Leonardo AW 169 Lion: Ist direkt aus Italien in Aigen im Ennstal eingetroffen.

Leonardo AW169 LionDer zwölfte Löwe ist da: So wächst Österreichs neue Hubschrauberflotte

Der zwölfte Leonardo AW 169 Lion ist direkt aus Italien in Aigen im Ennstal eingetroffen. Damit ist die erste Etappe beim Aufbau der neuen Hubschrauberflotte des österreichischen Bundesheeres abgeschlossen. Bis Ende 2028 folgen weitere 24 Exemplare - in einer anderen Version.

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Mit einer Entscheidung vom September 2020 stellte die österreichische Bundesregierung die Weichen für die Erneuerung ihrer Hubschrauberflotte und beschloss zunächst den Kauf von 18 Leonardo AW169 Lion. Im Dezember 2021 folgte eine Nachbestellung über weitere 18 Exemplare in einer Trainings- sowie einer taktischen Mehrzweckversion. Dadurch erhöhten sich die Projektkosten inklusive Infrastruktur und Simulatoren auf 873 Millionen Euro.

Beim Kauf des neuen Hubschraubers, der die bislang eingesetzten Alouette III ersetzen wird, konnten die österreichischen Luftstreitkräfte auf jahrzehntelange Erfahrung zurückblicken. Schließlich betreibt das Heer seit 1980 den AB-212, der von Leonardo Helicopter, vormals Agusta Westland, hergestellt wurde. Auch der AB-204 sowie der AB-206, die vom Bundesheer betrieben wurden beziehungsweise werden, stammen aus dieser Produktion.

Gebirgseinsätze, medizinische Flüge, Löscheinsätze

Mit der Anschaffung der leistungsstarken Leonardo AW169 Lion verfügt das Bundesheer nun über ein Fluggerät, das speziell für Einsätze im Gebirge bestens geeignet ist und auch in großen Höhen über ausreichende Leistungsreserven verfügt. Der geräumige Innenraum bietet Platz für bis zu zehn Insassen und ermöglicht es beispielsweise, bei medizinischen Flügen eine Person isoliert zu transportieren.

Auch bei den immer häufiger auftretenden Waldbränden bietet der AW 169 gegenüber der Alouette III deutlich mehr Kapazität: Er kann zwei- bis drei Mal so viel Wasser transportieren und dabei kostengünstiger als der Sikorsky UH-60 Black Hawk operieren.

Warum Aigen im Ennstal als Standort so wichtig ist

Aigen im Ennstal spielt bei den Hubschraubern des Bundesheeres seit Jahrzehnten eine wichtige Rolle. Bereits seit 1960 befindet sich eine Hubschrauberstaffel im Fliegerhorst Fiala Fernbrugg. Besonders die Lage macht den Standort für die Ausbildung von Pilotinnen und Piloten im Hochgebirge geeignet. Seit dem Jahr 2000 werden dort auch ausländische Cockpitcrews geschult. So fanden 2006 in Aigen Vorbereitungen der Heeresfliegerschule der deutschen Bundeswehr für Einsätze im Hochgebirge von Afghanistan statt.

Kürzlich landete nun bereits der zwölfte AW169 Lion an diesem Standort. Der modernste Hubschrauber des Bundesheeres kam direkt aus dem Werk in Italien. Damit befindet sich inzwischen ein Drittel der insgesamt bestellten Maschinen in Österreich.

Nun kommen Hubschrauber in Multirole-Advanced-Ausführung

24 weitere AW169 Lion werden folgen - und mit ihnen die taktische Mehrzweckversion des Lion: Die Hubschrauber in der militärischen Ausführung AW169 MA (Multirole Advanced) können für Einsätze bewaffnet sowie mit spezieller Elektronik und Sensorik ausgerüstet werden. Das erste Exemplar soll laut aktueller Planung im Dezember eintreffen.

Für die Ausbildung und später auch für die Fortbildung stehen in Langenlebarn und Aigen im Ennstal jeweils Hubschraubersimulatoren zur Verfügung. Damit lassen sich unter anderem unterschiedliche Flugverfahren realitätsnah trainieren.

Zwei Standorte, aber eine Werft zur Wartung

Bis Ende 2028 soll die Leonardo AW169 Lion-Flotte des Bundesheeres komplett sein. Zwölf Maschinen werden dann in Aigen im Ennstal stationiert, 24 weitere in Langenlebarn. Die Wartung des Hubschraubertyps erfolgt zentral in der Werft in Aigen im Ennstal.

«Mit dem neuen Hubschrauber machen die Luftstreitkräfte wieder einen großen Schritt in die Zukunft», sagte Verteidigungsministerin Klaudia Tanner anlässlich der Auslieferung des zwölften Hubschraubers. «Der AW169 bringt dem Bundesheer wichtige Fähigkeiten, um militärische Aufgaben noch besser erfüllen zu können. Auch bei Einsätzen, wie bei Unwettern sowie bei der Waldbrandbekämpfung, hat der neue Hubschrauber in den vergangenen Monaten mit seiner Leistung überzeugt.»

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