Letzte Aktualisierung: um 16:01 Uhr

Intervenierte USA in Türkei?

Southwind Airlines darf nicht mehr mit Boeing 737 Max nach Russland

Die türkische Charterairline verzichtet für Russland-Flüge neuerdings auf ihre Boeing 737 Max. Grund ist offenbar Druck aus den USA. Die Jets von Southwind Airlines fliegen nun oft nach Deutschland.

Im Frühjahr 2022 entstand auf Initiative der türkischen Regierung Southwind Airlines. Die wichtigste Aufgabe der neuen Charterairline: Trotz Ukraine-Krieg und westlichen Sanktionen genügend Urlauberinnen und Urlauber aus Russland ins Land holen. Hinter ihr soll der russische Reiseveranstalter Pegas Touristik stehen, dem Nordwind Airlines gehört.

Die Southwind-Flotte besteht mittlerweile aus acht Flugzeugen, vier von Airbus, vier von Boeing, alle gemietet von Air Lease Corporation in den USA. Zum einen sind das ein Airbus A321-200, ein A321 Neo und zwei A330-200 – sie alle sollten einst an Nordwind Airlines gehen. Hinzu kommen drei Boeing 737 Max 8, von denen eine zuvor für die russische S7 Airlines flog, und eine Boeing 777, die vorher für Azur Air unterwegs war.

Offenbar Druck aus den Vereinigten Staaten

Laut der russischen Zeitung Izvestia sollen die USA Southwind Airlines nun aber den Einsatz der Boeing 737 Max nach Russland untersagt haben. Dem Blatt zufolge hat sich die Fluglinie mit einer Anfrage für den Transport der Fluggäste, die bereits Tickets für die 737-Max-Flüge gekauft haben, an russische Airlines gewandt.

Wie genau die Blockade durch die USA erfolgt sein soll, ist nicht klar. Die Informanten der Zeitung gehen entweder von Sanktionsdrohungen aus, oder davon, dass die Flugzeuge, die in den USA gebaut wurden, bereits auf eine Sanktionsliste gesetzt worden sind.

Boeing 737 Max fliegen nun vor allem nach Deutschland

Mit Sicherheit ist aber zu erkennen, dass Southwind ihre 737 Max von den Russland-Routen abgezogen hat. Der Flieger mit dem Kennzeichen TC-GRJ war zuletzt am 2. Juni in Russland, wie Daten von Flightradar zeigen. Danach flog der Jet von Antalya aus unter anderem nach Heraklion, Zürich, Basel, Stuttgart, Düsseldorf, Hannover und Hamburg.

Die TC-GRO war ebenfalls zuletzt am 2. Juni in Russland, danach in Budapest, Zürich, Basel, Frankfurt, München, Nürnberg, Leipzig, Berlin und Düsseldorf. Zuvor hatten die beiden 737 Max regelmäßig russische Ziele wie Ufa, Orenburg, Kaliningrad oder Novosibirsk bedient.

Dritte Boeing 737 Max seit Monaten in Keflavík

Seit Anfang Juni sind die Airbus A321 der Airline teilweise auch zu diesen Zielen unterwegs. Zuvor hatten sie zwar ebenfalls auch schon russische Destinationen wie Moskau und Samara angesteuert, waren aber nicht regelmäßig zu den damaligen Max-Zielen unterwegs.

Southwinds dritte 737 Max, die TC-GRK, gehört zwar offiziell zur Flotte, kam aber bisher nicht bei der Fluggesellschaft an. Die Auslieferung ab Seattle endete Mitte März beim Tankstopp am Flughafen Keflavík in Island, wo sich der Jet seither befindet.

Auch Boeing 777 und ein A330 aktuell nicht aktiv

Auch die Boeing 777 von Southwind ist schon länger nicht mehr aktiv. Ihr letzter aufgezeichneter Flug ging Mitte März nach Kairo in Ägypten. Einer der beiden Airbus A330 befindet sich zudem seit Mitte Mai in Rom.