Airbus A321 von Austrian Airlines: Ultrarreligiöse machten an Bord Ärger.

Tel AvivUltraorthodoxe halten Flug von Austrian Airlines auf

Ein Flugzeug von Austrian Airlines konnte in Tel Aviv erst mit 40 Minuten Verspätung starten. Eine Gruppe Ultrareligiöser weigerte sich, neben Frauen zu sitzen.

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Eigentlich hätte Flug OS860 bald abfliegen können. Doch die eingestiegenen Passagiere warteten am Flughafen Tel Aviv Ben Gurion noch 40 Minuten, bis der Airbus A321 von Austrian Airlines wirklich vom Gate gestoßen werden und Richtung Wien abheben konnte. Den Grund für die Verspätung erfuhren sie noch während des Wartens von einer Flugbegleiterin, die aufgebracht durch die Gänge lief, wie israelische Medien berichten.

«Was ist los?», fragten sie einige Reisende. Die Antwort der Stewardess: «Ein paar Männer wollen nicht neben Frauen sitzen». 26 ultraorthodoxe Juden – so genannte Haredi – waren kurzfristig vom ausgefallenen Morgenflug von Lot auf Austrian Airlines umgebucht worden. Sie weigerten sich dann, im österreichischen Flieger, die ihnen zugewiesenen Plätze einzunehmen. Dann hätten sie sich neben weibliche Fluggäste setzen müssen. Die Flugbegleiter versuchten das Problem zu lösen - ohne Erfolg.

Anschlussflüge verpasst

In der Folge musste der Flugkapitän eingreifen. Er überzeugte nach längeren Gesprächen eine Frau, sich umzusetzen. Das Resultat der Aktion waren aber 40 Minuten Verspätung beim Abflug. In Wien musste der A321 von Austrian Airlines im Morgenverkehr zudem noch Warteschlaufen fliegen, bis er landen konnte. Einige Passagiere verloren deswegen ihre Anschlüsse.

«Austrian Airlines ist eine europäische Fluglinie und hält sich an das geltende Recht, dass alle Menschen gleich sind, ungeachtet ihrer Herkunft, ihres Geschlechts oder ihrer Religion», so ein Sprecher. Daher werde man niemals irgendeine Form von Diskriminierung tolerieren. Es habe zudem weitere Gründe für die Verspätung des Fluges gegeben. «Aufgrund der zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen am Airport von Tel Aviv kann es leider passieren, dass Passagiere länger bei der Sicherheitskontrolle brauchen und der Flieger auf sie warten muss. Das war auch hier der Fall.»

El Al wirft Passagiere raus

In Israel hat der Vorfall von Ende Juni heftige Reaktionen ausgelöst. «Erneut hat eine primitive Gruppe Haredis auf einem Flug Frauen versetzen und demütigen lassen», schrieb Yair Lapid bei Twitter. «Wenn man sie ohne Zögern aus dem Flug entfernen würde, würde diese Schande ein für allemal aufhören», so der Chef der liberalen Partei Yesh Atid. Kurz zuvor hatte ein ähnlicher Vorfall bei El Al in Israel für Aufruhr gesorgt und eine Diskussion über die ewigen Probleme mit Ultrareligiösen in Gang gebracht.

El Al hat handelte nach dem letzten Vorfall und nachdem ein Unternehmen mit einem Boykott drohte. Die Nationalairline verschärfte ihre Vorschriften. Ab sofort wird jeder Passagier umgehend aus dem Flugzeug entfernt, der sich weigert, neben einem anderen Passagier zu sitzen.

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