Keine USA-Flüge mehrTrumps Einreisestopp trifft Lufthansa und Co. ins Mark

Pro Monat gibt es fast 2400 Flüge zwischen Deutschland, Österreich sowie der Schweiz und den USA. Ihr Wegfall trifft Airlines und Flughäfen hart.

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Die Worte von Donald Trump haben es in sich. «Um zu verhindern, dass neue Fälle bei uns ankommen, werden wir für die nächsten 30 Tage alle Einreisen aus Europa in die Vereinigten Staaten aussetzen. Die neuen Regeln treten am Freitag um Mitternacht in Kraft», sagte der Präsident der USA am Mittwochabend Ortszeit in einer Fernsehrede zur Coronavirus-Epidemie. Damit überraschte er alle.

Der massive Einreisestopp war in der Europäischen Union nicht erwartet worden. Man sei nicht vorher informiert worden, erklärte ein EU-Vertreter gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Und so bleiben viele Flüge in die Vereinigten Staaten für die Zeit nach dem Inkrafttreten des Banns vorerst in den Systemen. Lufthansa erklärte: «Wir bewerten derzeit die Auswirkungen der kürzlich vom US-Heimatschutzministerium verkündeten Richtlinien auf unseren Flugbetrieb in die Vereinigten Staaten».

 7991 Flüge monatlich betroffen

Der Einreisestopp der USA hat es aber in sich. Er trifft die bereits geschwächte Luftfahrtbranche im Mark. Denn auf Transatlantikstrecken verdienen sie dank hohem Anteil von Geschäftsreisenden trotz knallhartem Wettbewerb gutes Geld. Ab sofort dürfen jedoch Menschen nicht mehr in die Vereinigten Staaten einreisen, die sich in den 14 Tagen zuvor im Schengenraum aufgehalten - also in Belgien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Island, Italien, Lettland, Liechtenstein, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Norwegen, Österreich, Polen, Portugal, Slowakei, Slowenien, Spanien, Schweden, der Schweiz, Tschechien und Ungarn. Ausgenommen sind nur Bürger der USA und Menschen mit dauerhafter Aufenthaltserlaubnis in den USA.

Flüge aus diesen Ländern in die USA sind daher faktisch nicht mehr möglich. Um welche Dimensionen bei diesem Verbot geht, zeigen Zahlen des Luftfahrtdatenabieters OAG. Bevor die Krise ausbrach, waren zwischen dem Schengenraum und den USA für den April insgesamt 7991 Flüge geplant. Auf ihnen hätten 2,3 Millionen Sitzplätze zur Verfügung gestanden.

Lufthansa, Swiss und Austrian mit vielen Flügen

Besonders brutal trifft die Maßnahme von Donald Trump die Lufthansa-Gruppe. Sie alleine plante für den April 1498 Frequenzen aus ihren drei wichtigsten Märkten in die USA. Hinzu kommen 60 Flüge von Brussels Airlines ab Belgien. Die blaue Kernmarke hat dabei mit 921 Flügen das größte Angebot. Bei Swiss sind es 318 und bei Austrian Airlines sind es 159 Flüge (siehe Grafik).

Aber auch amerikanische Airlines leiden stark. Denn sie dürften nur noch Bürger der USA mitnehmen und mit Crews fliegen, die während 14 Tagen nicht mehr in Europa waren und diese dann erst noch umgehend zurückfliegen.

Flughäfen stark betroffen

Nicht nur die Fluggesellschaften leiden. Der Flughafen Frankfurt verliert im April auf einen Schlag 1113 Flüge mit 356.000 Sitzplätzen. In München gehen 515 Flüge verloren, in Zürich 424, in Wien 159 und in Düsseldorf 83, in Genf 64, in Berlin 30.

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