Dauert ewig und nervt: Beim Boarding wird wertvolle Zeit verschwendet.

EinsteigezeitSo geht Boarding am schnellsten

Welche Einsteigemethode ist die schnellste? Ein Fernsehteam testete das mit einem Experiment. Der Sieger überrascht.

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Die meisten Fluggesellschaften lassen die Passagiere der hinteren Reihen zuerst einsteigen. Der Gedanke dahinter: So stauen sich die Leute nicht im Gang. Das macht allerdings absolut keinen Sinn, wie ein Experiment der Fernsehsendung Mythbuster zeigt. Sie verglichen vier verschiedene Methoden des Boardings miteinander, die Airlines derzeit nutzen. Dazu bauten sie das Innere eines Flugzeugs nach und ließen 173 Freiwillige nach den unterschiedlichen Methoden boarden. Das ganze hielten sie auf Video fest:

Die Standard-Methode

Den Anfang machte die Standard-Methode - die hinteren Reihen boarden zuerst. Überraschendes Ergebnis: Das war mit 24,48 Minuten die schlechteste Methode. Wie man im Video sehen kann, verbringen die Passagiere viel Zeit mit Warten auf dem Gang. Denn viele Leute versuchen gleichzeitig wenige Reihen zu besetzen. Sitzt jemand zuerst am Gang, muss er vermutlich nochmals aufstehen, um den Passagier in der Mitte und am Fenster in die Reihe zu lassen.

Die Zufalls-Methode

Besser schnitt die Zufalls-Methode ab, die etwa US Airways im Mai 2009 einführte. Dabei haben die Passagiere zwar feste Sitzplätze, dürfen aber in der Reihenfolge einsteigen, in der sie eingecheckt haben. Das ist schneller, weil sich nicht viele Leute gleichzeitig auf wenigen Reihen drängen. Das Ergebnis: 17,25 Minuten.

Die Outside-in-Methode

Das toppt die Outside-in-Methode: 14,92 Minuten dauerte es, bis alle 173 Passagiere auf ihren Plätzen saßen. Zunächst dürfen alle Passagiere am Fenster boarden. Es folgen diejenigen, die einen Mittelplatz haben und schließlich die Passagiere am Gang. Diese Methode hat United Airlines im letzten Juni eingeführt. Eine Ausnahme gewährt die Airline aber: Familien dürfen gemeinsam boarden.

Die Chaos-Methode

Noch besser war die Methode, die Southwest Airlines in den USA oder bislang Ryanair in Europa nutzen: Passagiere haben keine festen Sitze und steigen in der Reihenfolge ein, in der sie am Check-in waren. Statt zu warten, bis der Vordermann seinen Sitzplatz gefunden hat und der Gang wieder frei ist, setzt man sich einfach auf den nächsten freien Platz - so die Theorie.

Wer etwa bei Ryanair diese Chaos-Methode hautnah erleben durfte, wird feststellen, dass ausgerechnet diejenigen zuerst boarden, die gerne am Gang sitzen - und vorne im Flugzeug. Laut Experiment dauerte das Boarding so aber nur 14,12 Minuten und damit gleich zehn Minuten weniger als die Standard-Methode. Allerdings gibt es dafür keinen Video-Beweis.

Die Steffen-Methode

Und es gibt noch eine weitere Methode, die verspricht, noch schneller zu sein (zumindest in der Theorie): die sogenannte Steffen-Methode, benannt nach dem Physiker Jason Steffen. Der hatte die Idee, als er in Seattle beim Boarding anstehen musste und entwickelte das Modell schließlich mithilfe von Computer-Simulationen. Ähnlich wie die Outside-in-Methode dürfen die Passagiere am Fenster zuerst boarden. Allerdings dürfen nicht alle Passagiere nacheinander in der Reihennummer boarden, sondern abwechselnd. Also zunächst etwa die Sitze 12A, 10A, 8A und 6A. Dann folgen die Reihen 11A, 9A und 7A. Dadurch haben die Passagiere mehr Platz und behindern sich nicht gegenseitig. Diese Methode wurde bei Mythbuster nicht getestet. Allerdings hat Steffen selbst ein Experiment mit 72 Passagieren durchgeführt. Mit der Standard-Methode benötigten sie 6,18 Minuten, mit seiner nur 3,6 Minuten.

Es bleibt die Frage, warum die Airlines nicht einfach alle auf deutlich schnellere Steffen- oder zumindest auf die Chaos-Methode umstellen. Die Frage könnte finanziell begründet sein: Sie verdienen mit dem Standard mehr, als sie durch eine Umstellung einsparen würden. Man denke da nur an die Gebühren, die insbesondere Billigflieger für das frühere Einsteigen verlangen.

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