Antonov An-124 von Volga-Dnepr: Unsichere Zukunft.

Frachtriese aus RusslandSteht Volga-Dnepr vor dem Aus?

Die russische Frachtfluggesellschaft und ihre Töchter müssen ihre Flieger am Boden lassen. Kann sich Volga-Dnepr vom Rückschlag erholen? Viele zweifeln daran.

Top-Jobs

Goldeck Logo

Kapitän Pilatus PC-12NGX (f/m/d)

Goldeck-Flug Gesellschaft m.b.H.
Vollzeit
Top jobs
Wien / Wiener Neustadt
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation
Sparfell Logo

Captain/First Officer Embraer 550 / Legacy 500 (m/f)

SPARFELL Luftfahrt GmbH
Vollzeit
Vienna
Top jobs
Österreich
Feste Anstellung
Business Aviation
Pilatus Logo

Mechaniker Flugzeugkomponenten (a)

Pilatus Flugzeugwerke AG
Vollzeit
Top jobs
Schweiz
Feste Anstellung
Flugzeughersteller

Noch im Sommer 2021 blickte Volga-Dnepr optimistisch in die Zukunft. Damals zeigte die russische Frachtairline Interesse am Airbus A350 F, um ihre Flotte zu erneuern. Der von Präsident Vladimir Putin angeordnete Angriffskrieg gegen die Ukraine macht diese Aussichten aber im Rekordtempo zunichte.

Wie die russische Zeitung Kommersant unter Berufung auf eine Quelle aus dem Umfeld des Konzerns berichtet, steht womöglich die ganze Volga-Dnepr-Gruppe vor dem Aus. Zu ihr gehören neben Volga-Dnepr auch Air Bridge Cargo, Aviatrans Cargo, Cargologic Germany in Deutschland und Cargologic Air in Großbritannien. Insgesamt bringt die Gruppe es auf 50 Flugzeuge: Antonov An-124, Boeing 737, 747 und 777 sowie Ilyushin Il-76.

Nicht nur Cargo Logic am Boden

Seit mehr als einer Woche steht laut Kommersant diese gesamte Flotte am Boden. Volga-Dnepr und ihre russischen Töchter dürfen aufgrund von Sanktionen viele Länder nicht mehr anfliegen, außerdem haben sie Schwierigkeiten mit den Versicherungen für ihre Jets und mit Leasinggebern. Dazu gehören neben der russischen Sber Leasing auch Dubai Aerospace Enterprise, BOC, Boeing Capital, Aircastle und Aviation Capital.

Aviatrans Cargo Airlines, kurz Atran, informierte ihre Angestellten laut der Zeitung am 11. März über Schwierigkeiten mit Leasingfirmen und Ersatzteilen. Cargologic Germany in Deutschland darf seit dem 11. März gar wegen den Sanktionen nicht mehr abheben, Cargologic Air in Großbritannien gemäß dem Blatt schon seit dem 10. März nicht mehr.

Eine Chance für Airbus?

Offen ist die Frage, ob sich Volga-Dnepr womöglich im kleineren Stile auf den russischen Markt zurückziehen könnte. Zwei Experten erklärten gegenüber Kommersant, wenn überhaupt, sei dies wohl nur mit Aufträgen sowie Subventionen der Regierung denkbar. Ansonsten ist die russische Wirtschaft zu klein. Volga-Dnepr selber äußerte sich nicht.

Gespannt wird man all das bei Airbus verfolgen. Denn auch wenn Volga-Dnepr als potenzielle A350-F-Kundin wegfallen sollte, wäre es für den Flugzeugbauer auch eine Chance. In Toulouse hat man Anfang 2021 nämlich angekündigt, mit fünf Belugas selber eine Airline für XL-Fracht zu gründen.

Konkurrenten nicht einsatzfähig

In diesem Markt waren bisher die ukrainische Antonov Airlines und Volga-Dnepr die Platzhirschen. Durch Krieg und Sanktionen könnte sich das ändern - beide sind nicht mehr einsatzfähig oder zumindest stark eingeschränkt.

Mehr zum Thema

Der Airbus Beluga absolvierte seinen Erstflug am 13. September 1994.

Airbus gründet Frachtairline und greift Antonov Airlines an

Antonov An-124 von Volga-Dnepr: Muss auch irgendwann die Flotte verlassen.

Volga-Dnepr zeigt Interesse am Airbus-A350-Frachter

Flugzeug von Cargologic Germany: Darf aktuell nicht abheben.

Cargologic Germany muss alle Flüge stoppen

ticker-airbus-konzern-

Airbus signalisiert Gesprächsbereitschaft nach anhaltenden Streiks in Spanien

Video

Airbus A340-300 von Mahan Air bei der Landung im Jemen: Der Airport ist seit zehn Jahren gesperrt.
Ein Airbus A340 von Mahan Air weicht auf einen seit über zehn Jahren gesperrten Flughafen aus, nachdem Regierungstruppen die Landebahn in Sanaa beschossen haben. Die Regierung hat den gesamten Luftverkehr ausgesetzt.
Benjamin Recklies
Benjamin Recklies
boeing 787 dreamliner fenster knopf
Die Boeing 787 hat elektronisch dimmbare Kabinenfenster. Die Knöpfe für deren Bedienung müssen jedoch immer wieder ersetzt werden - auch, weil Fluggäste unnötig häufig drücken.
Timo Nowack
Timo Nowack
Ilyushin Il-114-300: Nur eingeschränkt zugelassen
Die russische Luftfahrtbehörde hat der Ilyushin Il-114-300 die Musterzulassung erteilt. Doch der Schritt hat einen Haken: Das neue Regionalflugzeug darf zunächst nur unter sehr eingeschränkten Bedingungen abheben.
Laura Frommberg
Laura Frommberg