Letzte Aktualisierung: um 18:05 Uhr
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Verkäufe der Knee Defender explodieren

Kleinfirma boomt dank United

Die Meldung ging um die Welt: Ein Flieger musste landen, weil Passagiere sich um die Lehne stritten. Davon profitiert der kleine Hersteller der Knee Defender.

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Knee Defenders: Heiß begehrtes Gadget.

Der Platz, den man im Flugzeug für die Beine hat, war schon immer begrenzt. Umso schlimmer ist es, wenn jemand anders ihn noch verkleinert – indem er zum Beispiel die Rückenlehne zurück stellt. Für Reisende, die davon genug haben, hat die Firma Gadget Duck den Knee Defender entwickelt. Die Klammern kann man am herunterklappbaren Tisch befestigen. Sie verhindern dann, dass der vorne sitzende Passagier seine Lehne zurück klappen kann.

Die Knieschützer haben auf einem Flug von United Airlines nun für einen handfesten Streit gesorgt. Und der hatte wiederum eine außerplanmäßige Landung zur Folge. Ein Mann hatte die Knee Defenders an seinem Tisch angebracht, um ungestört auf dem Laptop arbeiten zu können. Der Passagierin vor ihm, die sich zurücklehnen wollte, passte das gar nicht. Auch als hinzugerufene Flugbegleiter den Mann aufforderten, die Plastikteile zu entfernen, weigerte er sich. Da platzte der Frau der Kragen und sie kippte ihm ein Glas Wasser ins Gesicht.

Hersteller-Seite brach zusammen

Die kuriose Meldung ging um die Welt und davon profitiert hat der Hersteller der Knee Defenders. Wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, brach die Internetseite des Herstellers in den vergangenen Tagen mehrfach zusammen. Die Verkäufe seien «substanziell» angestiegen, berichtet Knee-Defender-Erfinder Ira Goldman. Noch immer befinden sich mehr als doppelt so viele Besucher auf der Seite wie in den vergangenen Monaten.

Auch auf Sozialen Medien zeigt sich der Hype. Eine Meldung nach der anderen erscheint im Kurznachrichtendienst Twitter über das Gadget. Bisher war das Produkt nur mäßig bekannt, dementsprechend hatte Goldman es auch nicht als nötig angesehen, seine Erfindung zu schützen. Das rief Nachahmer in Europa auf den Plan. Deren Zahl dürfte sich in den kommenden Monaten deutlich erhöhen.

Knee Defender sind teilweise verboten

Und dabei sind noch nicht einmal in allen Fluggesellschaften die Geräte erlaubt. American Airlines, United, Delta, Southwest und Air Canada verbieten die Nutzung. Bei Jet Blue bittet man die Passagiere nur freundlich, es zu lassen. In Europa war eine Regel bezüglich der Knieschützer noch kein Thema.

Die britische Monarch will den Lehnenstreits anders ein Ende setzen: Sie baut ganz neue Sitze in ihre Flugzeuge ein, die sich gar nicht mehr zurückklappen lassen. «Das schafft mehr Lebensraum für unsere Kunden ohne dass sie Angst haben müssen, dass der Mensch vor ihnen, in ihren Raum vorstößt», kommentierte das Unternehmen.

Wie die Knieschützer funktionieren, sehen Sie hier:



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