Niederländische FluglinieMit Elektroflugzeugen könnte KLM neue Märkte erschließen

Die niederländische Airline beschäftigt sich intensiv mit elektrisch betriebenen Fliegern. KLM glaubt, dass mit der Technik neue Geschäftsmodelle möglich werden könnten.

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Es ist eine kurze Strecke. Doch sie soll am Anfang von etwas Großem stehen. Diese Woche flogen KLM und der Handelsverband Electric Flying Connection EFC an zwei Tagen mit kleinen Elektroflugzeugen geladene Gäste vom Flughafen Lelystad in rund 30 Minuten nach Amsterdam-Schiphol.

Die beiden Partner sind sich bewusst, dass der Zwei-Personen-Flieger Pipistrel Velis Electro noch lange nicht das ist, was eine Fluggesellschaft benötigt. Sie erklären: «Dieser Versuch im kleinen Maßstab innerhalb der heutigen technischen Grenzen kann einen wichtigen Schub für die Skalierbarkeit dieser Anwendungen in der Zukunft und damit für die mögliche Zukunft der Luftfahrt darstellen.»

Bisher nichts unter 100 Sitze

Doch wie viele Sitze braucht ein Elektroflieger mindestens, um für den Betrieb bei KLM interessant zu werden? «Unser kleinstes Flugzeug hat 100 Sitze. Das ist das Geschäft, das wir heute kennen», so Betriebschef Maarten Stienen  im Gespräch mit aeroTELEGRAPH. «Aber neue Technologien können vielleicht auch helfen, neue Märkte zu finden - wo Züge oder Autos womöglich keine Leute transportieren können, aber kleine Flugzeuge.»

Die Embraer E-Jets sind aktuell KLMs kleinste Flieger. Bild: aeroTELEGRAPH

KLM arbeitet unter Leitung von Jolanda Stevens, die fürs Zukunftsprojekt emissionsfreies Fliegen zuständig ist, an einer Machbarkeitsstudie. Sie beschäftigt sich mit der Mindestgröße von Elektrofliegern, mit möglichen Geschäftsmodellen und potenziellen Märkten. «In etwa einem Jahr» wolle man erste Ergebnisse haben, «zumindest eine Richtung», so Stevens.

E-Flieger als Chance für Regionalflughäfen

EFC-Vorsitzender Jurjen de Jong sagte: «Es gibt in Europa viele Regionalflughäfen, die wenig genutzt werden.» Daher arbeite man unter anderem an einem Konzept, solche Airports für Elektroflieger-Verkehr zu nutzen - als Zubringer zu größeren Flughäfen, aber auch als Punkt-zu-Punkt-Verbindungen in Kombination mit Elektroautos.

KLM-Betriebschef Stienen will Zubringerflüge mit E-Antrieb nicht ausschließen. Er sagt: «Wir schauen uns alles an.» Auch neue, kleinere Ziele seien denkbar. «Etwa in Skandinavien gibt es viele Orte, die eine bessere Anbindung brauchen, aber keine Flughäfen haben, die wir aktuell bedienen können. Vielleicht ist das der erste Schritt, solche Gegenden anzubinden.»

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