Antonov An-124 von Volga-Dnepr: Unsichere Zukunft.

Frachtriese aus RusslandSteht Volga-Dnepr vor dem Aus?

Die russische Frachtfluggesellschaft und ihre Töchter müssen ihre Flieger am Boden lassen. Kann sich Volga-Dnepr vom Rückschlag erholen? Viele zweifeln daran.

Top-Jobs

bwlv

Fluggerätmechaniker (m/w/d)

BWLV-Motorflugschule Hahnweide
Vollzeit
Kirchheim/Teck
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Flugschule
Pilatus Logo

Team Leader Account Management

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller
Hahnair Logo

Compliance Monitoring Manager (all genders)

Hahn Air Lines GmbH
Vollzeit
Düsseldorf
Top jobs
Deutschland
Feste Anstellung
Luftfahrt
Etihad Job

Captain A320

Etihad Airways
Vollzeit
Abu Dhabi
Top jobs
United Arab Emirates
Feste Anstellung

Noch im Sommer 2021 blickte Volga-Dnepr optimistisch in die Zukunft. Damals zeigte die russische Frachtairline Interesse am Airbus A350 F, um ihre Flotte zu erneuern. Der von Präsident Vladimir Putin angeordnete Angriffskrieg gegen die Ukraine macht diese Aussichten aber im Rekordtempo zunichte.

Wie die russische Zeitung Kommersant unter Berufung auf eine Quelle aus dem Umfeld des Konzerns berichtet, steht womöglich die ganze Volga-Dnepr-Gruppe vor dem Aus. Zu ihr gehören neben Volga-Dnepr auch Air Bridge Cargo, Aviatrans Cargo, Cargologic Germany in Deutschland und Cargologic Air in Großbritannien. Insgesamt bringt die Gruppe es auf 50 Flugzeuge: Antonov An-124, Boeing 737, 747 und 777 sowie Ilyushin Il-76.

Nicht nur Cargo Logic am Boden

Seit mehr als einer Woche steht laut Kommersant diese gesamte Flotte am Boden. Volga-Dnepr und ihre russischen Töchter dürfen aufgrund von Sanktionen viele Länder nicht mehr anfliegen, außerdem haben sie Schwierigkeiten mit den Versicherungen für ihre Jets und mit Leasinggebern. Dazu gehören neben der russischen Sber Leasing auch Dubai Aerospace Enterprise, BOC, Boeing Capital, Aircastle und Aviation Capital.

Aviatrans Cargo Airlines, kurz Atran, informierte ihre Angestellten laut der Zeitung am 11. März über Schwierigkeiten mit Leasingfirmen und Ersatzteilen. Cargologic Germany in Deutschland darf seit dem 11. März gar wegen den Sanktionen nicht mehr abheben, Cargologic Air in Großbritannien gemäß dem Blatt schon seit dem 10. März nicht mehr.

Eine Chance für Airbus?

Offen ist die Frage, ob sich Volga-Dnepr womöglich im kleineren Stile auf den russischen Markt zurückziehen könnte. Zwei Experten erklärten gegenüber Kommersant, wenn überhaupt, sei dies wohl nur mit Aufträgen sowie Subventionen der Regierung denkbar. Ansonsten ist die russische Wirtschaft zu klein. Volga-Dnepr selber äußerte sich nicht.

Gespannt wird man all das bei Airbus verfolgen. Denn auch wenn Volga-Dnepr als potenzielle A350-F-Kundin wegfallen sollte, wäre es für den Flugzeugbauer auch eine Chance. In Toulouse hat man Anfang 2021 nämlich angekündigt, mit fünf Belugas selber eine Airline für XL-Fracht zu gründen.

Konkurrenten nicht einsatzfähig

In diesem Markt waren bisher die ukrainische Antonov Airlines und Volga-Dnepr die Platzhirschen. Durch Krieg und Sanktionen könnte sich das ändern - beide sind nicht mehr einsatzfähig oder zumindest stark eingeschränkt.

Mehr zum Thema

Der Airbus Beluga absolvierte seinen Erstflug am 13. September 1994.

Airbus gründet Frachtairline und greift Antonov Airlines an

Antonov An-124 von Volga-Dnepr: Muss auch irgendwann die Flotte verlassen.

Volga-Dnepr zeigt Interesse am Airbus-A350-Frachter

Flugzeug von Cargologic Germany: Darf aktuell nicht abheben.

Cargologic Germany muss alle Flüge stoppen

Der Airbus A380 mit der Kennung 9M-MNE bei der Ankunft in Tarbes 2022: Seit 2024 als 2-JEYL registriert.

Was aus Airbus' zweitem A380 mit Guernsey-Kennzeichen wird

Video

Airbus A350 F Erstflug in Toulouse: Der Frachter war vier Stunden in der Luft.
Vier Stunden, 220 Gigabyte Daten und ein Start ohne elektronische Schutzfunktionen: Der Airbus A350 F ist zum ersten Mal geflogen. Was die Crew testete und was den Frachter besonders macht.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
airbus a350 f erstflug 01
Am Dienstag ist der Airbus-A350-Frachter zum ersten Mal abgehoben. Ende 2027 will der Flugzeugbauer den ersten A350 F aus der Serienproduktion ausliefern. Zwei Kunden kommen für die Premiere infrage.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
Timo Nowack
Timo Nowack
Ex-Swissair-Sprecher Urs Peter Naef: «»
Als die Nachricht vom Absturz vor Halifax eintraf, war das Krisenhandbuch der Swissair-Kommunikationsabteilung noch nicht fertig. Medienverantwortlicher Urs Peter Naef musste improvisieren - und zugleich die Angehörigen vor aufdringlichen Medien schützen. Seine wichtigste Lehre aus der Katastrophe: «Steh zu dem, was passiert ist, und zeig Flagge.»
Christopher Scheffelmeier
Christopher Scheffelmeier