Mehr als zwei Jahre nach dem Absturz einer ATR 72-500 der brasilianischen Fluggesellschaft Voepass hat ein Bundesgericht die Anklage gegen zwölf Personen zugelassen. Zu den Angeklagten gehören der Eigentümer der Airline, José Luiz Felício Filho, sowie elf ehemalige Mitarbeiter, darunter Führungskräfte aus den Bereichen Flugbetrieb, Wartung und Sicherheit.
Die brasilianische Bundesstaatsanwaltschaft wirft den Beschuldigten Versäumnisse bei der Flugzeugwartung und im Sicherheitsmanagement vor. Nach ihrer Einschätzung führten mehrere regelwidrige Entscheidungen und Praktiken zu dem Unglück, das bei Einhaltung der geltenden Luftfahrtvorschriften hätte verhindert werden können.
Die Vorwürfe betreffen auch die drei Flüge, die das betroffene Flugzeug unmittelbar vor dem Absturz absolviert hatte. Die Ermittlungen stützen sich unter anderem auf Untersuchungen der Bundespolizei, der Unfalluntersuchungsbehörde Cenipa und der Luftfahrtbehörde Anac.
Am 9. August 2024 war die ATR 72-500 auf Voepass-Flug 2283 von Cascavel nach São Paulo-Guarulhos unterwegs, als sie rund 20 Minuten vor der geplanten Landung bei Vinhedo abstürzte. Alle 58 Passagiere und vier Besatzungsmitglieder kamen ums Leben. Bei den Untersuchungen wurden unter anderem Probleme mit dem Enteisungssystem, eine überfällige Inspektion und Fehler bei der Durchführung von Notfallverfahren festgestellt.
Voepass kündigte an, weiterhin mit den Behörden zusammenzuarbeiten.