Skyguide: Es stehen harte Einschnitte bevor

Dübendorf und GenfSchweizer Flugsicherung Skyguide plant Abbau jeder siebten Stelle

Die Schweizer Flugsicherung reagiert auf steigende Kosten und wirtschaftlichen Druck mit einem drastischen Sparprogramm. Betroffen sein werden vom Kahlschlag bei Skyguide Mitarbeitende in Genf und Dübendorf.

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Bei Skyguide stehen massive Einschnitte bevor. Das Schweizer Flugsicherungsunternehmen prüft den Abbau von bis zu 220 Stellen bis Ende 2027. Es hat dafür ein Konsultationsverfahren eröffnet. Betroffen sein könnten Mitarbeitende in Genf und Dübendorf.

Wenn Unternehmen in der Schweiz ein Konsultationsverfahren einleiten, ist das meist ein deutliches Warnsignal. Das Verfahren ist gesetzlich vorgeschrieben, wenn Massenentlassungen geplant sind oder im Raum stehen. Mitarbeitende, Gewerkschaften und Arbeitnehmervertretungen können dabei Vorschläge einreichen, um Kündigungen zu verhindern oder deren Folgen abzufedern. Das Verfahren bei Skyguide läuft bis zum 18. Juni.

Skyguide spricht von wirtschaftlichem Druck, steigenden Kosten und unsicheren Einnahmen

Die Flugsicherung begründet den Schritt mit wachsendem wirtschaftlichem Druck, steigenden Personal- und Systemkosten sowie unsicheren Einnahmen. Auch europäische Effizienzziele und komplexe interne Strukturen spielen laut Skyguide eine Rolle. 2025 lagen allein die Personalkosten bei rund 382 Millionen Franken (rund 418 Millionen Euro), bei Gesamtausgaben von 576 Millionen Franken.

Nach aktuellem Stand könnten in einer ersten Phase zwischen September und November 2026 bis zu 90 Stellen wegfallen. In einer zweiten Phase zwischen Mai und Juni 2027 könnten weitere bis zu 130 Arbeitsplätze betroffen sein.

Fluglotsinnen und -lotsen nicht von Entlassungen bei Skyguide betroffen

Nicht betroffen von möglichen Entlassungen seien die operativ tätigen Fluglotsinnen und Fluglotsen, betont Skyguide. Das Unternehmen erklärt, Sicherheit und Betriebskontinuität seien «nicht verhandelbar». Gleichzeitig wolle man die Organisation effizienter machen, Komplexität abbauen und sich stärker auf das Kerngeschäft konzentrieren.

Die Flugsicherung erklärt, man wolle gemeinsam mit den Sozialpartnern Möglichkeiten wie Frühpensionierungen, interne Wechsel, weniger Neueinstellungen oder einen geringeren Einsatz externer Mitarbeitender prüfen.

Skyguide hat bereits Geschäftsleitung verkleinert

Der angekündigte Stellenabbau kommt nicht überraschend. Erst vor kurzem hatte Skyguide bekannt gegeben, die Geschäftsleitung deutlich zu verkleinern. Ab Januar 2027 soll das Führungsgremium nur noch aus fünf statt bisher neun Mitgliedern bestehen. Laut dem Unternehmen sollen dadurch Entscheidungswege verkürzt sowie operative und finanzielle Stabilität verbessert werden. Skyguide bezeichnete den Schritt bereits damals als Teil eines größeren Effizienzprogramms.

Zuletzt geriet die Schweizer Flugsicherung zudem wiederholt wegen technischer Probleme in die Schlagzeilen. Erst im April führte eine Störung im Kontrollzentrum Dübendorf zu Einschränkungen am Flughafen Zürich. Weil ein System verspätete Flüge nicht korrekt darstellte, musste die Anflugkapazität zeitweise um 30 Prozent reduziert werden.

Kritik von der Finanzprüfung

Bereits im Februar hatte auch die Eidgenössische Finanzkontrolle weiteren Handlungsbedarf aufgezeigt. Zwar habe Skyguide nach dem großen Systemausfall von 2022 Fortschritte gemacht, hieß es im Bericht des obersten und unabhängigen Finanzaufsichtsorgans der Schweiz. Gleichzeitig verwies er aber auf bestehende Lücken bei Notfallplanung, Redundanzen und Krisenvorsorge.

Die Flugsicherung investiert deshalb derzeit unter anderem in zusätzliche Ausweichsysteme, einen Ersatzkontrollturm in Zürich sowie besseren Hochwasserschutz für das Zentrum in Genf.

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