte ein Jahr zuvor ebenfalls 36 Exemplare, musste jedoch kürzlich aufgrund rasant steigender Kosten die Stückzahl auf 30 Stück anpassen.
Lockheed Martin kämpfte mit Verzögerungen - und Pannen
Die F-35 wurde von Lockheed Martin 2006 erstmals vorgestellt und als «Grundpfeiler militärischer Macht im 21. Jahrhundert» bezeichnet. Bis zum Erstflug vergingen jedoch Jahre. In der Erprobung traten technische Probleme zutage, begleitet von Kritik an Kosten und Verzögerungen.
Zwischen 2018 und 2025 kam es zu mehreren Abstürzen. So stürzte 2019 eine japanische F-35A in den Pazifik, der Pilot kam ums Leben. Andere Piloten konnten sich per Schleudersitz retten. 2023 sorgte ein Vorfall für Aufsehen, bei dem eine F-35B nach dem Ausstieg des Piloten noch eine Zeit lang weiterflog.
Lockheed Martin kämpfte mit Verzögerungen - und Pannen
Die Vorfälle lieferten Kritikern Argumente. Der demokratische US-Abgeordnete Adam Smith stellte öffentlich infrage, ob weiterhin in diesem Umfang Mittel in das Programm fließen sollten. Auch Modernisierungskosten in Milliardenhöhe sorgen für Diskussionen.
Bemerkenswert: Donald Trump selbst hatte das Projekt vor seiner ersten Amtszeit als «außer Kontrolle geraten» bezeichnet und Einsparungen gefordert.
Moderne Technik und breites Einsatzprofil
Die Lockheed Martin F-35 existiert in drei Varianten: F-35A für konventionelle Starts und Landungen, F-35B mit Kurzstart- und Senkrechtlandefähigkeit und F-35C für den Einsatz auf Flugzeugträgern. Sie kann ihre Waffen entweder intern tragen, um ihre Tarnkappeneigenschaften zu bewahren, oder extern für maximale Feuerkraft. Im sogenannten Stealth-Modus reduziert sich die Waffenlast, während im Beast Mode deutlich mehr Munition mitgeführt werden kann.
Zum Arsenal zählen unter anderem Luft-Luft-Raketen wie AIM-120 AMRAAM und AIM-9X Sidewinder sowie präzisionsgelenkte Bomben und Marschflugkörper für Angriffe auf Bodenziele. Zusätzlich kann die F-35 gegnerische Radarsysteme stören oder täuschen.
Ein Flugzeug, viele Fragen
Trotz aller Kritik bleibt die F-35 eines der technologisch anspruchsvollsten Kampfflugzeuge weltweit. Für viele Staaten ist sie jedoch kaum finanzierbar. Die Diskussion um Kosten und Nutzen ist daher untrennbar mit geopolitischen Fragen verbunden. Militärische Überlegenheit hat historisch oft enorme Ressourcen gebunden – und war meist nur dann nachhaltig, wenn sie wirtschaftliche Vorteile sicherte.
Ob sich die Investitionen in Systeme wie die F-35 langfristig auszahlen, bleibt offen. Sicher ist nur: Moderne Luftkriegsführung wird immer komplexer – und immer teurer.
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