Letzte Aktualisierung: 11:37 Uhr
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Boeing 737 Max

Stritten Boeing und FAA zu lange über Änderungen?

Boeing und die Luftfahrtbehörde der USA kündigen Software-Änderungen für die 737 Max an. Wieso ist dies nicht früher geschehen? Unstimmigkeiten könnten ein Grund sein.

Boeing 737 Max 8 von China Southern Airlines: Am Boden.

Nach dem Absturz einer Boeing 737 Max 8 von Ethiopian Airlines äußerte sich der Flugzeugbauer am Montag (11. März) zu einem Software-Upgrade für die 737 Max. Das Unglück in Afrika fand jedoch nur am Rande Erwähnung, zentral war ein anderes Unglück. «In den vergangenen Monaten und in der Folge von Lion-Air-Flug JT610 hat Boeing eine Verbesserung der Flugsteuerungssoftware für die 737 Max entwickelt», so der Hersteller.

Beim Absturz der Boeing 737 Max 8 von Lion Air waren im vergangen Oktober in Indonesien 189 Menschen ums Leben gekommen. Es besteht der Verdacht, dass das sogenannte Maneuvering Characteristics Augmentation System MCAS des Flugzeuges durch einen kaputten Anstellwinkel-Sensor falsche Signale erhielt und daher – um einen vermeintlichen Strömungsabriss zu vermeiden – die Nase des Fliegers immer wieder nach unten drückte, indem es das Höhenruder entsprechend trimmte.

Änderungen bis spätestens April

Die nun angekündigte Software-Verbesserung beinhaltet laut Boeing MCAS-Updates, die etwa die Trimmbefehle im Falle von falschen Anstellwinkel-Sensor-Daten begrenzen. Auch gebe es Änderungen bei Cockpitanzeigen, Betriebshandbüchern und Crew-Training. Der Hersteller betont, man habe bei der Entwicklung, Planung und Zertifizierung der Verbesserungen eng mit der amerikanischen Luftfahrtbehörde Federal Aviation Administration FAA zusammengearbeitet

Man werde nun in den kommenden Wochen die 737-Max-Flotte damit ausstatten. Die Behörde stellte am Dienstag klar, man erwarte, dass Boeing die Änderungen bis spätestens April fertigstelle. Was eine reibungslose Zusammenarbeit von Boeing und FAA bei den Verbesserungen angeht, gibt es jedoch Zweifel. Die Zeitung Wall Street Journal veröffentlichte kürzlich einen Artikel, der im Lichte eines erneuten Absturzes ein ganz anderes Gewicht erhält.

Unstimmigkeiten zwischen Boeing und FAA?

Die Zeitung berichtete unter Berufung auf Branchen- und Regierungskreise, eigentlich hätten die Software-Updates schon im Januar präsentiert werden sollen. Nun würde dies aber wohl bis April dauern. Zur Verzögerung beigetragen haben sollen demnach technische Herausforderungen, die Haushaltssperre der Verwaltung der USA, aber vor allem auch Unstimmigkeiten zwischen den Sicherheitsexperten von Boeing und der FAA.

Gemäß Wall Street Journal ging es dabei unter anderem um verbessertes Pilotentraining, Alarmsignale im Cockpit und Details zu den MCAS-Änderungen. Boeing soll dabei eine relative einfache Lösung favorisiert haben. Von Bedeutung sei all dies auch, da das Ergebnis Auswirkungen auf Klagen von Opfer-Anwälten gegen Boeing haben könnte, so das Blatt.



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