Airbus A320 Neo von Spirit Airlines: Der Flugbetrieb soll weitergehen.

BilligfliegerSpirit Airlines rettet sich in Gläubigerschutz

Die Billigfluglinie will dank Gläubigerschutz nach Chapter 11 des US-Insolvenzsrechts ihre Schulden loswerden. Den Flugbetrieb möchte Spirit Airlines aufrechterhalten.

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Erst scheiterte eine Fusion mit Frontier Airlines, dann eine Übernahme durch Jetblue. Auch ein erneutes Interesse Frontier schwand schnell wieder. Und so war klar, dass die finanziell angeschlagene Spirit Airlines es schwer hat, in der jetzigen Form alleine zu überleben.

Am Montag (18. November) teilt die amerikanische Billigairline nun eine Restrukturierung an - inklusive eines Gläubigerschutzverfahrens nach Chapter 11 des US-Insolvenzrechts.

Zusagen für Hunderte Millionen Dollar

Man habe zur Entschuldung eine Vereinbarung namens Restructuring Support Agreement, kurz RSA, abgeschlossen, die von einer «überwältigenden Mehrheit» der Anleihegläubiger unterstützt werde, so das Unternehmen. «Die Umstrukturierung soll die Schulden von Spirit reduzieren, eine größere finanzielle Flexibilität bieten, Spirit für langfristigen Erfolg positionieren und Investitionen beschleunigen, die den Gästen verbesserte Reiseerlebnisse und einen höheren Wert bieten», schreibt die Fluggesellschaft in einer Mitteilung.

Im Zusammenhang mit dem RSA habe man von bestehenden Anleihegläubigern abgesicherte Zusagen für eine Kapitalbeteiligung in Höhe von 350 Millionen Dollar erhalten, so Spirit. Außerdem werde das Unternehmen Entschuldungstransaktion abschließen, um 795 Millionen Dollar finanzierter Schulden auszugleichen, so Spirit.

Flugbetrieb soll wie gewohnt weiterlaufen

«Zur Umsetzung des RSA hat das Unternehmen ein vorab vereinbartes Verfahren nach Chapter 11 vor dem US-Konkursgericht für den südlichen Bezirk von New York eingeleitet», erklärte die Fluggesellschaft. Bestehende Anleihegläubiger würden zudem 300 Millionen Dollar in Form einer besonderen Finanzierung zur Verfügung stellen, «die zusammen mit Spirits verfügbaren Barreserven und dem durch das operative Geschäft erwirtschafteten Bargeld das Unternehmen während des Verfahrens nach Chapter 11 unterstützen soll».

Flüge, Ticketverkauf, Reservierungen und alle anderen Betriebsabläufe würden wie gewohnt weiterlaufen, schreibt die Fluglinie. «Gäste können weiterhin ohne Unterbrechung buchen und fliegen und alle Tickets, Guthaben und Treuepunkte wie gewohnt nutzen.» Das Chapter-11-Verfahren habe keine Folgen für Löhne oder Leistungen der Teammitglieder. «Lieferanten, Flugzeugvermieter und Inhaber gesicherter Flugzeugschulden werden weiterhin wie gewohnt bezahlt und sind nicht beeinträchtigt», schreibt Spirit.

Aktie verschwindet wohl von der Börse

Im Rahmen des Chapter-11-Verfahrens schlägt Spirit einen Reorganisationsplan vor, der die vereinbarten Bedingungen des RSA enthält und der Bestätigung durch das Gericht unterliegt. Als Ergebnis der Chapter-11-Beantragung geht Spirit davon aus, dass ihre Notierung an der New Yorker Börse in naher Zukunft aufgehoben wird. «Das Unternehmen geht davon aus, dass seine Stammaktien während des Verfahrens nach Chapter 11 weiterhin im Freiverkehr gehandelt werden», so die Airline. «Die Aktien werden voraussichtlich im Rahmen der Umstrukturierung von Spirit annulliert und haben keinen Wert.»

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