Die Luftstreitkräfte des österreichischen Bundesheers und Austrian Airlines starten ein gemeinsames Pilotprojekt zum Teilzeiteinsatz von Militärpiloten in der zivilen Luftfahrt. Dabei sollen Piloten jeweils ein halbes Jahr für die Lufthansa-Tochter im Passagierverkehr und ein halbes Jahr für das Bundesheer im militärischen Flugbetrieb tätig sein.
«Ziel der Kooperation ist es, erfahrene Militärpiloten längerfristig für die Luftstreitkräfte des Bundesheers zu halten», so Austrian Airlines. «Bislang können Piloten nach Ablauf ihrer mindestens achtjährigen Verpflichtungszeit aus dem Bundesheer ausscheiden und in die zivile Luftfahrt wechseln.» Durch die Kooperation sollen sie künftig weitere zehn Jahre zumindest jeweils sechs Monate pro Jahr für das Bundesheer fliegen. «Dadurch bleiben das Wissen und die Fähigkeiten der umfassend ausgebildeten Militäreinsatzpiloten längerfristig erhalten», schreibt die Fluglinie. «Gleichzeitig soll die Kooperation den Aufbau von Milizpiloten ermöglichen.» Austrian Airlines wiederum könne so Spitzenzeiten im Flugbetrieb besser abdecken.
Am 28. September 2026 beginnen zwei Bundesheerpiloten - ein Hubschrauberpilot und ein Jetpilot - ihre Typenschulung auf dem Airbus A320 bei Austrian Airlines. Diese soll im Sommer 2027 abgeschlossen sein. Anschließend sollen die beiden Piloten im Linienbetrieb von Austrian Airlines eingesetzt werden. Ab 2028 ist die Teilzeitanstellung bei Bundesheer und Austrian Airlines vorgesehen. Geplant ist, dass die Piloten von November bis April beim Bundesheer und von Mai bis Oktober bei Austrian Airlines im Cockpit sitzen. Nach der ersten Saison wird das Pilotprojekt durch die Luftstreitkräfte des Bundesheers evaluiert, um die Erfahrungen auszuwerten und die weitere Umsetzung zu beurteilen.