Mehr als zwölf Jahre nach dem Absturz des Air-Algérie-Flugs AH5017 ist die spanische Fluggesellschaft Swiftair in Frankreich wegen fahrlässiger Tötung verurteilt worden. Das Pariser Strafgericht verhängte die Höchststrafe von 225.000 Euro. Nach Einschätzung des Gerichts haben Versäumnisse von Swiftair bei der Ausbildung und dem Training der Besatzung «in sicherer Weise» zum Unfall beigetragen.
Die von Swiftair betriebene McDonnell Douglas MD-83 war am 24. Juli 2014 im Auftrag von Air Algérie von Ouagadougou nach Algier unterwegs, als sie über Mali abstürzte. Alle 116 Menschen an Bord kamen ums Leben. Nach den Erkenntnissen der französischen Untersuchungsbehörde BEA vereisten in rund 9500 Metern Höhe Sensoren an den Triebwerken. Die automatische Schubregelung reduzierte daraufhin die Leistung. Das Flugzeug verlor Geschwindigkeit und geriet in einen Strömungsabriss. Die Crew hatte die Triebwerksenteisung nicht aktiviert und reagierte nicht angemessen auf den Geschwindigkeitsverlust.
Im Strafverfahren spielte zudem eine verpasste verpflichtende Auffrischungsschulung des Kapitäns zur Triebwerksenteisung eine Rolle. Swiftair wies die Vorwürfe zurück. Die spanische Justiz hatte das Verfahren zuvor eingestellt. Die BEA betont, dass ihre Sicherheitsuntersuchung nicht der Feststellung von Schuld oder Verantwortung dient.