Das russische Unternehmen Kret hat die Entwicklung eines neuen Flugsteuerungssystems für den vollständig auf russische Komponenten umgestellten Yakovlev Superjet 100 weitgehend abgeschlossen. Nach Angaben des zur Rostec-Gruppe gehörenden Elektronikkonzerns befindet sich das System inzwischen in der letzten Phase der Zertifizierung.
Kret beziffert die Ausfallwahrscheinlichkeit des neuen Systems auf 10⁻⁹, also einen Ausfall pro Milliarde Vorgänge. Um die Flugsicherheit zu gewährleisten, verfügt die Steuerung über vierfach redundante Kanäle. Dadurch soll das Flugzeug auch beim Ausfall einzelner Komponenten steuerbar bleiben.
In den vergangenen drei Jahren wurden nach Unternehmensangaben rund 500 Komponenten insgesamt 1500 Tests unterzogen. Die Elektronik ist für Betriebstemperaturen zwischen minus 40 und plus 70 Grad Celsius ausgelegt. Bei Belastungsprüfungen wurde sie Temperaturen von minus 55 bis plus 85 Grad ausgesetzt.
Weitere Tests umfassten unter anderem Vibrationen, Vereisung, Salznebel, Staub, Brandbedingungen und simulierte Blitzeinschläge mit Spannungsimpulsen von bis zu 1500 Volt. Insgesamt wurden mehr als 30 unterschiedliche Arten äußerer Belastungen untersucht. Auch das Zusammenwirken mehrerer gleichzeitiger Fehler wurde überprüft.