Eine Boeing 767-300 von Delta Air Lines: Überflutete Toiletten wurden zum Sicherheitsrisiko.

Flug von DeltaÜberflutete Toiletten blockierten Steuerung einer Boeing 767

Eine Boeing 767 von Delta Air Lines hatte auf einem Flug von Europa in die USA Probleme mit der Flugsteuerung. Auslöser waren überlaufende Toiletten - und menschliches Versagen.

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Es kommt ab und an vor, dass Toiletten während eines Fluges gesperrt werden müssen. Die Gründe sind vielfältig. Eine Möglichkeit kann sein, dass die Abwassertanks voll sind und Gefahr besteht, dass diese überlaufen. Das ist zwar für alle Beteiligten unangenehm, stellt aber in der Regel kein Sicherheitsrisiko dar.

Auf Flug DL211 von Prag nach New York am 7. Juli 2022 war das anders. Die Boeing 767-300 von Delta Air Lines mit dem Kennzeichen N181DN hatte rund die Hälfte der Strecke zurückgelegt, als die Crew meldete, dass die Toiletten in der Mitte der Kabine und vorne links überlaufen. Die Waschräume wurden gesperrt und damit sollte sich das Problem eigentlich erledigt haben.

Autopilot schaltete sich ab

Doch das Cockpitpersonal bemerkte kurze Zeit später, dass der Autopilot sich abgeschaltet hatte. Keiner der drei Autopiloten konnte im Anschluss zugeschaltet werden. Das Flugzeug begann nach leicht rechts zu driften, eine Korrektur nach links war nicht möglich. Die Flugbesatzung meldete die blockierte Flugsteuerung und arbeitete die entsprechende Checkliste ab.

Die Piloten erklärten einen Notfall und sollten nach Rücksprache mit der Flugsicherung und der Zentrale am kanadischen Flughafen Gander landen. Auf einer Höhe von 12.000 Fuß oder 3660 Meter ging plötzlich ein Ruck durch das Flugzeug. Im Anschluss funktionierten die Flugsteuerungen wieder normal.

Abschlussbericht liegt vor

Die Besatzung beendete den Notfall. Angedacht war inzwischen eigentlich, nach Boston zu fliegen, doch die Boeing 767 hatte noch genug Treibstoff und setzte ihren Flug nach New York fort, berichtet das auf Zwischenfälle spezialisierte Portal Aviation Herald mit Bezug auf den nun veröffentlichten Abschlussbericht der Verkehrssicherheitsbehörde National Transportation Safety Board NTSB.

Darin heißt es, dass das Wartungspersonal es versäumt habe, die Stromkreisunterbrecher für die Heizung des Ablassmastes zu schließen. Letztlich fiel die Heizung aus. Dadurch sei es zur Eisbildung im vorderen Ablassmast gekommen und zu einem unsachgemäßen Abfluss von Abwasser in den Schacht des Hauptfahrwerks. In der Folge konnte sich Eis auf einer oder mehreren Komponenten des Querrudersystems bilden.

Maschine fünf Tage später wieder im Einsatz

Mit dem Sinken in wärmere Luftschichten konnte das Eis wieder schmelzen und die Flugsteuerung kehrte in den Normalzustand zurück. Delta Air Lines berichtete der NTSB, dass das Flugzeug vor dem Vorfall wegen Wartungsarbeiten außer Betrieb gewesen war, was das Öffnen der vorderen und hinteren Abflussmast-Heizungsschalter der Toilette erforderte. Es ist möglich, dass diese Schalter versehentlich offengelassen wurden.

Nach dem Vorfall überprüfte Delta Air Lines den Autopiloten und die Rollsteuerung und ersetzte die Abwasserabflussmasten für die Toiletten und eine Dichtung in der Nähe des Querruderzentrierungs- und Trimmmechanismus. Die Boeing 767-300 erhielt am 12. Juli wieder grünes Licht und konnte in den Linienbetrieb starten.

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