Flieger von Air Europa:  Der spanische Staat sorgt sich um die Airline.

Nach Rückzug von IAGSpanien prüft Optionen für Air Europa

Der spanische Staat sieht die zweitgrößte Fluggesellschaft des Landes als strategisch wichtig an. Er prüft deshalb, wie Air Europa überleben kann.

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Sie waren sich schon einig und träumten von einer rosigen gemeinsamen Zukunft. Dann kam die Pandemie. Zuerst handelte IAG einen verminderten Kaufpreis aus, dann wollte der Konzern gar nichts mehr von Air Europa wissen. Vergangene Woche wurde der Vertrag aufgelöst  – für eine Strafzahlung von 75 Millionen Euro.

Nun will der spanische Staat die «Kontinuität der Tätigkeit» der zweitgrößten Fluggesellschaft des Landes sicherstellen. Die Regierung will alle Optionen prüfen, um den Fortbestand von Air Europa zu sichern. Wegen ihrer Bedeutung für den Luftverkehrs- und Tourismussektor sei sie ein strategisches Unternehmen, so das Transportministerium nach dem Rückzug der Iberia- und British-Airways-Mutter IAG.

Corona veränderte die Lage dramatisch

Air Europa überstand die vergangenen Monate nämlich nur dank erheblichen Staatshilfen Spaniens. Insgesamt sind 600 Millionen Euro geflossen. Die Airline möchte eine zweite Rettung vermeiden und investiert deshalb das Geld von IAG in eine Stärkung der Bilanz. Und um den Mitarbeitenden zu signalisieren, dass man ruhig bleibe.

Der spanische Staat gibt an, die ordnungsgemässe Verwendung der geflossenen Mittel bei Air Europa sicherstellen zu wollen. Und die «Entwicklung des Luftfahrtsektors zu überwachen».

Zweifel der Europäischen Kommission

Ein weiterer Grund für das Ende des Deals könnten auch Bedenken seitens der Europäischen Kommission gewesen sein. «Der Zusammenschluss hätte den Wettbewerb auf einigen Inlands-, Kurz- und Langstreckenverbindungen in, nach und aus Spanien beeinträchtigt», so EU-Wettbewerbskomissarin Margarethe Vestager.

Schon als bekannt wurde, dass die EU die Übernahme ablehnen könnte, hatte IAG-Chef Luis Gallego von einem Plan B gesprochen. Man werde dann Allianzen mit Fluggesellschaften in Lateinamerika eingehen. IAG wolle Madrid zu einem großen europäischen Drehkreuz machen, um mit Lufthansa und Air France-KLM konkurrenzieren zu können.

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