Twin Otter gegen FotografWie es zum berühmten Zwischenfall auf St. Barts kam

2014 kam eine DHC-6 Twin Otter einem Fotografen auf der Insel St. Barts so nahe, dass dieser zu Boden ging. Jetzt liegt der Abschlussbericht zu dem Zwischenfall vor.

Top-Jobs

bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
ticker-dfs-deutsche-flugsicherung

Fluglotse (w/m/d)

Deutsche Flugsicherung DFS
Studium
Langen b. Frankfurt
Top jobs
Deutschland
.

Event Manager (m/f, 100%)

Vollzeit
IRF Reputation AG
Basel
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Luftfahrt

An kaum einem anderen Ort kann man einem landenden Flugzeug so nah kommen wie auf St. Barthélemy, auch St. Barts genannt. Der Flughafen der Karibikinsel liegt so, dass man an einer Straße genau dort stehen kann, wo die Flieger sich beim Anflug absenken. Schon so mancher Planespotter duckte sich im letzten Moment unter einem Fahrwerk weg.

Im Januar 2014 kam es an jener Stelle zu einem Zwischenfall, der mehr als nur knapp war. Die französische Flugunfallbehörde BEA hat jetzt ihre Untersuchung dazu abgeschlossen. Eine DHC-6 Twin Otter von Winair kam damals aus Saint-Martin und befand sich im Anflug auf den Airport von St. Barthélemy. Am Steuer befand sich der Kapitän, neben ihm saß der Kopilot, hinter ihnen befanden sich 15 Passagiere. Und am Boden standen mehrere Schaulustige.

Kamera ging zu Bruch, Mann zu Boden

Eine der Personen am Boden war ein professioneller Fotograf. Er blieb nicht am Straßenrand stehen, sondern kletterte noch einige Schritte auf eine Anhöhe hinauf. Er drehte sich mit seiner Kamera Richtung Flughafen, sodass die Twin Otter von hinten auf ihn zu kam.

Ein Video zeigt die Szene: Als das Flugzeug über dem Mann ist, geht dieser zu Boden. Es sieht aus, als hätte ein Reifen der Maschine ihn getroffen. Das Bureau d'Enquêtes et d'Analyses schreibt in ihrem Bericht, während die Kamera vom Flugzeug getroffen wurde und zu Bruch ging, sei es sehr wahrscheinlich, dass der Mann durch den Luftzug der Maschine umgeworfen worden sei.

Twin Otter flog sehr niedrig

Der Mann wurde laut BEA-Bericht ins Krankenhaus gebracht, wo keine Verletzungen festgestellt wurden. Der Fotograf schreibt dagegen, er sei von dem Flugzeug getroffen und ohnmächtig geworden. Beim Sturz erlittene Kopfverletzungen habe ein Arzt im Krankenhaus genäht. Er habe schon oft an diesem Ort fotografiert und der Winair-Flieger an diesem Tag sei sehr niedrig gewesen.

Die exponierte Position des Fotografen war laut BEA einer der Gründe für den Zwischenfall. Der andere war die ungewöhnlich niedrige Flughöhe der DHC-6 Twin Otter. Diese könnte laut BEA das Resultat einer falschen Höhen-Einschätzung des Piloten dort häufiger Turbulenzen  oder einer Kombination von beidem sein.

Mittlerweile ist Stelle abgesperrt

Die Piloten von Winair spürten eine Erschütterung und meldeten dies nach der Landung. Die Behörde hält fest, dass der Bereich, in dem der Fotograf sich befand, mittlerweile abgesperrt ist.

Mehr zum Thema

Hobbyfotograf wird beinahe von Fahrwerk getroffen

Hobbyfotograf wird beinahe von Fahrwerk getroffen

Was muss ein Luftfahrtfan einmal getan haben? «In St. Barth beim Kreisel stehen», sagt aeroTELEGRAPH-Leser David Bruegger. <a href="https://www.aerotelegraph.com/hobbyfotograf-wird-beinahe-von-fahrwerk-getroffen" target="_blank" rel="noopener">Ganz ungefährlich ist das nicht.</a>

Was man als Flugzeugfan einmal im Leben machen muss

Video

Embraer E195-E2 von Azul: Das Flugzeug hebt erst kurz vor dem Ende der Piste ab.
Eine Embraer E195-E2 von Azul hat in São-Paulo-Congonhas fast die gesamte Startbahn gebraucht. Es ist nicht der erste brenzlige Moment an dem Ort am Stadtflughafen.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Betankung einer Boeing 747 von Lufthansa: IN Frankfurt ist Kerosin knapp.
Der niedrige Wasserstand des Rheins wird zum Problem für Deutschlands größten Flughafen. Tankschiffe können nur noch eingeschränkt Kerosin liefern. Deshalb hat Lufthansa ihre Crews angewiesen, auf ausgewählten Strecken zusätzlichen Treibstoff nach Frankfurt mitzubringen.
Stefan Eiselin
Stefan Eiselin
Airbus U740 Valkyrie: Erstflug erfolgreich absolviert.
Sie startet ohne Landebahn, erreicht bis zu Mach 0,8 und kann bewaffnet werden: Die Airbus U740 Valkyrie hat ihren ersten Flug absolviert. Künftig soll das autonome Kampflugzeug gemeinsam mit Eurofightern operieren.
gerard al fil
Gérard Al-Fil