Twin Otter gegen FotografWie es zum berühmten Zwischenfall auf St. Barts kam

2014 kam eine DHC-6 Twin Otter einem Fotografen auf der Insel St. Barts so nahe, dass dieser zu Boden ging. Jetzt liegt der Abschlussbericht zu dem Zwischenfall vor.

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An kaum einem anderen Ort kann man einem landenden Flugzeug so nah kommen wie auf St. Barthélemy, auch St. Barts genannt. Der Flughafen der Karibikinsel liegt so, dass man an einer Straße genau dort stehen kann, wo die Flieger sich beim Anflug absenken. Schon so mancher Planespotter duckte sich im letzten Moment unter einem Fahrwerk weg.

Im Januar 2014 kam es an jener Stelle zu einem Zwischenfall, der mehr als nur knapp war. Die französische Flugunfallbehörde BEA hat jetzt ihre Untersuchung dazu abgeschlossen. Eine DHC-6 Twin Otter von Winair kam damals aus Saint-Martin und befand sich im Anflug auf den Airport von St. Barthélemy. Am Steuer befand sich der Kapitän, neben ihm saß der Kopilot, hinter ihnen befanden sich 15 Passagiere. Und am Boden standen mehrere Schaulustige.

Kamera ging zu Bruch, Mann zu Boden

Eine der Personen am Boden war ein professioneller Fotograf. Er blieb nicht am Straßenrand stehen, sondern kletterte noch einige Schritte auf eine Anhöhe hinauf. Er drehte sich mit seiner Kamera Richtung Flughafen, sodass die Twin Otter von hinten auf ihn zu kam.

Ein Video zeigt die Szene: Als das Flugzeug über dem Mann ist, geht dieser zu Boden. Es sieht aus, als hätte ein Reifen der Maschine ihn getroffen. Das Bureau d'Enquêtes et d'Analyses schreibt in ihrem Bericht, während die Kamera vom Flugzeug getroffen wurde und zu Bruch ging, sei es sehr wahrscheinlich, dass der Mann durch den Luftzug der Maschine umgeworfen worden sei.

Twin Otter flog sehr niedrig

Der Mann wurde laut BEA-Bericht ins Krankenhaus gebracht, wo keine Verletzungen festgestellt wurden. Der Fotograf schreibt dagegen, er sei von dem Flugzeug getroffen und ohnmächtig geworden. Beim Sturz erlittene Kopfverletzungen habe ein Arzt im Krankenhaus genäht. Er habe schon oft an diesem Ort fotografiert und der Winair-Flieger an diesem Tag sei sehr niedrig gewesen.

Die exponierte Position des Fotografen war laut BEA einer der Gründe für den Zwischenfall. Der andere war die ungewöhnlich niedrige Flughöhe der DHC-6 Twin Otter. Diese könnte laut BEA das Resultat einer falschen Höhen-Einschätzung des Piloten dort häufiger Turbulenzen  oder einer Kombination von beidem sein.

Mittlerweile ist Stelle abgesperrt

Die Piloten von Winair spürten eine Erschütterung und meldeten dies nach der Landung. Die Behörde hält fest, dass der Bereich, in dem der Fotograf sich befand, mittlerweile abgesperrt ist.

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